Genehmigung ist nichtig

Aus für Hühnerstall in Traumlage

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Etti Bramsen Kjær, im Februar 2017 auf dem Feld vor ihrem Haus, wo die Familie Bonde damals einen Hühnerstall plante. Foto: Karin Riggelsen

„Miljø- & Fødevareklagenævnet“erklärt die von der Kommune Hadersleben erarbeitete Umweltgenehmigung für Stadtratspolitiker Benny Bonde und seine Söhne als nichtig. Nachbarin Etti Kjær Bramsen jubelt. Die 65-Jährige freut sich darüber, dass die naturschöne Landschaft vor ihrer Tür erhalten bleibt.

Die Söhne von Stadtratsmitglied Benny Bonde (LA) haben im Spätherbst 2016 ihre Pläne für den Bau eines ökologischen Legehennenbetriebes präsentiert. Am Mittwoch, rund zwei Jahre nachdem die Baupläne, die massive Proteste auslösten, eingeklagt wurden, wurde klar, dass „Miljø- & Fødevareklagenævnet“ die von der Kommune Hadersleben erteilte Umweltgenehmigung für den Stall in naturschöner Lage am Erlefferweg für nichtig erklärte. Als Begründung dafür wird unter anderem eine mit Fehlern behaftete Entscheidung der Kommune Hadersleben angeführt.

Benny Bonde gibt sich gelassen

Benny Bonde, der bei der Kommunalwahl 2017 als Vorsitzender des Technischen Ausschusses wiedergewählt wurde, nimmt den Bescheid mit Gelassenheit auf:

„Wir haben schon vor anderthalb Jahren beschlossen, dass wir den Legehennenbetrieb nicht bauen werden. Der Preis für ökologische Eier ist in den vergangenen Jahren um 50 Prozent gefallen, der Markt überschwemmt. Wir hätten wahrscheinlich keinen Vertrag mit einer Packerei bekommen“, so Bonde am Donnerstag.

Hähnchenmast am Nørskovgård, Schweinemast und Neubaugebiet

Die Entscheidung, die Pläne zu den Akten zu legen, wurde auch getroffen, nachdem er und seine Söhne eine Hähnchenmast am Nørskovgård erworben hatten. „Wir konzentrieren uns jetzt auf die Hähnchenfarm, wo wir jährlich durchschnittlich eine Million Hähnchen produzieren. Darüber hinaus haben wir auch das Baugelände am Erlevhøj und unsere Schweinemast. Arbeitslos werden wir nicht, denn wir haben viele Pläne“, erklärt der Großbauer. Bonde macht keine Angaben darüber, wie groß die Ausgaben waren, die in die Vorplanung investiert wurden: „Das ist nicht so schlimm. Das Museum hat nur eine kleine Untersuchung durchgeführt“, so Bonde, der auch keinen Kostenvoranschlag über das Bauprojekt preisgibt: „Geldbeträge werden so merkwürdig, wenn sie in den Medien breitgetreten werden.“

Komplizierte Angelegenheit, die viele Gehirnzellen erfordert

Der Großbauer und Politiker aus Mastrup war während der kommunalen Behandlung der Baupläne befangen.

„Wir haben darüber gesprochen, dass die Behörde die Sache vielleicht vergessen hat“, scherzte Bonde. Den Grund dafür, dass die Instanz die Entscheidung der Kommune aufhebt, kommentiert der Ausschussvorsitzende nicht.

„Das ist eine komplizierte Angelegenheit. Ich habe nicht genug Hirnzellen, um die lange Beschreibung dafür erklären zu können“, sagt er. Bonde rechnet nicht damit, dass seine Familie gegen die Entscheidung klagt, um den Fall, wie von der Behörde vorgegeben, erneut vom Technischen Ausschuss behandeln zu lassen.

„Meine Leute in der Verwaltung sollen sich nicht mit der Sache befassen“, begründet Bonde seine Entscheidung.

Nachbarin veranstaltet Freudentanz

„Juhu! Ich bin so glücklich. Wir haben einen Freudentanz aufgeführt, als der Brief von der Instanz am 21. Dezember bei uns eintrudelte“, lacht Etti Bramsen Kjær.

Die Mastruperin wandte sich im Februar 2017, als die Pläne mit dem ökoligischen Federvieh ins Rollen kamen, an unsere Zeitung. Brahmsen Kjær und ihr Mann Jens Erik Kjær wohnen am Erlefferweg. Der Legehenenbetrieb hätte direkt vor ihrem Haus errichtet werden sollen. Dadurch hätte das Ehepaar nicht nur den Blick über Felder und das ehemalige Krankenhaus eingebüßt: Die Sorge um das beliebte Naherholungsgebiet am Geheimratsstieg und den Damm sowie ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf dem schmalen Erlefferweg wog ebenfalls schwer, als sie sich in den Kampf gegen den Bau des Stalls begaben.

Stickstoffausstoß verkehrt berechnet

„Die Kommune hat den Stickstoffausstoß ins Tunneltal mit zwei Prozent berechnet. Der Berechnung von ,Miljø- & Fødevareklagenævnet‘ zufolge würde sich der Ausstoß bei 2,9 Prozent einpendeln. Die Kommune hat sich somit um etwa 45 Prozent verrechnet“, sagt der 69-jährige Kjær. Der Einfluss auf das Naherholungsgebiet scheint somit nicht ohne Bedeutung zu sein, überlegt Jens Erik Kjær.

Seine Frau fasst es folgendermaßen zusammen:

„Ich habe nichts gegen Benny Bonde und seine Familie. Die Bondes werden sich vielleicht überlegt haben, dass sie keinen Hühnerstall bauen wollen, der nur 500 Meter von ihrem Neubaugebiet am

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