Garnisonsmuseum

Moosmann: „Alles bereit für die Königin“

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Helge Moosmann in der Sonderburg Stube. Das „neue“ Museum wird am 19. Februar bei einer geschlossenem Empfang eröffnet. Foto: Karin Friedrichsen

Helge Moosmann und seine Mannen haben das Garnisonsmuseum neu ausgerichtet. Ehrenamtliche halten alles für die Nachwelt fest.

Königin Margrethe II. ist bekanntermaßen am Freitag, 8. Februar, in Hadersleben, um royalen Glanz über die Wiedereinweihung des Schleswigschen Infanterieregiments (Slesvigske Fodregiment, SLFR) zu werfen.

Hauptmann a. D. sorgte vor

Der Hauptmann a. D. und Leiter des Garnisonsmuseums Helge Moosmann freut sich darüber, dass die Königin in die Domstadt kommt. Der 86-Jährige gehört dem Kreis der Ehrengäste an. Im Programm wurde der Besuch der Königin im Museum nicht berücksichtigt. „Die Königin hat ein dicht gepacktes Programm. Nach einem Besuch in Varde trifft sie gegen 13 Uhr bei uns ein“, berichtet der Haderslebener. Obwohl ihm von offizieller Seite keine Angaben darüber vorliegen, dass die Königin spontan einen Abstecher in den Museumskeller machen könnte, sorgte der alte Hauptmann vor. „Alles bereit für die Königin“, sagt Moosmann mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Teilansicht der Schleswig Stube, die nun neben dem Gottorpsaal angesiedelt ist. Foto: Karin Friedrichsen

Schleswig Stube kehrt an ihren ursprünglichen Standort zurück

Das Comeback des Schleswigschen Infanterieregiments sorgte auch für Mehrarbeit bei Moosmann und seinen Mannen. Das Museum wurde neu strukturiert. Die Schleswig Stube kehrte an ihren ursprünglichen Standort neben dem Gottorpsaal zurück. Dadurch wurde im Museum Platz geschaffen für eine Sonderburg Stube, eine Herzog Stube, eine Kronborg-Stube und natürliche eine Hadersleben Stube.

Die Schleswig Stube musste nach der Schließung des Regiments im Jahr 2000 in das Museum verlegt werden. Foto: Karin Friedrichsen

Blick in die Geschichte

Das Schleswigsche Infanterieregiment wurde, so Moosmann, am 1. Oktober 1778 in Schleswig aus der Taufe gehoben. Nach 1864 wurde das Regiment nach Kronborg verlegt, und 1923 kehrte es nach Nordschleswig zurück, wo es, gemeinsam mit dem Musikkorps, in Sonderburg angesiedelt wurde. Zunächst wurde ein Bataillon nach Hadersleben verlegt. Von 1934 bis zur Auflösung im Jahre 2000 war das Infanterieregiment nebst Musikkapelle in Hadersleben stationiert, umreißt Moosmann die Geschichte.

Kommission macht Bestandaufnahme

Er bezeichnet es als „unglaublich schön, dass er das Comeback von „SLFR“ miterleben kann. Als Moosmann sich aus dem Dienst von „SLFR“ verabschiedete, begann er mit der Aufbereitung der Geschichte und der Einrichtung des Museums. Anfang 2018 stellte der damalige Oberst Peer Sander Rouff eine Kommission zusammen, die eine Bestandsaufnahme über die Museumsgegenstände durchführt. „Wir werden alles registrieren. Die Fotodokumentation ist abgeschlossen und umfasst mehr als 3.000 Gegenstände“, berichtet der Offizier a. D. Holger Baden Sørensen. Er ist Vorsitzender der Kommission, dessen Mitglieder alle ehemalige Militärbedienstete sind. Die fünf Mitglieder und einige Helfer treffen sich wöchentlich. Die Arbeit wurde im Februar 2018 in Angriff genommen, und Baden Sørensen rechnet damit, dass Ende des Jahres ein Schlussstrich gezogen werden kann.
„Die Historik ist im Kopf von Moosmann gespeichert. Wir machen das Projekt, um das Wissen über die Geschichte zu bewahren“, so Baden Sørensen. Die Ehrenamtlichen erarbeiteten zu jedem Foto eine ausführliche Beschreibung des fotografierten Gegenstandes. „Wir sind sehr froh, dass das Regiment neu belebt wird. Die Arbeit, die Moosmann geleistet hat, ist Gold wert. Wir hätten riskiert, dass geschichtliche Gegenstände verloren gegangen wären, wenn er sie nicht zusammengetragen hätte“, sagt Baden Sørensen.
Parallel zur Arbeit der Kommission machte „Haderslev Kasernes Venner“ eine Dokumentation über Moosmanns Wirken. Das Video wird am Donnerstag, 7. Februar, bei einem Empfang für geladene Gäste im Rathaus vorgestellt.

Kurt Helgesen, Finn Søgaard, Alfred Johansen und Holger Baden Sørensen (v.l.) gehören der Kommission an. Foto: Karin Friedrichsen
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