Generalversammlung

DSH muss auf die Suche gehen

DSH muss auf die Suche gehen

DSH muss auf die Suche gehen

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Die Deutsche Schule Hadersleben Foto: Archiv

Auf der Generalversammlung des Deutschen Schul- und Kindergartenvereins für Hadersleben und Umgebung am Donnerstag wurde bekannt, dass Schulleiterin Maria Harbo in den Ruhestand gehen wird.

Alles geht seinen Gang – und doch steht eine große Veränderung im deutschen Schulwesen in Hadersleben an. Denn auf der Generalversammlung des Deutschen Schul- und Kindergartenvereins für Hadersleben und Umgebung am Donnerstag in der Deutschen Schule Hadersleben (DSH) wurde bekannt, dass Schulleiterin Maria Harbo (64) zum 31. Juli 2019 in den Ruhestand gehen wird.

Der Vorstandsvorsitzende Carsten Jürgensen kündigte bei seinem Ausblick diese große Veränderung an. „Die nächste Zeit und insbesondere Anfang nächsten Jahres wird sich vieles um die Neubesetzung der Schulleiterstellung drehen“, sagte Jürgensen. Christian Jürgensen, der Vater von Carsten Jürgensen, leitete die Versammlung, die rekordverdächtig schnell durchgeführt wurde. In diesem Jahr standen keine Wahlen an. Jahresberichte, Kassenbericht und Aussprache, alle Tagesordnungspunkte wurden innerhalb von 50 Minuten abgehackt. Es wurde beschlossen, die Beiträge unverändert zu lassen. Abschließend kredenzte Vorstandsmitglied und Gebäudeobmännin Sabina Wittkop-Hansen einen Imbiss.

In seinem Rückblick erfasste Jürgensen Höhepunkte der vergangenen zwölf Monate. Er richtete einen großen Dank an die Hausmeisterei mit Michael Ferg an der Spitze. Ferg und sein Team haben nicht nur beim Bau des neuen Zauns, der, wie berichtet, mithilfe des Haderslebener Turnerbundes und der Pinneberg-Heim-Stiftung errichtet wurde, großen Einsatz geleistet. Maria Harbo erwähnte in ihrem Bericht, dass am Stichtag 5. September 151 Schüler verzeichnet wurden. Somit sind die Schülerzahlen steigend. „Wir werden auch in den nächsten zwei bis drei Jahren wie gewohnt vom Kindergarten ,versorgt’. Damit sieht es in der Glaskugel so aus, als wenn sich die Schülerzahlen stabil halten können.“

Neben der fortgesetzten Verbesserung des Außengeländes konnte der Austausch der alten Fenster ebenfalls noch nicht abgeschlossen werden. Nach dem Ausscheiden von drei Lehrkräften wurden drei neue Lehrerinnen eingestellt. Die Besetzung aller Stellen sei, so Harbo, nicht ganz unproblematisch gewesen, denn generell herrsche Lehrermangel auf beiden Seiten der Grenze. Im Wesentlichen gehe alles seinen Gang. „Der Arbeitsalltag ist auf allen Seiten oft von einer hohen Intensität, hohem Tempo und vielen Bällen in der Luft geprägt“, so Harbo. Die Lehrpläne des Deutschen Schul- und Sprachvereins (DSSV) werden zurzeit überarbeitet. Daran sind auch Lehrkräfte der DSH beteiligt. Darüber hinaus befasse man sich damit, das Stärkentraining und die positive Psychologie in den Alltag zu implementieren. Es wird u. a. daran gearbeitet, einen roten Faden zu entwickeln, um die Unterrichtsinhalte in den naturwissenschaftlichen Fächern und im Fach Dänisch systematischer aufeinander abzustimmen. Im Sinne eines demokratischen Bildungsprozesses werden Schüler bei Aktivitäten mit ihren Vorschlägen und Wünschen weiterhin einbezogen und in die Verantwortung genommen, sagte Harbo: „Das war er nun, mein letzter Bericht auf einer Generalversammlung der DSH.“ Nach 39 Jahren im Schuldienst möchte die 64-Jährige völlig frei über ihre Zeit verfügen können, vor allem im Sinne ihrer beiden fünf Jahre und vier Monate alten Enkelkinder im Oberbergischen Land.

Aktive Schulfreizeit

Angelika Feigel, Leiterin der Schulfreizeit (SFO), und ihre Mitarbeiter betreuen 50 Kinder. Nach dem Unterricht können die Schüler spielen, aber gleichzeitig hält die SFO viele Angebote bereit. Mithilfe des Turnerbundes schaffte die SFO neue Schränke an. Feigel leitet auch den Club des Jugendverbandes für Nordschleswig. Der Club wird von zwei Lehrerstudenten betreut. 25 DSH-Schüler nutzten das Angebot.

Schulleiterin Maria Harbo: „Ich werde euch ganz, ganz bestimmt alle vermissen.“ Foto: Karin Riggelsen

Punktlandung

Dem Kassenbericht von Carsten Leth Schmidt war zu entnehmen, dass der Haushalt stabil ist. Mit einem Plus von 50.000 Kronen im deutschen Haushalt und einem Minus im dänischen Haushalt von rund 198.000 Kronen bewege man sich in einem normalen Rahmen, und der Haushalt stellt eine ausgeglichene Punktlandung dar. „Es ist alles, wie es sein soll im deutschen Haushalt, und darauf kommt es an.

Bei dem dänischen Haushalt gab es keine Anmerkungen durch die Revision. Alles okay“, ergänzte die Schulleiterin.

DKH mit Warteliste

Kindergartenleiter Marco Seefeldt legte seinen Jahresbericht sowie den Bericht des DKH-Vorsitzenden Ulf Rogge vor. Wie berichtet, ist die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen sehr gut. Der Kindergarten kämpft zurzeit mit einer langen Warteliste. Um weiterhin „guter Zulieferer“ von Schülern für die DSH sein zu können, nahm der Kindergarten Kontakt zum DSSV auf, damit „an höherer Stelle“ entschieden wird, ob bei dem Problem mit der Warteliste Abhilfe geschaffen werden kann.

Auch im Anschluss an den offiziellen Teil machte Maria Harbo keinen Hehl daraus, dass ihr der Abschied von der Schule, den Kindern und Weggefährten nicht leicht fällt und die Entscheidung gründlich überlegt war: „Ich habe das im letzten Jahr so für mich entschieden. Die Bürokratie und die ständigen Regeländerungen aus der Politik, die leider wenig Einsicht in den Arbeitsalltag an Schulen hat, werde ich nicht vermissen.“ Maria Harbo bedauert, dass die Fachpraxis in vielen Zusammenhängen wenig gehört und ernst genommen wird in der Politik. Denn Menschen seien in erster Linie „Menschen mit Wissen, Können, Lebenserfahrung und nicht einfach nur Zahlen auf dem Papier.“

Die 64-jährige stammt aus der Region Niederrhein und arbeitet seit 23 Jahren beim DSSV. Zunächst an der deutschen Schule in Sonderburg. Seit 18 Jahren ist sie in der Domstadt. Mit ihrem Mann lebt sie in Maugstrup. „Der DSSV ist ein guter Arbeitsplatz, aber nach vielen Jahren im Schuldienst kommt der Punkt, an dem ich ohne Stundenplan leben möchte.“

Sie möchte verstärkt ehrenamtlich tätig werden: „Mein Ziel ist es, einen Förderverein für Schule und Kindergarten aufzustellen. Das ist mir ganz wichtig. Ich hoffe, Mitstreiter zu finden, sodass wir den Verein möglicherweise in Verbindung mit der Generalversammlung 2019 gründen können“, so die engagierte Schulleiterin.

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