Abschlussfeier

„Heute beginnt der Rest eures Lebens“

„Heute beginnt der Rest eures Lebens“

„Heute beginnt der Rest eures Lebens“

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Posierten für ein letztes Klassenfoto (v. l.): Leonnard Gashi, Anastasia Grachner, Antonia Sayako Noda Fuglsang, Kevin Seier, Erik Clausen, Andreas Reuss Christensen und Klassenlehrer Kim Hoffmann Bjerringgaard Foto: Karin Riggelsen

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Es war ihr großer Tag: Am Dienstagabend konnten die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler der Deutschen Schule Hadersleben gemeinsam mit Familie, Freunden und Lehrenden in einer sehr persönlichen Zeremonie ihren Abschluss feiern.

„Heute ist euer Tag“, sagte Schulleiterin Heike Henn-Winkels mit ein wenig Stolz in der Stimme zu den Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse, die am Dienstagabend in der Deutschen Schule Hadersleben (DSH) ihren Abschluss feierten. Aus diesem Grund hatte die Schulleiterin auch den roten Teppich für ihre ehemaligen Schützlinge ausgerollt, der sich nicht nur vom Eingang bis in die Turnhalle zog, wo die Abschlussfeier stattfand, sondern auch wie ein roter Faden durch Henn-Winkels Rede.

Stolze Schulleiterin

„Normalerweise wird ein roter Teppich für VIPs ausgerollt“, erklärte die Schulleiterin, „aber an der Deutschen Schule Hadersleben rollen wir auch für unsere Abschlussschülerinnen und -schüler den roten Teppich aus. Denn ihr seid etwas Besonderes und habt es schlicht und einfach verdient, heute über diesen Teppich zu schreiten.“

Schulleiterin Heike Henn-Winkels begrüßte die sechs Absolventinnen und Absolventen zu ihrer Abschlussfeier. Foto: Karin Riggelsen

Trotz Lockdown und coronabedingter Restriktionen hätten alle Neuntklässlerinnen und Neuntklässler das letzte Schuljahr mit Bravour gemeistert und seien über sich hinausgewachsen, was sich auch auf dem Abschlusszeugnis widerspiegele, meinte Henn-Winkels: „Eure Noten können sich sehen lassen.“

Anfangs- statt Abschlussfeier

Klassenlehrer Kim Hoffmann Bjerringgaard ergriff bei der Abschlussfeier seiner 9. Klasse ebenfalls das Wort, obwohl die Bezeichnung Abschlussfeier irreführend sei, wie er erklärte: „Der Begriff Anfangsfeier ist vielleicht besser geeignet. Denn heute beginnt der Rest eures Lebens.“

„Man war nie sicher, was einen in dieser Klasse erwartet“, sagte Klassenlehrer Kim Hoffmann Bjerringgaard in seiner Rede, „aber eines war sicher: Man war immer gut unterhalten.“ Foto: Karin Riggelsen

Dafür seien seine ehemaligen Schützlinge bestens gewappnet, ist Hoffmann Bjerringgaard sich sicher. Die Klasse habe viel durchmachen und sich einigen Herausforderungen stellen müssen, so der Klassenlehrer weiter: „Umso mehr könnt ihr stolz sein auf eure individuellen Resultate, aber auch auf eure Resultate als Klasse.“ Er hoffe daher, dass eine der Lehren ist, die seine Schülerinnen und Schüler aus der Deutschen Schule Hadersleben mitnehmen werden, dass man gemeinsam viel erreichen kann.

Auch wenn der Weg vielleicht nicht so verlaufen sei wie geplant, sei es ein schöner, vielleicht sogar ein besserer Weg gewesen. „Und lasst es euch gesagt sein“, so Hoffmann Bjerringgaard, „viele Wege führen zum Ziel, sowohl der gerade als auch der Umweg. Aber die Umwege sind meist die schöneren.“

Die 4. Klasse sorgte für das musikalische Rahmenprogramm. Foto: Karin Riggelsen

Ehrliche Worte

Der frisch gebackene Absolvent Leonnard Gashi hatte anders als Schulleiterin Heike Henn-Winkels und Klassenlehrer Kim Hoffmann Bjerringgaard keine Metaphern vorbereitet, wie er zu Beginn seiner Rede einräumte. Stattdessen sprach er ehrlich und frei von der Seele: „Ich muss sagen, dass ich nicht erwartet habe, dass ich so viel lernen würde.“ Er sei in den vergangenen drei Jahren sehr glücklich gewesen mit den Lehrern, sagte Leonnard vor allem an seinen Klassenlehrer gewandt.

Auch die anderen Neuntklässlerinnen und Neuntklässler bedankten sich bei ihren nunmehr ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern für die tolle Zeit und hatten zum Dank sogar kleine Geschenke im Gepäck. Zum Abschied drehten sie den Spieß allerdings noch einmal um und stellten das Kollegium der DSH mit einem Online-Quiz auf die Probe, das Kim Hoffmann Bjerringgaard souverän gewann. „Ich kenne meine Klasse eben“, sagte der stolze Sieger.

Gute Stimmung bei der Abschlussfeier Foto: Karin Riggelsen

Zwei Überraschungen an einem Abend

Für einen Absolventen und eine Absolventin hielt der Abend ebenfalls eine besondere Überraschung bereit. Antonia Sayako Noda Fuglsang, die zu Beginn des Schuljahres eine Klasse übersprungen hatte, bekam von ihren Klassenkameradinnen und -kameraden aus der 8. Klasse ein Gedicht vorgetragen, das diese eigens für sie verfasst hatten.

Auch Kevin Seier war sichtlich überrascht, als Frauke Candussi ihm das „Boy Erichsen und Ruth Vogelgesang Legat“ überreichte, mit dem traditionell ein Absolvent oder eine Absolventin der 9. Klasse ausgezeichnet wird. Kevin Seier erhielt das Legat für seine starke fachliche und soziale Entwicklung, wie Frauke Candussi in ihrer Laudatio betonte: „Stille Wasser sind eben tief.“

Antonia Sayako Noda Fuglsang wurde von ihren ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschülern aus der 8. Klasse mit einem eigens für sie verfassten Gedicht überrascht. Foto: Karin Riggelsen

Ein musikalischer Abschied

Die stellvertretende Kreispräsidentin Elke Schreiber von der Patenstadt Pinneberg sowie Carsten Jürgensen als Vorsitzender des Elternvorstandes richteten ebenfalls einige Worte an die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die vierte Klasse mit einem Musikgedicht zur Frage „Was ist Glück“, sowie Frederik Jegsen mit der Mondscheinsonate von Ludwig van Beethoven am Klavier. Auch Antonia Sayako Noda Fuglsang, die in der Vergangenheit zahlreiche Schulveranstaltungen auf ihrer Geige begleitet hatte, gab ein letztes Mal – zumindest als DSH-Schülerin – ein Stück zum Besten.

Für die nunmehr ehemaligen Neuntklässler und Neuntklässlerinnen begann am Dienstag ein neues Kapitel. Foto: Karin Riggelsen
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