Reformationsspiel

„Tot oder lebendig“– Reformationstheater in Kirchen

„Tot oder lebendig“– Reformationstheater in Kirchen

„Tot oder lebendig“– Reformationstheater in Kirchen

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Regisseur Kristian Hald leitet die Laiendarsteller mithilfe von Leif Billing. Foto: K. Friedrichsen

„Forsøgsscenen“ und „Gram Friluftsspil“ führen unter Leitung von Kristian Hald Reformationsspiel von Sten Kaalø in zehn Gotteshäusern auf.

„Forsøgsscenen“ in Hadersleben und „Gram Friluftsspil“ haben sich zusammengetan, um ein Großprojekt zu stemmen: Unter der Leitung von Regisseur Kristian Hald führen die Laiendarsteller das Reformationsspiel „Martin Luther – tot oder lebendig“ in zehn Kirchen auf. Premiere ist am 22. Oktober in der Haderslebener Herzog-Hans-Kirche.

Das Stift in Ripen gab anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums bei Pastor, Dichter und Schriftsteller Sten Kaalø das Theaterstück „in Auftrag“. Der Seelsorger der Baulunder Freigemeinde hat ein Theaterstück geschrieben, bei dem sich die Handlung in den Jahren 1517 und 2017 abspielt und sich somit auf geschichtlicher Ebene und in der Gegenwart bewegt. Zentrale Gestalt ist Martin Luther, der von Steffen Benkjer dargestellt wird. In der Jetztzeit spielen der Pastor Christian und das Ehepaar Bob und Ea, das sich entscheiden muss, inwieweit sie ihre Kinder taufen lassen, eine wichtige Rolle. Kaalø verquickt den historischen Aspekt mit Luthers Leben , und er will darstellen, welchen Einfluss Luthers Wirken auf die Nachwelt haben kann.

„Die Theaterproben sind Montagabend angelaufen“, so Marianne Møller, Vorsitzende von „Forsøgsscenen“. Auf und hinter der Bühne sind für die Vorstellung rund 20 Darsteller und Akteure im Einsatz. Dahingegen ist der Aufwand in Bezug auf Requisiten nicht groß, denn die Kirchen stellen die Kulisse dar. Das Bühnenbild wird lediglich mit einer Tür, wie sie Luther an der Schlosskirche in Wittenberg für seinen Thesenanschlag nutzte, ergänzt.
„Es ist ein richtig spannendes Projekt. Mit einem Budget in Höhe von 180.000 Kronen ist es gut, dass wir finanzielle Unterstützung von der Kommune Hadersleben, der Dachorganisation ,Sønderjysk Forsøgsscene’ und ,Kulturelt Samråd’ bekommen“, so Marianne Møller. Die Haderslebenerin steht der Versuchsbühne in Hadersleben seit rund drei Jahren vor. Sie ist froh, dass das Ehepaar Billing, das „Gram Friluftsspil“ leitet, sich mit Engagement in das Projekt einbringt. Und dass es gelungen ist, Kristian Hald als Regisseur an Bord zu holen. Hald, der ehemals in Hadersleben wohnte und nun in Aarhus lebt, wird von Leif Billing als Regisseurassistent unterstützt. Kiss Billing hält bei den Kostümen die Fäden in der Hand, so Marianne Møller.

„Wir spielen das Stück in neun Kirchen in der Kommune Hadersleben. Am Reformationstag, 31. Oktober, treten wir in Sten Kaaløs Kirche in Baulund auf“, schmunzelte Hauptregisseur Kristian Hald. Außer in der Herzog-Hans-Kirche ist die Truppe, zu der auch Laiendarsteller von „Gram Friluftsspil“ gehören, unter anderem in den Kirchen in Starup, Halk, Hoptrup, Hjerndrup, Wonsbeck, Gramm und Beftoft zu sehen. Es ist nicht das erste Mal, dass Kristian Hald mit Laiendarstellern zusammenarbeitet. Der Regisseur wirkte an „Højt-til-Himlen“–Vorführungen an der Westküste mit.

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