9. April

Gedenken ohne Veteranen

Gedenken ohne Veteranen

Gedenken ohne Veteranen

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Garnisonskommandant Oberst Lars Mouritsen ehrt die Gefallenen. Foto: Karin Friedrichsen

Der am 9. April 1940 in Hadersleben gefallenen Soldaten wurde am Dienstag in der Kaserne und der Herzog-Hans-Kirche gedacht.

Am Dienstag ist erneut an den 9. April 1940 erinnert worden, als Dänemark von Hitler-Deutschland besetzt wurde.

In der Kaserne wurde am Morgen Halbmast geflaggt. Foto: Karin Friedrichsen

Auftakt in der Kaserne

Die Gedenkveranstaltung wurde am Morgen in der Kaserne eingeleitet. Kurz nach 8 Uhr legte Garnisonskommandant Oberst Lars Mouritsen an der Gedenktafel einen Kranz nieder.

Zuvor hatte der Oberst an die Ereignisse von vor 79 Jahren erinnert und den Einsatz der Soldaten geehrt. Von den vier Soldaten, die in Hadersleben starben, befand sich Soldat Schmidt auf dem Gelände der Kaserne am Gammelting.

„Ich bin sehr froh, dass wir der Ausbildung der Rekruten einen geschichtlichen Aspekt geben. Dadurch können wir den jungen Menschen etwas über den Einsatz ihrer Vorfahren näherbringen“, so der Oberst im Interview. Die Rekruten, die seit Februar an der Kaserne sind, durchlaufen ihre Ausbildung als „Mannschaft Schmidt“. „Schmidt war der Soldat, der am 9. April hier auf dem Kasernengelände ums Leben kam“, erklärt der Oberst.

Familienangehörige nahmen teil

In diesem Jahr waren erstmals keine Veteranen unter den Teilnehmern. Vagn Jepsen, der im Vorjahr als letzter Veteran in Nordschleswig an der Gedenkveranstaltung teilnahm, verstarb am 1. September 2018. „Wir sind gekommen, um dadurch unserem Vater die letzte Ehre zu erweisen“, erklärt Aksel Jepsen aus Augustenburg. Er war zusammen mit Geschwistern und Familienangehörigen in der Domstadt.

Erling Mathiesen, Inger Baagø, Gunnar Jepsen und Aksel Jepsen (v. l.) waren zu Ehren ihres verstorbenen Vaters und Schwiegervaters in Hadersleben. Foto: Karin Friedrichsen

Gedenken am Obelisken und Andacht in der Kirche

Das Militärorchester SMUK, Fahnenkommandos, Soldatenvereine, Vertreter der Fighter Wing und der Bereitschaftsbehörde sowie Angehörige der Veteranen begannen den Marsch über die Norderstraße zur Herzog-Hans-Kirche kurz nach 10.30 Uhr. An der Süderbrücke versammelten sich viele Teilnehmer, um auf dem Innenhof der Kirche am Obelisken, an der Gedenkveranstaltung, die in Zusammenarbeit mit der Kommune stattfand, teilzunehmen. Es wurden viele Kränze niedergelegt. Laut „JydskeVestkysten“ weckte ein großer rot-weißer Kranz, der von der Lokalabteilung der Dänischen Volkspartei niedergelegt wurde, bei einigen Teilnehmern Verwunderung, zumal ihrer Ansicht nach an einem solchen Tag keine politischen Signale vorherrschen sollten. Es schloss sich eine Andacht in der Kirche an.

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Kulturkommentar

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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