Digitale Zukunft

Eine „digitale Mama“ für alle Fälle

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Haderslev
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Im "Maschinenraum" der Chatbot-Entwicklung Foto: Ute Levisen

Gemeinsam mit vier jungen Leuten entwickelten Fachleute im Auftrag der Kommune Hadersleben einen Chatterbot für Bürger mit besonderen Herausforderungen. Dabei handelt es sich – salopp ausgedrückt – um eine Art „digitale Mama“, die Tipps gibt, wenn guter Rat gefragt ist und die auch beim morgendlichen Aufstehen behilflich ist.

In enger Zusammenarbeit mit jungen Bürgern haben Fachleute der Kommune Hadersleben und von KMD, einem Unternehmen, das Programme für die dänischen Kommunen entwickelt, am Dienstag ein Novum aus der Taufe gehoben: einen sogenannten Chatterbot. Es ist ein System, mit dem Bürger kommunizieren können, das Hilfe gibt und schnell einen direkten Kontakt zu kommunalen Sachbearbeitern vermittelt.
Intensiv arbeiteten die Teilnehmer dieses Chatbot-Workshops in den Räumlichkeiten des Haderslebener Wirtschaftsrates HER an der digitalen Lösung, mit der alle, vor allem aber jene Bürger, an die sich das Chatterbot wendet, zufrieden sein können.

Die Anregungen der Nutzer werden vor Ort umgesetzt. Foto: Ute Levisen

Hilfe aus erster Hand

Nina Knudsen, IT-Kontaktfrau des Jobcenters, betreute den Workshop. Gute Ideen der vier Bürger wurden prompt, in enger Zusammenarbeit mit KMD-Programmierern in Polen umgesetzt. Bei diesem Chatbot handelt es sich um eine App, ein kleines Programm für mobile Endgeräte und Computer, mit deren Hilfe Bürger mit Sachbearbeitern in vielen verschiedenen kommunalen Abteilungen Hilfestellung im Alltag erfahren.
„Was liegt näher, als bei der Entwicklung einer solchen IT-Lösung jene Bürger zu fragen, die sich in Zukunft der App bedienen sollen?“, fragt Nina Knudsen. „Wir haben zurzeit 160 Bürger mit besonderen Herausforderungen – vier haben sich bereiterklärt, uns bei der Weiterentwicklung der Anwendung zu helfen. Eines ist, wie wir von der Kommune uns den Funktionsumfang eines solchen Chatbots vorstellen – etwas anderes, was die Bürger, die damit umgehen sollen, davon halten.“

Findet das Konzept toll: Nanna Christiansen aus Hadersleben Foto: Ute Levisen

"Ein tolles Konzept"

Die vier jungen Leute brachten sich mit Verbesserungsvorschlägen für die neue digitale Funktion ein. Eine von ihnen ist Nanna Christiansen aus Hadersleben. Die 22-Jährige hat an diesem Dienstag mit vielen Anregungen zur Weiterentwicklung des Chatterbots beigetragen.
Sie findet das Konzept des Chatterbots toll.
„Ich habe viele Sachbearbeiter, aber nicht jeder kann mir all meine Fragen auch beantworten. Daher ist es gut, wenn ich mithilfe dieses Chatbots schnell einen Ansprechpartner finde, der Rat weiß – und auch, welche Unterlagen ich wann wem vorlegen muss“, sagt die junge Frau. „Es ist wirklich eine verdammt gute Idee, das Ganze in diesem Chatbot zu sammeln.“

Klare Handlungsanweisung – direkter Kontakt

Läuft alles nach Plan, kann der Chatbot kurzfristig online gehen und somit in Zukunft allen Bürgern eine Hilfe sein, die einen Internetzugang haben, wie Nina Knudsen sagt.
Nicht zuletzt beim morgendlichen Aufstehen oder im Krankheitsfall, beispielsweise, kann ein Chatbot, in diesem Fall ein Roboter, eine Hilfe sein, der klare Handlungsanweisungen gibt: „Du bist krank? – Dann vergiss nicht, dich bei XY krankzumelden. Sonst gibt es am Ende weniger Geld!“

Präsentation des Chatbots Foto: Ute Levisen

Chatbot

Ein Chatterbot, Chatbot oder kurz Bot ist ein textbasiertes Dialogsystem, welches das Chatten mit einem technischen System erlaubt. Er hat je einen Bereich zur Textein- und -ausgabe, über die sich in natürlicher Sprache mit dem dahinterstehenden System kommunizieren lässt. (Quelle: Wikipedia)

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