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Der Minister hatte ein „offenes Ohr“

Der Minister hatte ein „offenes Ohr“

Der Minister hatte ein „offenes Ohr“

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Skrydstrup
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Claus Hjort Frederiksen
Minister Claus Hjort Frederiksen (roter Pullover) am Kaffeetisch mit Bürgern. Foto: Karin Riggelsen

Thema Fluglärm: Bürgertreff mit Verteidigungsminister Claus Hjort Frederiksen am Freitagnachmittag in Skrydstrup.

Nachbarn der Fighter Wing Skrydstrup sind am Freitagnachmittag zu einem geschlossenen Treffen mit Verteidigungsminister Claus Hjort Frederiksen (Venstre) gewesen.

Mitinitiatoren der Versammlung waren die Woyenser Venstre-Politiker Folketingsmitglied Hans Christian Schmidt und Stadtratspolitiker Preben Holmberg. Wie berichtet, nahmen Mitglieder des neu gegründeten Vereins „Foreningen Flyvestations Skrydstrups naboer“ (FSNSKPnaboer) Kontakt zu den Lokalpolitikern auf, wonach der Austausch im „Skrydstrup Forsamlings-gården“ umgesetzt wurde.

Der Vereinsvorsitzende von „FSNSKPnaboer“, Per Brommann, und seine Stellvertreterin Agnes Rosenlund gehörten dem Kreis von rund 20 geladenen Teilnehmern an. Intention mit der Veranstaltung war es, Bürgern, die sich im Vorfeld der Implementierung der F-35 in die dänische Kampfjetflotte um ihre Zukunft sorgen, Gelegenheit zu geben , mit dem Minister über ihre Frustrationen zu reden. Bei dem „Chef vom Ganzen“ konnten die Teilnehmer ihr Herz ausschütten, soweit es die abgesetzten 90 Minuten zuließen. „Wir hätten alle eine Stunde reden können“, brachte Agnes Rosenlund es auf den Punkt.

Hauptanliegen der Bürger war vor allem die Problematik rund um den Lärmschutz. In unserer Zeitung erläuterte Agnes Rosenlund am Freitag, dass sie bei Akteneinsichten herausgefunden habe, dass die jetzige F-16 Flotte u. a. jahrelang die Lärmschutzbestimmungen überschritten haben soll, ohne dass die Bevölkerung darüber informiert worden war. Am Freitagvormittag ging Agnes Rosenlund mit einer weiteren Meldung an die Öffentlichkeit: Bei ihren Recherchen habe sie herausgefunden, dass 40 Häuser östlich der Landebahnen und ein Haus westlich der Landebahnen in einem Gebiet liegen, wo die Werte für Lärmschutz offenbar nicht eingehalten werden.

Das damalige Amt Nordschleswig habe, so Rosenlund, 1999 die Genehmigung erteilt, ohne dass die Betroffenen davon wussten. Die Kommune Hadersleben ist seit der Kommunalreform 2006 aufsichtsführende Behörde. Bei Einführung eines neuen Investitionsgesetzes, das wahrscheinlich ab 2019 zum Tragen kommt, übernimmt das Folketing die Aufsicht. Zu den beiden von Rosenlund angeführten Punkten äußerte sich der Verteidigungsminister nicht konkret: „Ich kann nicht das auf mich nehmen, was in der Vergangenheit passiert ist“, so der Minister.

Er wollte stattdessen nach vorne schauen und versuchen, schnellstmöglich konkrete Pläne auf den Tisch zu legen. Obwohl die neuen F-35 Kampfjets erst 2022 nach Skrydstrup kommen sollen, versprach der Minister, dass die Bürger so schnell wie möglich in einen offenen Prozess miteinbezogen werden, so weit es die sicherheitstechnischen Richtlinien zulassen und sobald Ergebnisse der laufenden Lärmmessungen vorliegen.

Der Minister beraumte auch ein offenes Bürgertreffen für den 1. März an. Es werde versucht, einen F-35-Jäger aus Norwegen oder den Niederlanden auf die Fighter Wing zu holen. Dann könnten sich die Bürger einen Eindruck darüber verschaffen, auf welchem Lärmniveau sich der neue Kampfjet bewegt. Ich verstehe die Frustration der Leute. Sie möchten Klarheit darüber, was auf sie zukommt“, so Hjort Frederiksen.

„Wir müssen nach vorne schauen. Die F-35 kommen, ob wir es wollen oder nicht“, sagte Per Brommann. Stadtratsmitglied Bent Kloster (Venstre) war auch von Niederjersdal nach Skrydstrup gekommen. „Ich wohne auf dem Hof, wo ich auch geboren bin, und ich bin mit den Flugzeugen aufgewachsen“, so Kloster. Agnes Rosenlund: „Ich freue mich darüber, dass der Minister ein offenes Ohr hatte für unsere Sorgen, denn es gibt Bürger, die in die finanzielle Klemme geraten können, wenn ihr Besitz aufgrund der Jets an Wert verlieren sollte.“ Bürgermeister H. P. Geil (Venstre) nahm nicht an der Sitzung teil: „Ich freue mich darüber, dass der Minister sich persönlich einbringt“, so der Bürgermeister.

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