Vernissage

Eine Ausstellung maßgeschneidert für das Alte Hafenamt

Eine Ausstellung maßgeschneidert für das Alte Hafenamt

Eine Ausstellung maßgeschneidert für das Alte Hafenamt

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
Annette Gerlif (mitte) beim Aufbau der Ausstellung. Kirsten Petersen und Søren Klint Kistorp vom Kunstverein, helfen der Künstlerin dabei, das große Werk mit dem „Jensine"-Bootshaus ins rechte Licht zu rücken. Foto: Karin Friedrichsen

Bildkünstlerin Annette Gerlif richtet bei der aktuellen Ausstellung des Haderslebener Kunstvereins ihren Fokus auf das alte Holzschiff „Jensine“. Die Kunstschaffende ist begeistert
vom Hafen-Milieu der Domstadt und das spiegelt sich in den Ausstellungsstücken wider.

Der Haderslebener Kunstverein (Haderslev Kunstforening) wird am Sonnabend, 22. Februar, im Alten Hafenamt (dänisch: Det gamle Havnekontor) am Jungfernstieg/Jomfrustien 52, eine Ausstellung mit Bildkünstlerin Annette Gerlif präsentieren.

Die Vernissagerede zur Eröffnung der Ausstellung „Fragmenter af Rum“ hält Museumsinspektorin Nynne Sanderbo Martinusen. Die Vernissage beginnt um 14 Uhr und die Ausstellung ist bis zum 22. März am Wochenende von 13 bis 16 Uhr und mittwochs von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Die Künstlerin legte letzte Hand an die „Jensine"-Installation. Foto: Karin Friedrichsen

Viborgerin ist begeistert vom Kunsthaus am Hafen

Für die 48-jährige Künstlerin aus Viborg ist es die erste Ausstellung im deutsch-dänischen Grenzraum. „Das Hafenamt ist ein schöner Ausstellungsort. Ich freue mich sehr darauf meine Werke hier vorstellen zu können“, sagte Annette Gerlif am Donnerstag, als sie zusammen mit Freiwilligen des Kunstvereins die Ausstellung aufbaute.

Ein Bild-Motiv fand die Künstlerin auch an der Tür zum Alten Hafenamt. Foto: Karin Friedrichsen

Vorbereitungen liefen im Sommer 2019 an

Es ist nicht nur der Aufbau der viel Zeit erforderte. Die Vorbereitungen leitete die Künstlerin vor mehreren Monaten ein. Auf der Suche nach Inspiration war Annette Gerlif im Sommer 2019 in Hadersleben, wo sie das Alte Hafenamt und die Waterkant in Augenschein nahm. Das Holzschiff „Jensine“ war nicht auf Törn und lag in seinem Haderslebener Heimathafen. Das Schiff gewann sofort die Aufmerksamkeit der Künstlerin.

„Ich habe Fotos gemacht von dem Schiff, dem Hafengelände und dem Bootshaus, das sich in unmittelbarer Nähe des Hafenamtes befindet“, verriet Annette Gerlif.

Das Holzschiff „Jensine" aus Sicht der Künstlerin. Foto: Karin Friedrichsen

Wiedererkennungseffekt für Haderslebener

Den größten Ausstellungsraum schmückt Annette Gerlif mit den Ausstellungsstücken, die sie im Laufe der vergangenen sechs bis sieben Monate geschaffen hat. In Anlehnung an das Ausstellungsthema, „Bruchstücke des öffentlichen Raumes“ werden Besucher aus Hadersleben auf Motive aus der vertrauten Gegend stoßen.

Künstleriche Bruchstücke einer fiktiven Stadt Foto: Karin Friedrichsen

Künstlerin arbeitet mit vielen Techniken

Gerlif arbeitet mit Malerei, Grafik, Zeichnungen, Collagen und Installationen. „Ich erforsche Form, Farbe, Raum, Material und Bewegungen. Meine Werke werden als menschenleere Kulissen gestaltet. Der Betrachter kann in den Raum hineintreten und selbst ein Teil des Werkes werden“, schilderte die Künstlerin. Gerlifs Werke sind farbintensiv und überraschen durch eine ungewöhnliche Vielfalt.

„Mich fasziniert die Vielfalt, die ich in Stadträumen finde“, so Gerlif, die mithilfe verschiedener Materialien und Wechselwirkungen, wie beispielsweise Leinwand auf Leinwand und Papier auf Papier, veränderliche Werke komponiert. Davon zeugt unter anderem eine große Installation welche die Gedanken der Besucher höchstwahrscheinlich auf das maritime Umfeld und das Holzschiff, welches übrigens vom Ausstellungsraum sichtbar ist, hinleitet.

Annette Gerlif arbeitet mit verschiedenen Materialien und Formen Foto: Karin Friedrichsen

Umweltingenieurin sattelte um

Die Teilnehmer der Vernissage werden Gelegenheit haben, mit der Künstlerin zu sprechen. Gerlif gab vor einigen Jahren ihren Beruf als Umweltingenieurin bei der Kommune in Viborg auf, um sich ganz der Kunst zu widmen. Sie studierte während ihrer Arbeit als Umweltingenieurin unter anderem an der Kunstakademie in Aarhus und der Grafischen Schule (dänisch: Grafisk Skole) in Aalborg. Gerlif debütierte 2006 mit einer Ausstellung in Aarhus.

Kirsten Petersen, die Schriftwartin im Kunstverein, in einem der Ausstellungsräume. Foto: Karin Friedrichsen
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