Wirtschaft

Nachhaltigkeit ist in: Sägewerk im Aufwind

Nachhaltigkeit ist in: Sägewerk im Aufwind

Nachhaltigkeit ist in: Sägewerk im Aufwind

Gramm/Thiset
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Direktor Per Bech Sørensen: „Wir sind bereit für die nächste Wachstumsphase.“ Foto: Ute Levisen

Binnen der vergangenen Dekaden ist das Sägewerk „Tiset Savværk“ in Thiset bei Gramm um das Vierfache gewachsen. Jetzt stellt die Firmenleitung die Weichen, um einer explodierenden Nachfrage gerecht werden zu können. Dabei setzt der Werkdirektor vor allem auf eins: Nachhaltigkeit.

Weit draußen in Nordschleswig, in Tiset (Thiset) bei Gramm (Gram), liegt das Sägewerk „Tiset Savværk“. Und das ist gut so: „Wir haben jede Menge Platz, um unsere Firma erweitern zu können, ohne damit Anwohner zu stören“, sagt Direktor Per Bech Sørensen: „Wir sind also bereit für die nächste Wachstumsphase.“

Das Werk ist in der Tat auf Wachstumskurs: In den vergangenen beiden Monaten hat der Unternehmer fünf neue Mitarbeiter eingestellt, um Schritt halten zu können. 21 Angestellte beschäftigt er inzwischen.

In der Verkaufabteilung halten Michael Brandt und sein Kollege Bent Johnsted-Møller die Stellung. In einem Monat soll der neue Internetauftritt des Sägewerks fertig sein. Foto: Ute Levisen

Holz-Boom

In den vergangenen Jahren hat sich Sørensen über eine zunehmende Nachfrage nach Produkten aus seinem Sägewerk freuen können – nicht zuletzt beflügelt durch die Corona-Pandemie. Im Shutdown rückten Bau- und Gartenprojekte in den Mittelpunkt der Verbraucher. Auch wenn dies noch eine Weile so bleiben wird, wie der Werkleiter prognostiziert, so werde die Nachfrage sicherlich nicht so enorm sein wie in den vergangenen Monaten.

Das hochwertige Akazienholz findet unter anderem beim Bau von Spielplätzen Anwendung, wie der Werkinhaber sagt. Foto: Ute Levisen

Bech Sørensen setzt vor allem auf ein Standbein: nachhaltig produziertes Holz. Darin sieht er das größte Wachstumspotenzial. Dass immer mehr Kommunen, aber auch private Bauherren bei ihren Bauinvestitionen auf den Aspekt der Nachhaltigkeit setzen, bekommt auch der Werkleiter zu spüren – auf die positive Art.

Inzwischen ist das Sägewerk Dänemarks größter Produzent von Rundhölzern. Foto: Ute Levisen

Auswahl der Lieferanten

Binnen der vergangenen zehn Jahre hat der Betrieb in Thiset seine Größe vervierfacht. Seit einigen Jahren bereits setzt „Tiset Savværk“ auf nachhaltig produzierte Holzsorten: Nach Angaben des Werkdirektors sind inzwischen 80 Prozent der Produktpalette mit einem entsprechenden Zertifikat versehen.

Kalmar-Bretter gehören ebenfalls zur Produktpalette des Sägewerks. Foto: Ute Levisen

Auch bei der Auswahl seiner Lieferanten lege er Wert auf Nachhaltigkeit – dass nach dem Fällen entsprechend nachgepflanzt wird, beispielsweise: „Sonst würden wir ja an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen.“

Mit der Herstellung von Fahnenmasten nahm das Wirtschaftsabenteuer von Thiset vor fast 45 Jahren seinen Anfang. Foto: Ute Levisen

Größter Rundholz-Produzent Dänemarks

Seit fast 45 Jahren operiert das Unternehmen im Herzen von Nordschleswig auf dem Markt. Was mit der Herstellung von Fahnenmasten begann, hat sich groß gewachsen: Heute ist „Tiset Savværk“ der größte Hersteller von Rundhölzern in Dänemark. Daneben erfreuen sich Balken und Bretter für Schutzhütten und Grillplätze zunehmender Nachfrage.

Heute arbeiten 21 Fachkräfte in dem Sägewerk, das der Direktor mit seiner Frau Betina bewirtschaftet. Foto: Ute Levisen

Blühender Online-Handel

Da in diesen Zeiten der Online-Handel in allen Branchen gedeiht, wappnet sich der Unternehmer in dieser Hinsicht ebenfalls für die Zukunft. Ein neues, zeitgemäßes Logo sowie ein neuer Internetauftritt mit einer durchdigitalisierten Auftragsbearbeitung für die professionelle Klientel sind die nächsten Schritte, das Unternehmen fit für eine zunehmend digitale Zukunft zu machen. Beides wird in gut vier Wochen lanciert. Konkret bedeutet Letzteres, dass alle Produktionsstätten innerhalb des Werkes mit Tablets versehen werden und alle Daten laufend synchronisiert werden.

„Wir haben uns zu einem Sägewerk mit allem Drum und Dran gewandelt“, sagt Bech Sørensen: „Ein richtungweisender Wechsel war daher dringend notwendig.“

Der Werkleiter vor dem Ursprung seines Unternehmens. Im Laufe der Jahre ist das einstige Sägewerk um viele Anbauten erweitert worden. Foto: Ute Levisen
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