Stadtentwicklung

Dammpark: Per Umfrage zum Masterplan

Dammpark: Per Umfrage zum Masterplan

Dammpark: Per Umfrage zum Masterplan

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Im Dammpark sollen in Zukunft ein Restaurant sowie ein neuer Eiskiosk entstehen. (Archivfoto) Foto: Ute Levisen

In der Vergangenheit scheiterte der Bau eines Restaurants im Dammpark am Protest der Bürgerinnen und Bürger. Nachdem die Inhaber des Restaurants „Fratelli“ einen neuen Vorstoß gewagt und den Bau eines Dammpark-Restaurants beantragt haben, möchte die Kommune die Bürger in die Entwicklung des Masterplans einbeziehen – mithilfe einer Umfrage.

Der Dammpark soll in Zukunft neben einem Eiskiosk auch ein Restaurant beherbergen, das hat das Haderslebener Kommunalparlament beschlossen, nachdem die Inhaber des stadtbekannten Restaurants „Fratelli“ im Oktober einen Antrag für ein Bauvorhaben eines Restaurants der Superlative im Dammpark eingereicht hatten.

Nur wo, vor allem aber wie das Restaurant in den Dammpark integriert werden soll, ist noch offen.

Ein Masterplan muss her

Bereits vor zwei Jahren hatten sich die Politiker darauf geeinigt, einen neuen Masterplan für den Dammpark zu entwickeln, nachdem Steen Skallebæks Vorschlag, im Dammpark ein Restaurant zu eröffnen, an der harschen Kritik der Bürger gescheitert war.

Der Vorstoß der Fratelli-Brüder habe das Projekt jedoch wieder ins Rollen gebracht, so Sanderbo, denn für das Bauvorhaben von Armend und Labi Mehmeti müsste die Küstenschutzlinie verschoben werden. Das wiederum muss die dänische Naturbehörde „Naturstyrelsen“ genehmigen.

Für das Bauvorhaben der Fratelli-Brüder müsste die Küstenschutzlinie im Dammpark verschoben werden. Foto: Privat

„Eine solche Genehmigung erteilt die Naturbehörde aber nur, wenn es einen triftigen Grund gibt, und ein langfristiges Stadtentwicklungskonzept ist ein solcher Grund“, erklärt Anders Sanderbo, Architekt und kommunaler Mitarbeiter der Abteilung „Technik und Umwelt“.

Bürger sollen eingebunden werden

Da der Kommune selbst die Ressourcen für die Ausarbeitung eines umfassenden Masterplans fehlen, hat sie nun eine Beratungsfirma, das Architekturbüro „Skala Arkitekter“ mit Sitz in Horsens, für diese Aufgabe engagiert.

„Bei der Beratungsfirma handelt es sich um kein lokales Unternehmen, daher war es den Architekten wichtig, die Bürger in diesen Entwicklungsprozess mit einzubinden“, erklärt Anders Sanderbo.

Umfrage der Kommune

Zu diesem Zweck hat die Kommune Hadersleben am Dienstagvormittag auf ihrem Facebook-Profil eine Umfrage zum Dammpark veröffentlicht. In sieben Fragen werden die Bürgerinnen und Bürger darin zur persönlichen Nutzung des Dammparks befragt.

Vil du hjælpe os med en ny plan for Damparken❓ Byrådet har besluttet, at der skal skabes plads til en restaurant og en...

Gepostet von Haderslev Kommune am Dienstag, 19. Januar 2021

Während die Umfrage in den sozialen Netzwerken auf viel Resonanz stößt, zeichnen sich einen Tag nach der Veröffentlichung auch erste Kritikpunkte ab: Es gebe bei einigen Fragen nicht genügend Antwortmöglichkeiten, schreibt eine Nutzerin auf Facebook.

Kritik berechtigt

Auch äußern einige Umfrageteilnehmer in den Kommentaren unter dem Beitrag die Kritik, dass sie nicht nach ihrer Meinung, sondern lediglich zu ihrem Nutzungsverhalten befragt wurden. „Warum wird nicht gefragt, was wir uns vorstellen können“, schreibt eine andere Facebook-Userin.

Anders Sanderbo findet diese Kritik berechtigt, weist jedoch auch daraufhin, dass es sich bei der Umfrage um keine wissenschaftliche Untersuchung handelt: „Es geht hier primär darum, die Stimmung der Bürger einzufangen. Das Umfrageschema ist in der Tat sehr eindimensional. Daher werden wir auch die Kommentare unter dem Facebook-Beitrag in unsere Auswertung einbeziehen.“

Frist verlängert

Noch bis Montag, 1. Februar, können die Haderslebener an der Umfrage teilnehmen. Ursprünglich sollte die Online-Bürgerbefragung nach sechs Tagen enden, da das Kommunalparlament bereits im März über den neuen Masterplan abstimmen möchte und die Zeit knapp bemessen ist.

Bürgermeister H. P. Geil und der Gruppenvorsitzende der Sozialdemokraten, Henrik Rønnow (r.), wollen die Bürger in den Planungsprozess einbeziehen. (Archivfoto) Foto: Ute Levisen

Doch Bürgermeister und Finanzausschussvorsitzender H. P. Geil (Venstre) hat am Mittwoch die Umfragefrist um eine Woche verlängert, weil „bei einem derart umfassenden Projekt, in dem politische Einigkeit besteht, die Einbeziehung der Bürger einem guten Verfahren nicht im Wege stehen darf“, so Geil. Auch der sozialdemokratische Gruppenvorsitzende Henrik Rønnow begrüßt diese Entscheidung.

Einfluss der Bürger ist fraglich

Anfang Februar werden Anders Sanderbo und sein Team die Ergebnisse auswerten und an die Beratungsfirma sowie die Stadtratspolitiker weiterleiten. Inwieweit die Kommentare und Meinungen der Facebook-Nutzer, insbesondere jener, die sich grundsätzlich gegen das Bauvorhaben im Dammpark aussprechen, in dem neuen Masterplan berücksichtigt werden, ist fraglich.

„Das Architekturbüro möchte das Stimmungsbild der Bürger in den Planungsentwurf mit einfließen lassen“, so Sonderbo, „aber letztendlich liegt die Entscheidung beim Kommunalparlament. Und das hat zumindest den Bau eines Restaurants und neuen Eiskiosks bereits beschlossen.“

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