Vorbei

Ende der Citybahn in greifbarer Nähe

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Woyens/Hadersleben
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Der Weihnachtszug ist mit Volldampf unterwegs von Woyens bis in die City in Hadersleben. Foto: Karin Friedrichsen

Die Veteranbanen Haderslev-Vojens fuhr am Wochenende mit 711 Passagieren zwischen Domstadt und Woyens. Das Aus für stadtnahe Fahrten in Hadersleben scheint trotzdem beschlossen.

Carsten Ørnsholt, Vorsitzender der Museumsbahn Veteranbanen Haderslev-Vojens (VHV), hat ereignisreiche Tage hinter sich. Der Vereinsvorsitzende und seine Crew haben am Wochenende Weihnachtsfahrten durchgeführt mit der historischen Dampflok T12.

Montag wurde das lang ersehnte Treffen unter anderem mit Bürgermeister H. P. Geil (V) und Benny Bonde (LA), Ausschussvorsitzender von Plan und Umwelt, durchgeführt. Die Museumsbahner versuchen seit Monaten, sich Klarheit zu verschaffen, inwiefern der Verein 2019 die Teilstrecke vom Simmerstedter Weg, Hadersleben West, bis zur Haltestelle am Rathaus nutzen kann. Gestern kam die Hiobsbotschaft: Die Politiker halten an ihrem Planfest, die Teilstrecke vom Simmerstedter Weg in die City zu einem Radfahrweg auszurichten, fest, sagte Carsten Ørnsholt. „Das Treffen ist ruhig und vernünftig verlaufen.
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es meiner Ansicht nach eine dumme Entscheidung ist, auch im Hinblick darauf, sollte man irgendwann in der Zukunft eine Stadtbahn zwischen Hadersleben und Woyens bauen wollen“, so Ørnsholt. Der Haderslebener kämpfte jahrelang für die Fortexistenz der Citybahn. Nun scheint sie vor dem Aus zu stehen: „Die Museumsbahn steht Montagabend, wenn unser Ausschuss sich trifft, auf der Tagesordnung. Es scheint sich eine Mehrheit dafür abzuzeichnen, dass wir 2019 den Bau des Radfahrweges in Angriff nehmen. Im Ausschuss sind wir uns im Großen und Ganzen einig“, so Benny Bonde. Lehnte Bonde Mitte November kategorisch ab, Mittel für eine vorübergehende Haltestelle am Westbahnhof aufzubringen, scheint die Kommune nun für den Bau der Haltestelle aus Holz aufzukommen.

„Wir müssen irgendwo Mittel dafür finden.“

Benny Bonde (LA), Ausschussvorsitzender Planen und Umwelt

„Wir müssen irgendwo Mittel dafür finden“, erklärte Bonde. Ørnsholt zufolge wird der Bau der Haltestelle um die 50.000 Kronen kosten. Baupläne dafür sollen der Kommune so schnell wie möglich vorgelegt werden, damit diese die vorgeschriebene Baugenehmigung bei Banedanmark einholen kann.
„Die Haltestelle muss bis April oder Mai 2019 fertig stehen. Dann beginnt unsere neue Saison“, erklärte Ørnsholt. Eine Abschiedsfahrt mit einer Museumsbahn wird für Ende Dezember geplant. Ein Programm wird in wenigen Tagen vorliegen, versprach Carsten Ørnsholt.

Das Programm am vergangenen Wochenende war facettenreich. Die Dampflok, die ab 1916 von der schweizerischen Fabrik Winterthur produziert wurde, rollte mit Mitgliedern der Museumsbahn Sydjyllands Veterantog (SJVT) an beiden Tagen in zwei Doppelfahrten zwischen Hadersleben und Woyens.
„Wir heizen mit Steinkohle. Für so ein Wochenende müssen wir wohl drei Tonnen Kohle berechnen“, sagte Lokomotivführer Karsten Skov. Für Unterhaltung von Groß und Klein, insgesamt wurden 711 Passagiere befördert, sorgte nicht nur der Weihnachtsmann, am Sonntag in Gestalt von Carsten Ørnsholt.
Von der Versuchsbühne stiegen auch die drei Schülerinnen Babette Axelgaard Hurkmans, Cecilie Juhler und Carmen Relsted, auf den Zug. „Wir tanzen und singen Weihnachtslieder“, berichtete das junge Trio. Der Geschäftsverband Haderslev Butikker sponserte Süßigkeiten für die Jüngsten.

Darüber freute sich eine Familie aus Fredericia. „Wir sind wegen des Zuges nach Hadersleben gekommen“, sagte Pernille Christensen. Mit ihrer Tochter Olivia (6), ihrem Partner Mads Bjørn und dessen Sohn Sylvester (6) genossen die Gäste von auswärts den Nachmittag in Nordschleswig. „Das ist sehr gemütlich“, so Pernille Christensen.

Mads Bjørn mit seinem Sohn Sylvester und Pernille Christensen mit ihrer Tochter Olivia. Daneben Weihnachtsmann und Vorsitzender von VHV Carsten Ørnsholt. Foto: Karin Friedrichsen
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Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur