Dammpark

Erst mit Drachen gegen Gänsedreck: Jetzt sind Jäger gefragt

Erst mit Drachen gegen Gänsedreck: Jetzt sind Jäger gefragt

Erst mit Drachen gegen Gänsedreck: Jetzt sind Jäger gefragt

Hadersleben/Haderslev
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Politikern ist die Gänsepopulation im Dammpark ein Dorn im Auge, doch eine Bejagung ist nach dem Wildschutzgesetz nicht ohne Weiteres möglich. Foto: Ute Levisen

Im Dammpark gibt es ganz schön viele Gänse – zu viele, wie einige meinen. Auf der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses waren die Gänse erneut Thema. Da ihnen mit Fuchs und Wolf scheinbar nicht beizukommen ist, fahren die Politiker schweres Geschütz auf.

Eigentlich schießt man mit Kanonen nur auf Spatzen. Mit Kanonen soll es den vielen Gänsen im Haderslebener Dammpark zwar nicht ans Gefieder gehen, wohl aber mit des Waidmanns hoher Kunst.

Um der vielen Gänse in der Grünanlage Herr zu werden, beschloss der Technische Ausschuss der Kommune auf seiner jüngsten Sitzung, beim örtlichen Jägerverband um Schützenhilfe gegen die Intruder zu bitten. Auch soll erneut ein Zaun in Ufernähe aufgestellt werden, um Gössel am Landgang zu hindern.

Fortsetzung des Gänse-Feldzugs mit alternativen Mitteln

In der Vergangenheit hatte sich gezeigt, dass keine noch so bizarre Form alternativer Kriegsführung die Gänse im Dammpark daran gehindert hat, sich dort ungehindert zu vermehren.

Ein Zaun habe keinen offensichtlichen Effekt gehabt, bilanziert die Kommunalverwaltung in ihrer Analyse der getätigten Maßnahmen. Gleiches ist anzunehmen für Attrappen von Wölfen und Füchsen. Diese müssten regelmäßig „umziehen“, da sich die missliebigen Gänse ansonsten an die Gesellschaft von Fuchs und Wolf gewöhnen würden.

Abschreck-Drachen an der Bootsbrücke

Auch abschreckende Drachengebilde am Bootsanleger hatten nicht die gewünschte Wirkung – jedenfalls nicht auf die Gänse. Dafür machten die Schreck-Drachen wenigstens auf die Möwen, die die Brücke ebenfalls bevölkern, einen gewissen Eindruck.

Ein Schild mit der Aufschrift „Füttern verboten“ hat laut Verwaltung einen gewissen Effekt gehabt. Foto: Ute Levisen

Einigermaßen erfolgversprechend ließ sich ein Versuch mit akustischen Tiervertreibern an: Der Einsatz der Gänse-Schreck-Geräte musste indes nach einer Weile abgebrochen werden, da vor allem Anwohner des Parks abgeschreckt reagierten – und sich über den Lärm beschwerten.

Friedlicher Vorschlag verworfen

Angesichts der aktuellen Lage zur „Gänseplage“ im Dammpark hatte die Verwaltung in ihrer Maßnahmenempfehlung an die Politiker in deren Feldzug gegen die Gänse eine nahezu pazifistisch anmutende Maßnahme vorgeschlagen: versuchsweise bis zum Herbst das Gras an ausgewählten Plätzen im Park wachsen zu lassen – und abwarten.

Der Ausschuss verwarf den Vorschlag. Er ist weiterhin auf dem Kriegspfad: Zaun und Jägerbeistand sollen Abhilfe schaffen. Dabei hatte die Verwaltung angemerkt, dass es nur wenige Klagen über die vielen Gänse im Park und ihre Hinterlassenschaften gebe. Einige Bürger seien überdies der Meinung, dass die Gänse zum Dammpark gehörten!

Parallel dazu gibt es politische Bestrebungen, wonach die Kommune Hadersleben zur „wildesten“ Kommune Dänemarks avancieren soll. Dabei geht es eigentlich schon jetzt „wild“ zu in der Kommune, obwohl die traditionelle Jagd auf Maulwürfe – in der Vergangenheit sogar mit kommunal ausgelobter Schwanzprämie – noch nicht einmal begonnen hat.

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