101 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg

Hadersleben gedenkt gemeinsam des Waffenstillstandes 1918

Hadersleben gedenkt gemeinsam des Waffenstillstandes 1918

Hadersleben gedenkt gemeinsam des Waffenstillstandes 1918

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Gedenken auf dem Klosterfriedhof Foto: Karin Riggelsen

Am 11. November 1918 beendete der Waffenstillstand von Compiègne die Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs. 101 Jahre später fanden in Hadersleben gemeinsame Kranzniederlegungen am deutschen und dänischen Mahnmal auf dem Klosterfriedhof sowie eine Gedenkfeier auf dem Damager Friedhof statt.

Zur Erinnerung an das Inkrafttreten des Waffenstillstands vor 101 Jahren und zum Gedenken an die Kriegstoten, sind am 11. November Kranzniederlegungen und Gedenkveranstaltungen durchgeführt worden.

Trompeter Kenneth Stenum, Schleswigsches Infanterieregiment, spielte am deutschen Mahlmahl „Ich hatt' einen Kameraden“. Foto: Karin Riggelsen
Der stellvertretende Garnsionskommandant, Obersleutnant Henrik Flach, bei der Kranzniederlegung. Foto: Karin Riggelsen

Auftakt auf dem Klosterfriedhof

Eingeleitet wurden die feierlichen Markierungen an den geschichtsträchtigen Gräbern des Klosterfriedhofes. An den dänischen und deutschen Mahnmalen legten der amtierende Garnisonskommandant, Oberstleutnant Henrik Flach, für das Schleswigsche Infanterieregiment, und Carsten Friis, Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland und Pastorin Christa Hansen, den Kranz der Bundesrepublik nieder. Die Feierstunde fand ohne militärisches Zeremoniell statt, wurde aber von einem Trompeter des Schleswigschen Infanterieregiments begleitet.

Pastorin Christa Hansen und Honorarkonsul Carsten Friis am deutschen Mahnmal Foto: Karin Riggelsen

Neuausrichtung des Volkstrauertages

100 Jahre nach Inkrafttreten des Waffenstillstandes wurde 2018 erstmals eine deutsch-dänische Gedenkfeier durchgeführt. An dieser Form der Feier soll festgehalten werden, so Pastorin Christa Hansen. Mitglieder der deutschen Gemeinschaft, die an der montäglichen Gedenkveranstaltung auf dem Klosterfriedhof hätten teilnehmen wollen, kamen aber leider zu spät, als sie zu dem angekündigten Zeitpunkt eintrafen.

„Es tut mir sehr leid, dass die Kranzniederlegung zu dem Zeitpunkt schon vollzogen war. Der derzeitige Kommandant hatte aber Sorge, dass mit Beginn der Kranzniederlungen um 10.30 Uhr, ein rechtzeitiges Eintreffen am Damager nicht möglich wäre“, so die Pastorin. Der Honorarkonsul und die Pastorin baten beide auf dem Friedhof um „Aufschub“, der ihnen auch bis ca. 10.20 Uhr gewährt wurde. „Ich kann nur mein großes Bedauern ausdrücken!“, erklärte die Pastorin.

„Ich hatte leider keine Möglichkeit auf dem Klosterfriedhof zu bleiben, denn ich nahm anschließend mit Carsten Friis an der Feier auf Damager teil“, erläuterte die Pastorin. Es wurde nachfolgend vereinbart, dass der Zeitpunkt für das Gedenken auf dem Klosterfriedhof 2020 für 10.15 Uhr festgelegt wird. Vereinbart wurde auch, dass die Kommune Hadersleben einen Vertreter schickt, der die Kranzniederlegung vollzieht.

Auch Rolf Meyer, Vorsitzender des Denkmal-Ausschusses, traf nach Abschluss des offiziellen Teils ein. Er legte den Kranz des Ausschusses im Beisein der anwesenden deutschen Nordschleswiger nieder.

Hans-Oluf Meyer und Irmhild Møller im Gespräch mit Carsten Friis und Christa Hansen (v. l.) Foto: Karin Riggelsen
Rolf Meyer, Peter Erichsen, Irmhild Møller, Ella Mayland und Hans-Oluf Meyer (v. l.) auf dem Klosterfriedhof Foto: Karin Friedrichsen

Gedenken am Damager

Der Tradition verpflichtet versammelten sich das Militär, Vertreter der Kommune, der französische Honorarkonsul in Südjütland, Poul Desvignes-Willadsen, geladene Gäste und Bürger auf dem Friedhof an der Ripener Landstraße. Obersleutnant Henrik Flach leitete die Gedenkfeier an den französischen Kriegsgräbern ein. Auf dem Friedhof sind 24 Elsässer und Lothringer, die unfreiwillig während des Zweiten Weltkrieges eingezogen wurden und ums Leben kamen, beigesetzt worden.

Zeremonien in der Domstadt und in Braine

Die Feier setzte sich an der Gedenkstätte, die für Nordschleswiger, die im Ersten Weltkrieg fielen, errichtet wurde, fort.

Eine Delegation aus Hadersleben weilte Montag im französischen Braine, der Ort ist der Domstadt durch eine Städtepartnerschaft verbunden, um der dortigen Gedenkveranstaltung auf dem Soldatenfriedhof beizuwohnen.

Für die Kommune Hadersleben sprach der 1. Vizebürgermeister John Krongaard (Dänische Volkspartei), rechts mit Kranz, Worte des Gedenkens. Foto: Karin Friedrichsen
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Leitartikel

Helge Möller
Helge Möller Journalist
„Bedürfnis im Grenzland“