Sonderausstellung

Ein echter „Blikfang“ in der Schleswigschen Kutschensammlung

Ein echter „Blikfang“ in der Schleswigschen Kutschensammlung

Ein echter „Blikfang“ in der Schleswigschen Kutschensammlung

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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„Blikfang“ heißt die neue Sonderausstellung in der Schleswigschen Kutschensammlung. Foto: Annika Zepke

Ob Fuglsang, Danske Statsbaner oder der Bäcker von nebenan – Emailleschilder waren bei allen gern gesehene Werbemittel. „Historie Haderslev“ hat sich diesen Blickfängern gewidmet und eine Sonderausstellung zu Emailleschildern und anderen historischen Werbemitteln in der Schleswigschen Kutschensammlung auf die Beine gestellt.

Der Name ist Programm in der neuen Ausstellung „Blikfang“, denn dort stehen echte Blickfänger im Fokus: alte Emailleschilder aus der Region in allen Farben, Formen und Größen. Am Montag wurde die Sonderausstellung in der Schleswigschen Kutschensammlung in kleinem Rahmen eröffnet.

„Im Fokus der Ausstellung steht alles, was ein Blickfang ist“, erklärt Museumspädagogin Daniela Andersen. Sie hat die verschiedenen Ausstellungsstücke zusammengetragen und im Zuge dessen an viele Türen in Hadersleben geklopft: „Die meisten Schilder sind Leihgaben von Privatpersonen und lokalen Traditionsunternehmen“, wie Andersen erklärt.

Ein Schlachter mit Bäckerei-Symbol

Vom Schlachter Vollstedt hat sie zum Beispiel den Bäckerkringel ausgeliehen. „Da fragt man sich natürlich, warum das Bäckerzeichen ausgerechnet beim Fleischer an der Hauswand hängt“, erzählt sie lachend. Die Erklärung sei jedoch recht naheliegend, meint Andersen: „Das Nasenschild ist wohl das Überbleibsel eines ehemaligen Bäckereigeschäfts, das an den Schlachtbetrieb angrenzte.“

Um ein möglichst authentisches Ambiente zu schaffen, hat Museumspädagogin Daniela Andersen einen originalgetreuen Nachbau einer alten Haderslebener Litfaßsäule angefertigt. Foto: Annika Zepke

Auch vom Schuster und vom Glaser hat sie die alten Nasenschilder, die teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert stammen, ausleihen dürfen. „Diese Art der Außenwerbung war damals sehr wichtig, weil viele Menschen noch nicht lesen konnten. Aber anhand der Symbole konnte jeder von Weitem erkennen, um was für ein Geschäft es sich handelt“, erklärt die Museumspädagogin.

Goldener Hirsch als Leihgabe

Eine der Leihgaben liegt Andersen besonders am Herzen: der goldene hölzerne Hirsch der geschichtsträchtigen Hirsch-Apotheke (Haderslev Hjorte Apotek). Bereits auf einem Bild von 1920 ist der Hirsch über dem Eingang der Haderslebener Traditions-Apotheke zu sehen.

Der goldene Hirsch aus Holz von der geschichtsträchtigen Hirsch-Apotheke in Hadersleben hat es Museumspädagogin Daniela Andersen besonders angetan. Foto: Annika Zepke

Noch heute ist der goldene Hirsch ein fester Bestandteil der Apotheke am Bispebroen – auch wenn er nicht mehr über dem Eingang hängt, sondern warm und trocken in einem Hinterzimmer der Apotheke steht.

Die Bierbrauer haben es vorgemacht

Auch Emailleschilder der Brauerei Fuglsang sind in der Ausstellung zu finden, schließlich waren die hitze- und wasserbeständigen Blechschilder mit Glasbeschichtung das Werbemittel Nummer eins unter den Bierbrauern.

Eine Brauerei war es auch, die in Dänemark zum ersten Mal mithilfe von Emailleschildern Werbung gemacht hat, wie Andersen erklärt: „Das erste Unternehmen, das auf diese Weise für sich geworben hat, war Carlsberg.“

Auch bei der Brauerei Fuglsang waren Emailleschilder ein beliebtes Werbemittel. Foto: Annika Zepke

Dass die Schilder auch bei der Haderslebener Brauerei Fuglsang ein gern gesehenes Werbemittel waren, zeigt die Vielzahl an Emailleschildern, die in der Ausstellung präsentiert werden.

Wahre Kulturgüter

„Emailleschilder haben heute einen echten Kulturwert, auch wenn sie damals ‚nur‘ zu Werbezwecken dienten“, so Andersen. „Aber anders als bei heutiger Werbung, die schnell vergänglich ist, hingen diese Schilder jahrzehntelang aus, ohne verändert zu werden.“

Noch bis zum Jahresende können Interessierte die Ausstellung in der Schleswigschen Kutschensammlung immer dienstags bis sonntags von 12 bis 16 Uhr besuchen.

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