Theatererlebnis

Künstlerisches Experiment im Dom

Künstlerisches Experiment im Dom

Künstlerisches Experiment im Dom

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
„Re-Formation“ im Dom zu Hadersleben. Foto: Ute Levisen

Ein Stein vom Herzen, eine Gemeinschaftsproduktion des Møllen-Theaters und des Künsterkollektivs Vontrapp, bot ein ungewöhnliches Erlebnis.

Der Dom zu Hadersleben bildete in der vergangenen Woche die Kulisse für ein eher ungewöhnliches künstlerisches Experiment: Gemeinsam mit dem Künstlerkollektiv Vontrapp aus Kopenhagen präsentierte das Møllen-Ensemble im Jahr des großen Reformationsjubiläums die Gemeinschaftsproduktion „Re-Formation – En sten fra hjertet“.

Kirche trifft auf Alltag

Das Publikum war zahlreich erschienen – und wurde mit Steinen empfangen. Einen gab es für jeden Besucher. Ein Stein als Allegorie für all das, was uns Menschen im Alltag beschwert. Und was uns belastet, das trugen die beiden Møllen-Darsteller Connie Tronbjerg und Thomas Jacob Clausen Rønne mit einer Verve vor, die atemlos macht: Da kommt schon einiges zusammen!

Es sei kein Theaterstück, sondern ein Theatererlebnis, betonten die Schöpfer der Re-Formation, in welchem Theater und Kirche – Säkuläres und Sakrales sozusagen – aufeinander treffen. Schuld, Frust, Scham, all dies konnten die Besucher „ihrem“ Stein anvertrauen. Unter dem hohen Gewölbe des Doms traf sich zum Ausklang der Re-Formation weltliches, kirchliches und alltägliches im Mittelgang, dort konnten sich die Zuschauer der Last, sprich, ihrer Steine, entledigen, begleitet von dem fantastischen Gesang der Sopranistin Katinka Fogh Vindelev und des Nachwuchschores der Domgemeinde.

„Es war einmal ein völlig anderes Erleben des Raums“, sagte Christa Hansen, Pastorin des deutschen Teils der Domgemeinde, nach dem Ereignis.
Heute ist das Theater-Event im Dom zu Roskilde zu sehen, morgen in der Trinitatis Kirche in Kopenhagen. Die Vorstellung in Hadersleben war übrigens recht schnell ausverkauft.

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