Deutsche Minderheit

Coronafreundliches Abrudern in Hadersleben

Coronafreundliches Abrudern in Hadersleben

Coronafreundliches Abrudern in Hadersleben

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Saisonabschluss 2020: Ein letztes Mal ging es für die Frauen und Männer des Deutschen Rudervereins Hadersleben am Sonnabend aufs Wasser. Foto: Privat

Wenn die Temperaturen fallen und die Tage kürzer werden, dann ist im Deutschen Ruderverein Hadersleben Abrudern angesagt. Am Sonnabend war es wieder so weit: Ein letztes Mal stachen die Ruderinnen und Ruderer in dieser Saison in See. Aufgrund der fortwährenden Corona-Pandemie fiel das traditionelle Abrudern allerdings anders aus als sonst.

„Für gewöhnlich schließen wir unsere Saison mit einem gemütlichen Beisammensein und leckerem Essen ab“, erklärt Vereinsvorsitzende Angelika Feigel, „aber wegen der Corona-Situation gab es diesmal für jeden nur ein Getränk.“

Das Thema „Corona“ zog sich damit wie ein roter Faden durch die diesjährige Sommer-Rudersaison. Schon das Anrudern im März hatte aufgrund des gesellschaftlichen Shutdowns nicht richtig stattfinden können, wie Angelika Feigel berichtet. Das Abrudern musste in diesem Jahr ebenfalls eine andere Form annehmen. „Aber immerhin konnte es stattfinden“, freut sich Feigel.

Aufgeschoben, nicht aufgehoben

Auch die in der Saison erruderten 11.500 Kilometer seien ein Zeugnis des von Corona geprägten Jahres, so Feigel: „Das sind nicht besonders viele Kilometer. Normalerweise legen wir in einer Saison um die 20.000 bis 25.000 Kilometer zurück. Aber in diesem Jahr waren unsere Ruder-Aktivitäten sehr eingeschränkt, und teilweise durften wir auch gar nicht aufs Wasser.“

Dieter ist unheimlich diszipliniert. Er ist ein Vorbild für viele von uns.

Angelika Feigel

Dabei hatte sich der Deutsche Ruderverein Hadersleben für das große Jubiläumsjahr 2020 eigentlich viel vorgenommen, so die Vorsitzende. „Ende Juli hätte ein großes Wanderrudertreffen mit 180 Ruderern stattfinden sollen, das coronabedingt leider abgesagt werden musste.“ Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, denn im Juli 2021 soll das Wanderrudertreffen nachgeholt werden. „Dann feiern wir eben 101 Jahre Deutsche Minderheit“, meint Feigel.

Diszipliniertes Vereinsmitglied

Unter diesen Umständen seien auch die erruderten 11.500 Kilometer ein ordentliches Ergebnis, findet Vereinsvorsitzende Angelika Feigel. Besonders die Saison-Leistung des langjährigen Vereinsmitglieds Dieter Hallmann sei beachtlich: 3.000 Kilometer hat der 85-Jährige mit seinem Boot Lotti auf dem Wasser zurückgelegt. „Das ist wirklich beeindruckend“, meint Feigel.

Jeden Morgen um 6 Uhr begibt sich der ehemalige Leiter der Deutschen Schule Hadersleben auf den Damm, wo er täglich 15 Kilometer rudert. „Dieter ist unheimlich diszipliniert. Er ist ein Vorbild für viele von uns“, so die Vereinsvorsitzende.

Das Wintertraining hat begonnen

Damit ist die Rudersaison 2020 auf dem Wasser abgeschlossen – nur eine fünfköpfige Männerriege wird sich auch den Winter über auf das Wasser begeben und jeden Montag in aller Frühe zehn Kilometer auf dem Haderslebener Damm rudern.

Doch auch die anderen Vereinsmitglieder müssen den Winter über nicht auf der faulen Haut liegen: Im Trainingsraum des Vereinshauses am Damstien können dienstagabends unter der Leitung von Britta Hirschhauer bis zu zehn Ruderer trainieren. Donnerstagnachmittags ist der Trainingsraum für den Rudernachwuchs reserviert und Rudertrainer Marc Oliver Klages bietet dienstagnachmittags in der Turnhalle Sport für Schüler an. Darüber hinaus können alle Vereinsmitglieder jeden Sonntag von 8 Uhr bis 11 Uhr in den Haderslev Hallen schwimmen gehen.

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