Konzertgottesdienst

„Stabat Mater“ – das Weihnachtsoratorium des Karfreitags

„Stabat Mater“ – das Weihnachtsoratorium des Karfreitags

„Stabat Mater“ – das Weihnachtsoratorium des Karfreitags

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Maugstrup/Magstrup
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Sopranistin Maria Johannsen, Organist Claus Ladekjær Wilson und Altistin Kirsten Voss Petersen (v. l.) freuen sich, das „Stabat Mater“ im Rahmen des Konzertgottesdienstes zum Besten geben zu dürfen. Am Karfreitag wird auch Cellistin Anna Johannsen mit von der Partie sein. Foto: Annika Zepke

Das Stabat Mater gilt als die Karfreitags-Hymne schlechthin. In Maugstrup wird Sopranistin und Kirchenorganistin Maria Johannsen mit einigen Musikerkollegen am Karfreitag das bekannte Werk im Rahmen eines Konzertgottesdienstes zum Besten geben.

Das Osterfest steht bevor und mit ihm ein wahrer Feiertagsmarathon: Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag. Wie es sich für kirchliche Feiertage gehört, werden diese Anlässe im gesamten Land mit vielen verschiedenen Gottesdiensten gefeiert.

Coronabedingt müssen die Gottesdienste jedoch anders ausfallen, als viele Pastoren und Kirchgänger es sich gewünscht hatten, denn ein gemeinsames Singen ist weiterhin untersagt, und auch die Länge der Gottesdienste darf 30 Minuten nicht überschreiten.

Konzertgottesdienst in Maugstrup

Damit der Karfreitags-Gottesdienst in Maugstrup dennoch gebührend gefeiert werden kann, haben sich Sopranistin Maria Johannsen und der Pastor der Maugstruper Kirche, Niels Bjørn Christensen, etwas Besonderes einfallen lassen: einen exklusiven Konzertgottesdienst.

Organist Claus Ladekjær Wilson hat das Stabat Mater bereits mehrfach aufgeführt. Foto: Annika Zepke

Zusammen mit der Altistin Kirsten Voss Petersen aus Aarhus, dem Organisten Claus Ladekjær Wilson aus Odense und ihrer Tochter, der Cellistin Anna Johannsen, wird Maria Johannsen am Karfreitag das Stabat Mater zum Besten geben.

Erzählung vom Leiden Marias

„Stabat Mater ist sozusagen das Weihnachtsoratorium des Karfreitags“, erklärt die Sopranistin aus der deutschen Minderheit, die seit Beginn der Corona-Pandemie auch als Organistin in der Maugstruper Kirchengemeinde angestellt ist.

Das Stabat Mater ist die ergreifende Darstellung des Leidens Marias, als sie schmerzerfüllt vor dem Kreuz Jesus‘ stand. Das Gedicht stammt aus dem Mittelalter und ist von verschiedenen klassischen Komponisten vertont worden.

Freud und Leid liegen auch musikalisch nah beieinander

In der Maugstruper Kirche werden Maria Johannsen und ihre Kollegin die Version des italienischen Barockkomponisten Giovanni Battista Pergolesi interpretieren. „Das ist ein tolles Werk, das vor Leben und Freude nur so sprudelt“, meint Organist Claus Ladekjær, der sich freut, das Stück nach langer Zeit wieder spielen zu dürfen.

Auch ohne viele Proben sind die erfahrenen Musiker schnell ein eingespieltes Team. Foto: Annika Zepke

Dennoch könne man den Schmerz Marias in dem Stück wunderbar nachvollziehen, findet Maria Johannsen: „Pergolesi ist selbst nur 26 Jahre alt geworden und hat das Werk kurz vor seinem Tod geschrieben. Er wusste, dass er sterben würde, und das merkt man dem Stück auch an.“

Erfahrene Musiker

Viel Zeit zum Proben brauchen die vier erfahrenen Musiker nicht. „Das dauert immer nur ein paar Stunden, sich einzufinden. Außerdem sind wir alle mit dem Werk vertraut“, erklärt Kirsten Voss Petersen, die am Musikkonservatorium in Aarhus studiert.

Gottesdienst im kleinen Rahmen

Die Altistin freut sich, den Konzertgottesdienst mitgestalten zu dürfen, auch wenn dieser coronabedingt in einem sehr kleinen Rahmen stattfinden muss. „Wir hatten gehofft, dass die Restriktionen zu Ostern so weit gelockert würden, dass wir mit mehr als 16 Besuchern Gottesdienst feiern können“, sagt Maria Johannsen.

Aufgrund der Corona-Restriktionen können nur 16 Leute dem Konzertgottesdienst am Karfreitag in der Maugstruper Kirche beiwohnen. Foto: Annika Zepke

Wie die Sopranistin und Kirchenorganistin erklärt, werde aus diesem Grund beim Konzertgottesdienst am Karfreitag, 2. April, ab 10.30 Uhr in der Maugstruper Kirche nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ verfahren.

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