Integrationseinsatz

Kickend durch die Sommerferien

Kickend durch die Sommerferien

Kickend durch die Sommerferien

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
40 Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Wohnvierteln der Domstadt kicken in dieser Woche im Rahmen der Fußballschule „Get2“ am Kløvermarken. Foto: Annika Zepke

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Die Fußball-Europameisterschaft ist zwar vorbei, das Thema Fußball ist in Hadersleben – insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen – aber noch lange nicht vom Tisch. Denn in dieser Woche sind 40 Mädchen und Jungen aus Hadersleben im Rahmen der Fußballschule „Get2“ selbst voller Eifer am Ball.

Bereits das siebte Jahr in Folge heißt die Fußballschule „Get2“ des dänischen Fußballverbandes DBU Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Wohngebieten der Domstadt auf dem Sportplatz am Kløvermarken willkommen. Unter der Anleitung fachkundiger Trainer und freiwilliger Helfer können die Kinder und Jugendlichen dort in dieser Woche neue Fußball-Tipps und -Tricks erlernen und einen Einblick in das Vereinsleben bekommen.

Spaßfaktor im Vordergrund

„Bei uns steht der Spaß im Vordergrund“, erklärt Teddy Pedersen vom Haderslebener Fußballklub HFK, der seit 2015 zusammen mit anderen Ehrenamtlichen hinter der Organisation der „Get2“-Fußballschule in Hadersleben steht. „Natürlich sollen die Kinder auch etwas lernen, aber vor allem sollen sie eine tolle Zeit haben“, so Pedersen.

Die Teilnahme an der Fußballschule „Get2“ soll Kinder und Jugendliche an das dänische Vereinsleben heranführen, sagt Teddy Pedersen (r.) vom Haderslebener Fußballverein HFK. Foto: Annika Zepke

Gleichzeitig möchte der dänische Fußballverband in Zusammenarbeit mit „Danmarks Idrætsforbund Get2Sport“ sowie den lokalen Vereinen HFK, Team Haderslev KFUM Fodbold und Hjemegn 6100 die Kinder sozial benachteiligter Familien an das örtliche Vereinsleben heranführen.

Interesse wecken

„Wir hoffen, dass wir das Interesse der Kinder wecken und sie sich auch außerhalb der Ferien einem Fußballverein anschließen“, erklärt Teddy Pedersen. In den Ferien eine Fußballschule zu besuchen ist in der Regel nicht günstig. Bei der „Get2“-Fußballschule kostet die Teilnahme hingegen nur 200 Kronen.

Die Kinder und Jugendlichen werden im Training nach Altersgruppen aufgeteilt. Foto: Annika Zepke

„Die Fußballschule richtet sich an sozial benachteiligte Familien, deshalb kostet die Teilnahme nicht viel. Aber sie ist auch nicht kostenlos, weil wir die Familien gerne daran gewöhnen möchten, dass es Geld kostet, am dänischen Vereinslebens teilzunehmen“, so Pedersen.

Auch das Konzept einer aktiven Mitgliedschaft soll den Familien in der Fußballschule „Get2“ vermittelt werden. „Deshalb helfen einige Eltern auch beim Zubereiten der Mahlzeiten“, so Pedersen.

Gemeinsames Kicken verbindet

Doch nicht alle Kinder und Eltern kommen bei der jährlichen Fußballschule zum ersten Mal mit der dänischen Vereinskultur in Berührung. Einige Jungen und Mädchen sind bereits Mitglied in einem Fußballverein oder haben in den Vorjahren schon an der „Get2“-Fußballschule teilgenommen.

Azar Ebrat hat einen klaren Berufswunsch: Er möchte Profi-Fußballer werden. Foto: Annika Zepke

Der 13-jährige Azar Ebrat beispielsweise spielt seit seinem fünften Lebensjahr Fußball und kickt in seiner Freizeit beim HFK. Warum er immer wieder an der Ferienfußballschule teilnimmt, verrät Azar im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“: „Wir haben viel Spaß, und es gefällt mir, dass man hier neue Leute kennenlernt und neue Freunde findet.“

Vom Teilnehmer zum Trainer

Ähnlich geht es auch Sraj Berkay. Der 17-Jährige beteiligt sich seit vielen Jahren an der Fußballschule in Hadersleben. Anfangs nur als Teilnehmer, seit dem vergangenen Jahr hilft er als Trainerassistent mit. „Ich habe hier Jahr für Jahr gute Erfahrungen gemacht. Das möchte ich jetzt auch an andere weitergeben“, sagt der Nachwuchstrainer, dem vor allem der Zusammenhalt zwischen den Teilnehmenden in positiver Erinnerung geblieben ist.

Sraj Berkay (mitte) wird im kommenden Jahr erstmals als Trainer die Fußballschule unterstützen. Anne Rosenquist von „Hjemegn6100“ und Kulturausschussvorsitzender Kjeld Thrane freuen sich über das Engagement des 17-Jährigen. Foto: Annika Zepke

Längst nicht alle Kinder und Jugendlichen sind „alte Hasen“ auf dem Platz. Maha Alothman ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. „Ich wollte gerne etwas Neues ausprobieren, und ich mag Fußball“, erklärt die 17-Jährige ihre Beweggründe für die Teilnahme an der Fußballschule. Sie kann sich laut eigener Aussage gut vorstellen, künftig auch in einem Verein zu kicken.

Vorfreude aufs nächste Training

Dass die Mädchen und Jungen Spaß an der Sache haben, daran besteht für Anne Rosenquist von der ganzheitlichen Wohnungs- und Sozialstrategie „Hjemegn6100“ kein Zweifel: „Als ich heute Morgen um 8 Uhr auf das Gelände kam, um alles vorzubereiten, waren einige Kinder schon vor Ort, obwohl die Fußballschule erst um 9 Uhr beginnt, einfach weil sie kaum erwarten konnten, dass es losgeht.“

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