Gegen Lebensmittelverschwendung

Topf statt Tonne: Nachhaltig kochen mit der ganzen Familie

Topf statt Tonne: Nachhaltig kochen mit der ganzen Familie

Topf statt Tonne: Nachhaltig kochen mit der ganzen Familie

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Nicht alle Lebensmittel, die das Haltbarkeitsdatum überschritten haben gehören in die Tonne. Davon konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Madspildsskole“ selbst ein Bild machen. Foto: Karin Riggelsen

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Gesund, lecker und gut für die Umwelt – nach diesen Kriterien wird in der „Madspildsskolen“ von „Too good to go“, Arla und der Stiftung „Arla Fonden“ gekocht, die in den Herbstferien am University College Syd gastiert.

„Essen muss Spaß machen, dann lässt sich auch das Verschwenden von Lebensmitteln leichter vermeiden“, meint Sanne Vinther, Direktorin der Stiftung „Arla-Fonden“. Und genau darum geht es bei der Madspildsskole am University College Syd (UC Syd).

Nachdem das Projekt zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung im vergangenen Jahr bereits in Kopenhagen Erfolge feierte, macht die „Madspildsskole“ in diesen Herbstferien auch in Hadersleben halt.

Bürgermeister H. P. Geil stattete der nachhaltigen Kochschule am Donnerstagvormittag ebenfalls einen Besuch ab. Foto: Karin Riggelsen

Kreativität ist gefragt

Das von „Arla“, „Arla Fonden“ und „Too good to go“ initiierte Projekt möchte Familien zeigen, dass Kochen Spaß machen und gleichzeitig sowohl der Umwelt als auch dem eigenen Geldbeutel etwas Gutes tun kann.

Neben einem bedachten Einkauf kommt es dabei vor allem auf Kreativität in der Küche an, erklärt Sanne Vinther: „Wichtig ist, dass man nicht nach einem bestimmten Rezept, sondern nach Zutaten kocht. Man sollte schauen, was im Kühlschrank vorhanden ist und als nächstes verwertet werden sollte, und sich anschließend überlegen, welches Gericht sich daraus zubereiten lässt.“

Bei Familie Hauerholm gab es Karottenbrötchen und -Fritten. Foto: Karin Riggelsen

Überraschungstüte voller Zutaten

Nach eben diesem Prinzip wird auch in der „Madspildsskolen“ verfahren. Die Familien, die sich für die Ferienaktivität angemeldet haben, wissen ebenso wenig wie die Projektmitarbeiter, welche Zutaten ihnen für das gemeinsame Kocherlebnis zur Verfügung stehen.

Denn die in der „Madspildsskole“ verwendeten Lebensmittel werden alle vom Haderslebener Føtex und „Too good to go“ in sogenannten Überraschungstüten bereitgestellt. In der Küche des UC Syd ist daher Kreativität gefragt. „Wir haben einige Grundrezepte, die wir den Familien zur Orientierung geben können, und natürlich stehen unsere Projektmitarbeiterinnen mit Rat und Tat zur Seite“, so Vinther.

Zur Verfügung standen den Kursteilnehmenden ausschließlich Lebensmittel, die im Supermarkt aufgrund ihres Mindesthaltbarkeitsdatums nicht länger verkauft werden dürfen. Foto: Karin Riggelsen

Eine Beschäftigung für die gesamte Familie

Ansonsten wird in den jeweils dreistündigen Familienkochkursen auf gut Deutsch frei Schnauze gekocht – eine Herausforderung, der sich Familie Hauerholm aus Daugård bei Horsens gerne stellt. „Die Kinder lieben es zu kochen“, erzählt Maria Hauerholm. Ihre jüngste Tochter Celina gehe zudem in einen Kindergarten, in dem die Kinder regelmäßig in das Kochen einbezogen werden. Die Möglichkeit, ganz ohne Stress und unter fachkundiger Anleitung auch als Familie gemeinsam zu kochen, wollten sie sich daher nicht entgehen lassen.

Dass sie bei der „Madspildsskole“ auch noch das eine oder andere über das Vermeiden von Lebensmittelverschwendung lernen können, sei ein weiterer Vorteil, meint Hauerholm: „Obwohl wir zu Hause eigentlich auch nicht viele Lebensmittel wegwerfen.“

Drei Generationen zusammen am Kochen: Der sechsjährigen Alberte Ravn Rasmussen machte dieses Erlebnis genauso viel Spaß wie ein Besuch im Legoland. Foto: Karin Riggelsen

So gut wie ein Besuch im Legoland

Etwas Neues lernen und einen gemütlichen Tag mit ihrer Familie verbringen möchte auch Mette Marie Ravn Rasmussen. Sie hat sich gemeinsam mit ihren Kindern Pelle und Alberte sowie ihrer Mutter Jeanette Ravn für den nachhaltigen Kochkurs angemeldet. „Wir lieben es zu kochen, und auf diese Weise lernen wir auch noch Dinge, über die wir sonst vielleicht nicht nachgedacht hätten“, sagt Mette Marie Ravn Rasmussen mit Blick auf die Strategien gegen Lebensmittelverschwendung.

Ihre sechsjährige Tochter Alberte hat am Kochen ebenfalls Freude, auch wenn ihr das Wort „Lebensmittelverschwendung“ noch kein Begriff ist. Einer Sache ist sich die Nulltklässlerin dafür umso sicherer: Der Vormittag in der „Madspildsskole“ macht genauso viel Spaß wie ein Besuch im Legoland!

Bürgermeister H. P. Geil und Sanne Vinther, Direktorin der Stiftung „Arla Fonden“ durften die noch warmen Kichererbsen aus dem Ofen probieren, woraufhin Bürgermeister Geil lachend feststellte: „Das sind ja gar keine Erdnüsse!“ Foto: Karin Riggelsen
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