Stadtrat Hadersleben

Bonde bastelt an Grab für Windpark

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Haderslev
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Svend Brandt
Vehementer Fürsprecher: Svend Brandt, EL Foto: Ute Levisen

Nach gut vier Jahren fällt die Entscheidung im Haderslebener Stadtrat: Keine modernen Windturbinen in Kastrup-Thiset-Enge – erst mal.

Es blieb spannend bis zum Schluss, als der Stadtrat am Dienstagabend nach einer langen Diskussion und vor voll besetzten Zuschauerrängen mehrheitlich den Kommunalplanzusatz für einen Windpark bei Kastrup-Thiset-Enge ablehnte – mit einer Stimmenzahl von 18:12. Signe Knappe (Venstre) ist in diesem Punkt befangen und nahm nicht an der Abstimmung teil.

Im Klartext: Es wird vorläufig weder 25 noch 39 neue Windkrafträder bei Gramm geben – zumindest nicht in der aktuellen Stadtratsperiode. Die 17 Anlagen älteren Datums bleiben indes. Die Entscheidung gegen den Windpark kam wenig überraschend, zumal Venstres Vorstand in Gramm im Vorfeld der Abstimmung, wie berichtet, angekündigt hatte, vom Amt zurücktreten zu wollen, sofern eine Mehrheit mit Venstre-Stimmen für die Windparkpläne stimmt. Spannend blieb dennoch bis zum Ende, wer wofür oder wogegen stimmt – zumal sich die Politiker in den großen Fraktionen diesmal nicht einig waren.

Uwe Jessen: Neue Windräder mit geringerer Lärmbelästigung

Uwe Jessen (Schleswigsche Partei) stimmte für einen Änderungsvorschlag der Radikalen, der 25 Anlagen den Weg ebnen würde. Ein gewichtiges Argument, so Jessen, sei der Umstand, dass die 17 alten Anlagen dann durch neue Windkrafträder mit einer geringeren Lärmbelästigung als ihre Vorgänger ersetzt würden.

Von Venstre stimmten H. P. Geil, Holger Mikkelsen und Ole Bang Jensen für den Plan – ebenso Einheitsliste und Mitglieder der sozialdemokratischen Gruppe. Benny Bonde (LA) und die Dänische Volkspartei wünschen null Anlagen – DF ging noch einen Schritt weiter: Thies Mathiasen sähe gern, dass der gesamte Bereich als Naturschutzgebiet – will heißen, keine Windturbinen, aber auch keine Landwirtschaft – deklariert wird, was für allgemeine Erheiterung im Saal sorgte, woraufhin sich der Politiker von seinem eigenen Vorschlag distanzierte.

Bonde kündigte an, dass der Planentwurf für einen Windpark auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Technischen Ausschusses steht: Er müsse zu Grabe getragen werden, ein für allemal, denn Fakt ist, dass ein neuer Stadtrat nach der Wahl theoretisch die Pläne erneut „ausgraben“ könnte.

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