Zirkustiere

Folketingswahl setzt Elefanten auf Standby

Folketingswahl setzt Elefanten auf Standby

Folketingswahl setzt Elefanten auf Standby

Hadersleben/Haderslev
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Die 37-jährige Ramboline aus Mölby bei Sommerstedt Foto: Ute Levisen

Mehr als ein Jahr ist es her, dass sich Christiansborg darauf verständigte, Elefanten im Zirkus zu verbieten. Seither ist wenig geschehen. Im Vorfeld der Wahl ist das Schicksal der vier Elefanten Dänemarks gänzlich ins politische Abseits geraten.

Vor gut einem Jahr einigten sich Regierung, Dänische Volkspartei und Sozialdemokraten darauf, für ein Verbot exotischer Tiere im Zirkus arbeiten zu wollen. Seither ist wenig geschehen. Mit der Ankündigung der Folketingswahl ist die politische Arbeit an diesem Vorstoß gänzlich zum Erliegen gekommen. Nach wie vor gibt es kein eigentliches Verbot, was die Besitzer der Zirkustiere in eine unhaltbare Situation gebracht hat, moniert die Tierschutzorganisation „Dyrenes Beskyttelse“.
Nicht zuletzt für die vier Zirkuselefanten, die es in Dänemark gibt, hat dies Folgen: Sie blicken einer ungewissen Zukunft entgegen. Davon betroffen ist auch Ramboline, die Elefantenkuh vom Cirkus Trapez aus Mölby.

Sind seit vielen Jahren unzertrennlich: der deutsche Elefantendompteur Bernhard Kaselowsky und Ramboline Foto: Ute Levisen

Politische Versprechen bislang nicht gehalten

„Cirkus Arena und Cirkus Trapez, denen die vier Elefanten gehören, Knuthenborg Safaripark und der dänische Tierschutz arbeiten an einem würdigen Ruhestand für die Tiere. Doch leider sind die Aussichten auf eine baldige Gesetzesinitiative alles andere als rosig“, bedauert Britta Riis, Direktorin in „Dyrenes Beskyttelse“.
Man habe seitens der Politik zwar versprochen, sich für die Tiere einsetzen zu wollen, aber dieses Versprechen bislang nicht gehalten, kritisiert Riis.

Isabella Enoch vom Cirkus Trapez und Ramboline Foto: Ute Levisen

Arbeit an würdigem Rückzug aus der Manege

„Natürlich ist es Sache der beiden Zirkusse, unter welchen Bedingungen sie ihre Tiere in staatliche Obhut geben. Ungeachtet dessen arbeitet der Tierschutz daran, den Elefanten einen würdigen Rückzug aufs Altenteil zu ermöglichen, wenn die Tiere erst einmal übergeben worden sind.“

Artgerechte Stimulierung

Die Elefanten von Cirkus Arena sind im Winter von Arena in Slagelse untergebracht. Ramboline lebt nach wie vor bei Sommerstedt.
Nach Angaben der Tierschutzorganisation geht es den Tieren körperlich gut. Anne Sofie Meilvang von der Tierschutzorganisation und der Chefzoologe von Knuthenborg Safaripark, Rasmus Nielsen, stehen den Inhabern von Trapez zur Seite, wenn es darum geht, Ramboline artgerecht zu stimulieren.

Es gibt Pläne für ein Elefantengehege. Doch politisch ist bislang wenig passiert, kritisieren Tierschützer. Foto: Ute Levisen

Vision eines Freigeheges in Knuthenborg Safaripark

Darüber hinaus arbeiten alle Beteiligten an der Finanzierung eines Elefantengeheges im Knuthenborg Safaripark. Ihnen schwebt eine Anlage mit einer Fläche von 150.000 bis 200.000 Quadratmetern vor, ergänzt durch ein Dickhäuterhaus mit zahlreichen Aktivierungsmöglichkeiten. Den Elefanten soll der Übergang von einem Leben in der Manege zu einer Freiheit in weiter gefassten Grenzen erleichtert werden. In Rambolines Fall bedeutet dies, dass ihr Weggefährte der vergangenen Jahrzehnte, Bernhard Kaselowsky, in diese Umgewöhnungsphase einbezogen ist.

Appell an die Politiker: Vergesst die Elefanten nicht!

Doch auch diese Pläne sind vorerst auf die lange Bank geschoben. „Wir befinden uns momentan in einer Lage, die es den Zirkussen erschwert, mit den Tieren aufzutreten, da ein gesetzliches Verbot bevorsteht. Zugleich ist die Zukunft der Elefanten nach wie vor ungewiss“, sagt Britta Riis, die an die Politik appelliert, die Elefanten nicht zu vergessen.
„Es sind vier fantastische Tiere, die ein besseres Schicksal – und noch ein langes, schönes Leben verdient haben.“

Diese Zeiten sind seit dem politischen Vorstoß vorbei. Seither ist die Zukunft der Zirkuselefanten ungewiss. Foto: Ute Levisen
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