Varbergparken

„Stram-Kurs“-Demo in Hadersleben

„Stram-Kurs“-Demo in Hadersleben

„Stram-Kurs“-Demo in Hadersleben

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Rasmus Paludan (zweiter von links) im Varbergparken. Foto: Karin Friedrichsen

Rasmus Paludan ist am Montag in der Domstadt gewesen. Der Gründer der islamfeindlichen Partei „Stram Kurs“ reiste mit seinem Gefolge an. In der Wohnsiedlung Varbergparken traf er auf Schaulustige und einige wenige Gegendemonstranten.

Das Polizeiaufgebot war sehr groß, als Rasmus Paludan am Montagnachmittag im Varbergparken eintraf. Die Polizei hatte für den Gründer der islamfeindlichen Partei „Stram Kurs“ ein kleines Areal an der Einfahrt zum Varbergparken abgesperrt.

„Die Demo war gesetzmäßig angemeldet und legal“, erklärte ein Sprecher der Polizei für Nordschleswig und Süddänemark. Rasmus Paludan und sein Gefolge leiteten die Aktion um 16.40 Uhr ein. „Es haben sich etwa 60 Personen am Ort der Demonstration eingefunden. Die meisten Zuschauer waren Jugendliche. Gegen 18 Uhr verließ etwa die Hälfte der Leute den Demoplatz“, berichtete der Sprecher. Er fügte hinzu, dass die Demo bis zu diesem Zeitpunkt in Ruhe und Ordnung durchgeführt werden konnte.

Die Polizei war im Varbergparken bei der gesetzmäßig angemeldeten und legalen Demo Foto: Karin Friedrichsen

Koran verbrannt

Während Rasmus Paludan und seine Helfer offenbar einen Koran verbrannten, schmetterte er islam-feindliche Provokationen in die Runde der Zuschauer, von denen Einwanderer und deren Kinder die Mehrheit ausmachten.

„Paludan sagt, dass wir dem Staat viel Geld kosten. Ich finde, der Staat sollte die 125 Millionen Kronen, die 2019 dafür angewandt werden mussten, um ihn zu beschützen, für unsere Krankenhäuser ausgeben“, sagte Mohammad Chehade. Chehade, der mit seiner Familie im Varbergparken lebt, schaute sich das Treiben aus nächster Nähe an. Für ihn kam die Demo nicht gelegen, den der Varbergparken hat in den vergangenen Monaten mit großen Problemen nach massiven Zwischenfällen mit Bränden und Sachbeschädigungen zu kämpfen gehabt. In der Nacht zum Montag sind erneut mutwillige Sachbeschädigungen verübt worden.

„Ich habe mich zusammen mit einer Gruppe von Bewohnern am Montag mit Christian Skovfoged, Direktor der Wohnungsbaugenossenschaft HAB, getroffen. Wir Eltern wissen nicht, wer für die Zwischenfälle verantwortlich ist. Aber wir wollen dabei helfen eine Lösung zu finden“, so Chehade.

Kleine Gegendemo Foto: Karin Friedrichsen

Junge Frauen schritten zur Gegendemo

Ein älterer Bewohner, der seinen Namen nicht preisgeben wollte, verfolgte die Demo von der Seitenlinie. „Ich habe zusammen mit anderen Bewohnern ein wachsames Auge auf das Geschehen im Varbergparken“, so der Haderslebener. Einige junge Frauen stellten sich in einer kleinen Gegendemo mit ihren selbstgebastelten Schildern auf. Davon schien die Polizei aber keine Kenntnis zu nehmen.

Bianca Midtgaard mit ihren Töchtern Lena und Nanna (v.l.) Foto: Karin Friedrichsen

Haderslebenerin: „Das ist zum Lachen“

Bianca Midtgaard wohnt auch im Varbergparken. „Das ist zum Lachen, dass die Polizei dafür Geld ausgeben muss, um Paludan zu beschützen. Er sagt, dass die Ausländer nach Hause geschickt werden sollen, weil sie unser Geld beanspruchen. Paludan braucht auch unser Geld bei seinen Demonstrationen“, so die Haderslebenerin.

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Helge Möller
Helge Möller Journalist
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