Insektenvielfalt

Stelldichein der Bienenfreunde für mehr Diversität

Stelldichein der Bienenfreunde für mehr Diversität

Stelldichein der Bienenfreunde für mehr Diversität

Süderballig/Sønderballe
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Helene Hellesøe Appel, Claus Larsen und Carsten Leth Schmidt beim Ortstermin in Süderballig Foto: Ute Levisen

Ortstermin in Süderballig – bei eisigem Wind: Dort gaben sich am Mittwoch Repräsentanten der Einheitsliste und Landwirt Carsten Leth Schmidt ein Stelldichein für den guten Zweck: Für eine größere Insektenvielfalt krempeln sie die Ärmel hoch – auch wenn der Frühling noch fern scheint.

Persönlich verfügt Helene Hellesøe Appel lediglich über einen kleinen Hofgarten in der Haderslebener Altstadt. Das hindert die Politikerin der Einheitsliste indes nicht daran, über den eigenen Zaun hinauszublicken – für eine größere Insektenvielfalt in der Kommune Hadersleben.

Verhängnisvoller Hang zum Rasen

„Beim Spaziergang durch Wohnviertel habe ich mich immer wieder darüber gewundert, wie viel Wert richtig viele Leute auf einen gepflegten Rasen legen“, sagt sie.

Für die Insektenvielfalt ist dieser Hang zum großflächigen Rasen mit den obligatorischen Rasenrobotern fatal: Lebensraum und Nahrungsgrundlage zahlloser Insektenarten schwinden in alarmierendem Maße.

Helene Hellesøe Appel hat als engagierte Ehrenamtliche viele Eisen im Feuer. Der Kampf für eine größere Insektenvielfalt zählt dazu. Foto: Ute Levisen

„Ich weiß nicht viel darüber, aber ich arbeite mich in die Problematik ein“, erzählt Appel während eines Ortstermins in Süderballig (Sønderballe) bei Öko-Landwirt Carsten Leth Schmidt.

Theorie und Praxis im Selbstversuch

Theorie ist das eine – Praxis etwas ganz anderes. Um dieser Praxis willen hatte die 34-Jährige einen Aufruf in den sozialen Medien veröffentlicht: „Ich war auf der Suche nach Leuten, die bereit sind, mir ein kleines Stück Rasen zur Verfügung zu stellen“, erzählt sie.

Der fette lehmhaltige Boden eignet sich perfekt für den Anbau von Lupinen. Foto: Ute Levisen

Die auf vielerlei Gebieten ehrenamtlich engagierte Politikerin fand schließlich auch jemanden. Als sie das Gras entfernen wollte, um sich mit Wildblumensamen zu versuchen, war dies nicht erwünscht – und Helene Appel wieder dort, wo sie angefangen hatte: auf der Suche.

SP – Anruf genügt

„Warum rufst du nicht Carsten von der Schleswigschen Partei an?“, riet ihr die Leiterin der Kunsthalle, Marie Dufresne. Sie unterhält zu Carsten Leth Schmidt, seines Zeichens nicht nur Landwirt und Klimavorkämpfer, sondern auch Kulturpolitiker im Kommunalparlament von Hadersleben, engen Kontakt.

Carsten Leth Schmidt war sogleich Feuer und Flamme, als ihn Helene Appel in ihre Idee einweihte. Foto: Ute Levisen

Bei Leth Schmidt rannte sie offene Türen ein. Mehr noch: Der Landwirt erklärte sich sofort bereit, einen Teil seines Ackerlandes für den Anbau von Wildblumen zur Verfügung stellen zu wollen.

Am Mittwoch trafen sich die Politiker zu einem Ortstermin auf seinem Feld in der Tourismusregion Süderballig.

Erste Aussaat Ende April

„Wir rechnen damit, dass wir Ende April die Samenmischung ausbringen können – abhängig vom Wetter“, sagt Carsten Leth Schmidt. Auf 300 Metern sollen die Wildblumen auf einem drei Meter breiten Feldstreifen gedeihen – zur Freude von Insekten und natürlich der vielen Touristen, die im Sommer Süderballig und dessen Campingplatz besuchen.

Fachsimpeln am Acker: Welche Blumen sollen es sein? Foto: Ute Levisen

Dänische Samen sollen es sein

„Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, welche Blumen sich am besten eignen, aber es sollten heimische Sorten sein“, sagt Torben Jensen, den Appel ebenso wie Claus Larsen als fachlichen Beistand mitgebracht hatte.

Mittlerweile hat sich Torben Jensen in den Ruhestand zurückgezogen. Früher war er viele Jahre lang Leiter der grünen Gärtnerbrigade im Haderslebener Wohnviertel Varbergparken: „Der Gettogärtner“, wie er lachend sagt.

Der erste Ortstermin in Süderballig ist zu Ende. Den Politikern von Einheitsliste und SP bleiben nunmehr einige Monate, um herauszufinden, auf welche Blumen Bienen und andere Insekten am liebsten fliegen.

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