Zwischenstopp in Hadersleben

Tramper-Treff im Bürgerverein

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Vom Grenzland in Richtung Mitteljütland: Thor Winter und Bjarne Petersen. Foto: Karin Friedrichsen

Die Interessengemeinschaft „BLAF“ hat auf ihrer Anhaltertour durch Dänemark einen Zwischenstopp in der Domstadt eingelegt. Mette Gejl Erlang und Agger Aziz sorgten für Kost und Logis.

Auf ihrer einwöchigen Tour durch Dänemark sind 24 Tramper der Interessengemeinschaft „BLAF“ am Dienstagabend in Hadersleben angekommen.

Die Reisenden per Autostopp haben im „Haderslevhus“, dem einstigen Bürgerverein, übernachtet. Mette Gejl Erlang und Agger Aziz, die das geschichtsträchtige Anwesen das einst Treffpunkt der deutschen Minderheit war, im Frühjahr übernahmen, sorgten für Kost und Logis. Im Gegenzug packten die Tramper mit an bei anstehender Sanierungsarbeit. Das Haus an der Schlossstraße wird umgebaut und deswegen ist jede helfende Hand herzlich willkommen, so Mette Gejl Erlang.

Seit fünf Jahren auf Tour

„BLAF“ wurde vor rund fünf Jahren aus der Taufe gehoben. Seitdem veranstalten wechselnde Ehrenamtler den einwöchigen Tramper-Urlaub, der am Montag in Kopenhagen startete. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei etwa 27 Jahren. Das Gros der Anhalter wohnt in Kopenhagen. Für manch einen war es der erste Besuch in der Domstadt. Auf den insgesamt sechs Etappen müssen nicht nur Fahrgelegenheiten aufgetan werden. Die Tramper lösen auch lustige Aufgaben, denn „BLAF“ ist ein Wettbewerb.

Die meisten Tramper kommen aus Dänemark. 2018 haben sich auch Autostopper aus Litauen, Kanada, Kroatien und dem Jordan dazugesellt. Das soziale Miteinander steht im Fokus. Ein übergeordnetes Ziel für die Tramper ist es, eine vergnügliche Woche zu verbringen. Ihre Abenteuerlust zu reizen, aber auch vielen neuen Menschen zu begegnen und zwischenmenschliches Vertrauen zu stärken.

Carsten Theede per Anhalter unterwegs. Foto: Karin Friedrichsen

Das erste Mal

„Ich bin in Schleswig aufgewachsen und habe die dortige Schule der dänischen Minderheit besucht“, erklärte Bjarne Petersen. Der 31-Jährige lebt inzwischen auf Seeland. Für ihn war es das erste Mal, dass er per Anhalter unterwegs war. Ein gutes Erlebnis, so Petersen am Dienstagmorgen, bevor er sich zusammen mit seinen Kameraden zur nächsten Etappe aufmachte. Es geht nicht nur darum, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen. Punkte sammeln die Tramper auch beim Lösen verschiedener Aufgaben. In Hadersleben beispielsweise mussten die Urlauber sich am Dom fotografieren lassen. Ihr Smartphone dürfen sie gerne benutzen. Auf der Suche nach Standorten bleibt das Navi unberührt: „Wir vertrauen darauf, dass alle Teilnehmer sich an diese Regel halten“, sagte Jens Feodor Nielsen.

Als Mitveranstalter gibt es für den 27-Jährigen und seine drei Kollegen viele praktische Arbeitsaufgaben. Jens Feodor Nielsen ist begeistert von dem alten Haus an der Schlossstraße. Dienstagabend rodeten die Tramper einen Hinterhof und ausgedientes Inventar wurde entsorgt. „Wir sind richtig gut verpflegt worden. Und in dem großen Haus konnten wir alle unsere Schlafsäcke ausrollen“, so Jens Feodor Nielsen. Zur großen Überraschung der Tramper hatte das Ehepaar Gejl Erlang und Aziz eine kleine Überraschung vorbereitet. Die historischen Wächter gaben ein Ständchen, nach ihrer Führung durch die Altstadt.

Jens Feodor Nielsen ist Mitveranstalter. Foto: Karin Friedrichsen

Das Versprechen

Mit dem Versprechen wiederzukommen verabschiedeten sich die Tramper von ihren Gastgebern und vom Grenzland. Das Ziel der dritten Etappe war Djursland. Unterwegs warteten neue Herausforderungen. Eine Gruppe beispielsweise machte sich auf nach Jels, um die Wikingerspiele zu besuchen. „Wenn man per Anhalter fährt geht es darum Vertrauen zu haben zu fremden Menschen. Ich gehe immer von meinem Bauchgefühl aus und habe noch nie eine Fahrt abgebrochen“, so Jens Feodor Nielsen. Der junge Mann mit familiären Wurzeln in Jütland, reist meistens per Anhalter.

So auch Carsten Theede. Der 36-Jährige stiftete vor vier Jahren die Interessengruppe „Blaffernationen, um das Interesse für Trampen zu stärken und den Verbrauch von Ressourcen zu drosseln. „Beim Trampen begegnet man den unterschiedlichsten Leuten und lernt deren Geschichten kennen.“ Es gehe darum das Vertrauen zwischen Menschen die sich fremd sind, aufzubauen, sagte Theede, der u. a. Kurse zum Thema Trampen abhält.

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