Wahlen 2017

Professionalität statt Bauchgefühl

Professionalität statt Bauchgefühl

Professionalität statt Bauchgefühl

Süderballig/Sønderballe
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Carsten Leth Schmidt, Spitzenkandidat der SP, plädiert für eine breite politische Zusammenarbeit. Foto: Ute Levisen

SP-Spitzenkandidat Carsten Leth sieht Handlungsbedarf überall. Hadersleben als Jugendkommune und ein flexibler kommunaler Sektor – dafür sollte sich die Kommune starkmachen, meint Leth.

Carsten Leth Schmidt (48), Öko-Pflanzenbauer aus Süderballig, kandidiert als Spitzenkandidat der Schleswigschen Partei (SP) in Hadersleben und ist dieser Tage nur schwer zu fassen zu kriegen: Eine Wahlveranstaltung jagt die nächste. Leth-Schmidt scheint dies nichts auszumachen. Gut gelaunt stellt er sich den Fragen der Wähler. Abend für Abend: Dabei ist es nicht immer ganz einfach, alle seine politischen Steckenpferde im Vorfeld der Kommunalwahl ins Feld zu führen, denn es sind einige.

Hadersleben als Jugendkommune! – Dafür sollte sich die Kommune starkmachen, Projekte, die bereits gut laufen wie StreetDome, forciert fördern. Und grün sollte Hadersleben sein, will heißen, sich um ein grünes Profil bemühen und dieses auch umsetzen und um nachhaltige Lösungen bestrebt sein. Ohne Wenn und Aber, so der Öko-Landwirt, der unter anderem auf die Arbeit der Gemeinschaft „Fra Bæk til Belt“ verweist, in der er aktiv ist und die vorerst dazu geführt hat, die geplante Zentralabwasserleitung für den Kleinen Belt auf Eis zu legen: „Die Pläne sind nicht gut genug – da muss man noch mal ran!“, betont er.

Politischen Handlungsbedarf

Politischen Handlungsbedarf sehe er eigentlich überall in der Kommune: „Doch bevor man beispielsweise Videokameras installiert, sollte man sich mit Fachleuten, hier mit der Polizei, zusammensetzen, und zwar alle Entscheidungsträger an einem Tisch, um über Lösungen mit Perspektive zu diskutieren. „Was funktioniert – was ist herausgeworfenes Geld? Darüber muss man doch erst mal reden! Am besten mit Leuten, die sich auskennen. Mehr Professionalität, weniger Bauchgefühl.“

Als Vorbild für den öffentlichen Sektor nennt Leth Schmidt die Arbeit des Sozialdienstes: „Drei Viertel der Arbeit dort sind Service am Bürger – ein Viertel Papierarbeit. Im öffentlichen Sektor ist es umgekehrt!“ Der Sozialdienst habe zwar keine „Visitationsfunktion“, sei aber ein gutes Beispiel für vernünftige Priorisierung: „Wir müssen aufpassen, dass unser öffentlicher Sektor nicht zusandet. Mehr Vertrauen in die Mitarbeiter – weniger Kontrolle.“

Carsten Leth Schmidt ist verheiratet, Vater dreier Kinder und nicht nur im Vorfeld der Kommunalwahl ein viel beschäftigter Mann, da in zahlreichen Ehrenämtern und Funktionen in deutschen, aber auch dänischen Vereinen aktiv. Als solcher blickt Schmidt, der zudem Vorsitzender der SP ist, auch über den kommunalen Tellerrand: „Wir – die vier nordschleswigschen Kommunen – müssen untereinander enger und besser zusammenarbeiten“, sagt er: „Auch in dieser Hinsicht gibt es noch viel zu tun ...“

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Region war gestern“