Schleswigsche Partei

Interkulturelles Kulturhaus am Wittenbergplatz

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Haderslev
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Hans-Iver Kley, Uwe Jessen, Børge Koch (Rad.), Olav Hansen, Kjeld Thrane (Kons.), Benny Bonde (LA), Jon Krongaard (DF), Carsten Leth, Allan Emiliussen und H. P. Geil (beide Venstre (v.l.n.r.) bei der Unterzeichnung der Zusatzvereinbarung zum politischen Mehrheitsprogramm Foto: BDN

Die Schleswigsche Partei in Hadersleben ist ab sofort Teil der bürgerlichen, nunmehr 18-köpfigen Mehrheitsgruppe. Darauf verständigten sich Repräsentanten von „Fællesgruppen“ in Gesprächen mit der Schleswigschen Partei und deren Stadtratsabgeordneten Carsten Leth Schmidt.

Seit Montag ist es offiziell: Die Schleswigsche Partei in Hadersleben ist nunmehr Teil der bürgerlichen Mehrheitsgruppe (Fællesgruppe) im Stadtrat.
Im Gegenzug sind die Wünsche der Partei, die SP-Politiker Carsten Leth Schmidt am Verhandlungstisch unterbreitet hatte, erfüllt worden.

Das Foyer des Kulturhauses Bispen. Ein Eingang, zwei Büchereien: An einer entsprechenden Lösung soll gearbeitet werden. Foto: Ute Levisen

Dänisch-deutsches Kulturhaus

Das Kulturhaus Bispen am Wittenbergplatz, das u. a. die dänische Bibliothek beherbergt, wird zu einem interkulturellen Kulturhaus – mit einem gemeinsamen dänisch-deutschen Eingang!

Inspiriert vom Sonderburger Modell, soll die Deutsche Bücherei Hadersleben ins Bispen ziehen, ausgehend von der Devise: Ein Eingang – zwei Bibliotheken!

Das stadthistorische Archiv wird in die Südstadt ausgelagert; die deutsche Bücherei erhält einen Sitz in „Bispens Brugerråd“. So steht es im neuen Zusatz des politischen Programms der Mehrheitsgruppe „Hadersleben – Kommune der Möglichkeiten“ geschrieben.

„Eine fantastische Chance“

„Es ist fantastisch, dass wir die Chance bekommen, in Hadersleben einerseits kulturell etwas zu bewegen und andererseits die Mehrheitsgruppe zu stärken“, sagt Leth Schmidt.

Büchereileiterin Monika Knutzen findet die Idee einer solchen Synergie interessant: „In Sonderburg läuft es damit ja fantastisch.“

Es ist fantastisch, dass wir die Chance bekommen, in Hadersleben einerseits kulturell etwas zu bewegen und andererseits die Mehrheitsgruppe zu stärken.

Carsten Leth Schmidt, Stadtratspolitiker der SP in Hadersleben

Deutschsprachige Kontaktpersonen

Vorgesehen ist auch, dass der kommunale Bürgerservice einen deutschsprachigen Mitarbeiter als Kontaktperson für Zuzügler ernennt. Darüber hinaus formuliert die Kommune eine Strategie für Senioren, die mit zunehmendem Alter in ihre Muttersprache zurückfallen, sodass sich im Bedarfsfall deutschsprachige Mitarbeiter ihrer Anliegen annehmen.

Buskarte für Senioren

Auch werden Senioren im Rahmen einer neuen Nahverkehrsregelung für einen Jahresbeitrag von maximal 500 Kronen die Busse in den Grenzen der Kommune unbegrenzt und kostenlos nutzen können. Diese Neuregelung wird ca. 300.000 Kronen jährlich kosten.

Auf gemeinsamer Kultur und Geschichte aufbauen – so lautet ein Programmpunkt. Was zweisprachige Ortsschilder angeht, so habe die Mehrheitsgruppe dazu noch keine Stellung bezogen, sagt Kjeld Thrane (Kons.), Kulturausschussvorsitzender. Foto: Ute Levisen

Zweisprachige Ortsschilder – noch keine Stellungnahme

Mit Blick auf die Anerkennung des deutsch-dänischen Grenzlandes als immaterielles Kulturerbe der UNESCO möchte sich auch die politische Mehrheit der Domstadtkommune für kulturelle Vielfalt im Grenzland einsetzen.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten für das Jahr 2020 seien das Fundament, um auf der gemeinsamen Kultur und Geschichte von deutscher Minderheit und dänischer Mehrheit aufzubauen, wie es in dem Zusatz des Programms heißt, das Fraktionschef Allan Emiliussen (Venstre) im Auftrag der Parteien am Montag veröffentlicht hatte. Zur gemeinsamen Geschichte gehören nach Auffassung der Minderheitenorganisationen zweisprachige Ortsschilder:
„Zu dieser Frage“, sagt der Kulturausschussvorsitzende Kjeld Thrane (Kons.), „haben wir bislang keine Stellung bezogen.“

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