Geschichte

Schul-Boom im Preußen-Amt

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Haderslev
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Die Hjerndruper Schule ist eine der 44 Dryander-Schulen, denen sich der Autor in seinem Buch widmet. Foto: Ute Levisen

Der Lokalhistoriker Helge C. Jacobsen widmet sich in seinem jüngsten Werk der bemerkenswerten Bautätigkeit eines preußischen Landrates.

Viele Schulen, errichtet in preußischem Baustil mit rotem Backstein, prägen den Landesteil und gehören längst zum Kulturerbe. Einige von ihnen sind in guter Verfassung – an anderen nagt der Zahn der Zeit.
Der passionierte Lokalhistoriker und Autor Helge C. Jacobsen aus Hadersleben widmet sich in seinem soeben erschienenen Werk „Dryanders Skoler – Skoler opført i Haderslev Amt mellem 1908 og 1916“ in Wort und Bild einem Großteil dieser Schulen, jenen Schulen, die seinerzeit Landrat Gotfried Ernst Hermann von Dryander während seiner kurzen Amtszeit im einstigen Haderslebener Amt errichten ließ.

Zwei Jahre hat Jacobsen an seinem Buch gearbeitet und Material über die Schulen gesammelt, die in der Zeit von 1908 bis 1916 entstanden sind. 44 Schulen an der Zahl waren es, erbaut in preußischer Handwerkstradition, von ausgesuchter Qualität und mit angewandter Pädagogik, die auf der Höhe der Zeit war, wie Jacobsen in seinem üppig bebilderten Buch feststellt.

Preußische Kultur sollte über die Schulen vermittelt werden

Denn der Weg zur Verbreitung preußischen Kultur- und Gedankenguts führte über gute Schulen: Zu dieser Erkenntnis gelangte der Landrat, nachdem damalige Verbote der dänischen Sprache und Traditionen wenig gefruchtet hatten.

Helge C. Jacobsen hofft nicht zuletzt, dass sein Buch neben der Vermittlung eines Teils nordschleswigscher Schulgeschichte als Kompendium dazu beitragen kann, einen Teil dieser geschichtsträchtigen Häuser für die Nachwelt zu bewahren.

Sein Buch hat Helge C. Jacobsen in Zusammenarbeit mit dem Historischen Archiv der Domstadtkommune, Sønderjysk Skolemuseum und dem Verein „By & Land Haderslev“ herausgegeben. Erhältlich ist das 116 Seiten umfassende Werk im örtlichen Buchhandel sowie in Museumsläden, und es kostet 100 Kronen.

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