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Die drei Vize-Direktoren des VUC Syd vom Dienst suspendiert

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Haderslev
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Das bisherige Unterrichtsangebot der FlowFactory wird abgeschafft. Für welche Angebote das markante Gebäude künftig genutzt wird, ist noch unklar. Foto: Ute Levisen

Asbjørn Nielsen, der neue Direktor des VUC Syd, nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht von einer „ernsten Lage“ und von „Kontroll- und Leitungsversäumnissen". Er kündigt Massenentlassungen an und eine juristische Untersuchung gegen die frühere Leitung.

Der neue Direktor des VUC Syd, Asbjørn Nielsen, hat am Dienstag einen umfassenden Drei-Punkte-Plan veröffentlicht, der das VUC Syd nach den Skandalen der vergangenen Monate wieder auf rechten Kurs bringen soll.

Nielsen nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: „Wir befinden uns in einer ernsten Lage, die meiner Meinung nach auf eine ganze Reihe von Kontroll- und Leitungsversäumnissen zurückzuführen ist.“ Vor diesem Hintergrund habe er seinem Vorstand mitgeteilt, dass er die drei stellvertretenden VUC-Direktoren vom Dienst suspendiert – und ein Verfahren zur Untersuchung eventueller Dienstvergehen eingeleitet habe, das klären soll, ob ihnen ein schuldhaftes Fehlverhalten zur Last gelegt werden kann.

„Wie lange ein solches Verfahren dauert, vermag ich nicht zu sagen“, so Nielsen. Er kündigt darüber hinaus eine juristische Untersuchung der früheren Leitung – Vorstand und Direktion – an, die klären soll, ob beide gegen ihre Aufsichts- und Kontrollpflicht verstoßen haben– und dafür rechtlich belangt werden können. Im selben Zusammenhang soll geklärt werden, ob das VUC Syd sein früheres Revisionsunternehmen EY vor die Klageinstanz bringt.

Die frühere konstituierte Direktorin, Vinnie Lerche Freudendal (Mitte) ist bis auf Weiteres vom Dienst suspendiert. Gleiches gilt für die beiden anderen stellvertretenden Direktoren des VUC Syd, Hans Juhl, und Susanne Fricke. Foto: Ute Levisen

Mindestens 30 Mitarbeiter sollen entlassen werden

Auch wird sich das VUC Syd von zahlreichen Mitarbeitern, vornehmlich aus dem Lehrerteam, aber auch aus der Verwaltung trennen. Bei den Lehrern wird es jene treffen, die nach Einschätzung der Leitung nicht im Stande sein werden, binnen eines Jahres die vom Bildungsministerium vorgeschriebene Lehrbefähigung zu erreichen. Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften beginnen demnächst. Um wie viele Mitarbeiter es geht, wollen weder Nielsen noch die neue Vorstandsvorsitzende Signe Knappe (Venstre) zum jetzigen Zeitpunkt mutmaßen. Aber da Massenentlassungen im Vorwege angekündigt werden müssen, dürfte es sich um mindestens 30 Mitarbeiter handeln.

„Der Vorstand steht 100prozentig hinter dem Drei-Punkte-Plan“, betonte Knappe am Dienstag:
„Wir brauchen als Bildungseinrichtung festen Boden unter den Füßen – und den bekommen wir nur, wenn alles gründlich untersucht wird!“ Direktor Nielsen hat zudem angekündigt, die HF-Linie der FlowFactory abzuschaffen: „Ein interessantes Unterrichtsangebot, das aber weder besonders nachgefragt noch auf unsere Zielgruppe zugeschnitten ist.“

Die angestrebten Änderungen werden den laufenden Prüfungsablauf nicht berühren, versichert Nielsen. Er kündigt des Weiteren eine „Whistleblower-Regelung“ an, in deren Rahmen Gesetzesverstöße und unethisches Vorgehen anonym gemeldet werden können.

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