Kommunalpolitik

SP: Windpark ja, aber mit Kompensation für die Anwohner

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Süderballig/Sønderballe
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Es gibt erneut Pläne für einen Windpark in der Domstadtkommune, diesmal initiiert von zwei Pensionskassen. Foto: Ute Levisen

In der Kommune Hadersleben gibt es erneut Pläne von Investoren für einen Windpark in Kastrup Thiset Enge – wo eine lokal verankerte Investitionsgesellschaft vor gar nicht allzu langer Zeit mit ihren Plänen scheiterte.

Zwei Pensionsgesellschaften haben Interesse bekundet, in der Region Kastrup-Thiset-Enge einen Windpark mit insgesamt 16 Windkrafträdern mit einer Höhe von bis zu 130 Metern aufzustellen. Just dort, wo Pläne einer lokal verankerten Investitionsgesellschaft vor gar nicht allzu langer Zeit mit ihren Plänen für einen Park mit 39 Anlagen scheiterten. Auf einer Sitzung zum Thema „Energiestrategische Planung“ befassten sich die Stadtratspolitiker in dieser Woche mit diesen neuen Plänen.

Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei begrüßt das Vorhaben – allerdings nur unter gewissen Voraussetzungen: Man solle sich in Hadersleben ein Beispiel am Windpark bei Seth und Vindtved nehmen: Dort würden die Lokalgemeinschaften mit stattlichen Beträgen entschädigt: „Somit profitieren auch Dorfgemeinschaften – und damit die Bürger von der Investition in Windkraft.“

Anhand eines Rechenbeispiels demonstriert Leth Schmidt, was eine derartige Bürgerbeteiligung im Fall der neuen Windpark-Pläne für die Domstadtkommune bedeuten könnte: zunächst eine einmalige Kompensation an lokale Bewohnervereine und eventuelle Entschädigungen in Höhe von bis zu zehn Millionen Kronen bei der Errichtung des Parks – und 450.000 Kronen an jährlicher Ausschüttung für die Bürgervereine der Umgebung in den ersten zehn Jahren, etwas weniger in den nachfolgenden.

Leth Schmidt: Mindestverzinsung beeindruckt möglicherweise auch kritische Stimmen

„Das sind Berechnungen, die auf der Lebensdauer eines solchen Parks basieren und nicht zuletzt auf der zu erwartenden Mindestverzinsung für ein derartiges Projekt“, so der SP-Politiker. Kurz: Eine Summe, die möglicherweise auch kritische Stimmen verstummen lasse. Er habe auf der Thema-Sitzung angeregt, so Leth Schmidt, im Falle eines Falles sicherzustellen, die Windpark-Gesellschaft in der Kommune anzusiedeln: „Dann fließt die Körperschaftssteuer in die Kasse der Domstadtkommune und somit – umgerechnet auf die Lebensdauer des Parks – insgesamt zehn Millionen Kronen. Mindestens.“

Nach den vorläufigen – noch nicht politisch behandelten – Plänen sollen mindestens 25 Prozent der Gesellschaftsanteile Bürgern der Region von Kastrup Thiset Enge vorbehalten sein. 20 Prozent sind vom Gesetzgeber als Minimum vorgeschrieben. „In Seth-Vindtved ist man noch einen Schritt weitergegangen“, so Leth Schmidt: „Dort hatte man den Bürgern Anteile in Höhe von 66 Prozent angeboten.“

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