Deutsche Minderheit

Auch die Ganzjahresruderer freuen sich aufs Anrudern

Auch die Ganzjahresruderer freuen sich aufs Anrudern

Auch die Ganzjahresruderer freuen sich aufs Anrudern

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
Kim Fuglsang, Harro Hallmann, Helmuth Krause, Olav Hansen und Dieter Hallmann (v. l.) rudern das ganze Jahr über bei Wind und Wetter. Foto: Annika Zepke

Traditionell wird die Brücke beim Abrudern im Herbst eingeholt und beim Anrudern im Frühjahr wieder zu Wasser gelassen. Im Deutschen Ruderverein Hadersleben ist dem zwar nicht so, weil ein Ruderteam auch im Winter auf dem Damm trainiert, angerudert wird aber dennoch.

Nach Hoyer (Højer) und Gravenstein (Gråsten) zieht jetzt auch Hadersleben nach: Am Sonntag, 18. April, wird ab 11 Uhr im Deutschen Ruderverein Hadersleben (DRH) angerudert und damit eine neue Saison eingeläutet.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Das Anrudern hat im Deutschen Ruderverein Hadersleben allerdings eher einen symbolischen Charakter. Denn anders als in den meisten anderen Rudervereinen muss beim DRH an diesem Tag nicht die Brücke zu Wasser gelassen werden. Diese wird im Herbst gar nicht erst abmontiert, weil fünf tüchtige Ruderer auch in den Wintermonaten auf dem Haderslebener Damm fleißig Ruderkilometer sammeln.

Seit mehr als zehn Jahren treffen sich die fünf Ruderkameraden jeden Montagmorgen, um pünktlich um 7.30 Uhr in See zu stechen. Foto: Annika Zepke

Jeden Montagmorgen pünktlich um 7.30 Uhr treffen sich Olav Hansen, Kim Fuglsang, Helmuth Krause sowie Harro und Dieter Hallmann am DRH-Vereinshaus, um in See zu stechen – seit über zehn Jahren schon.

Gekniffen wird nicht

„Manchmal treffen wir uns auch zweimal pro Woche“, erklärt Olav Hansen. „Gekniffen wird nicht“, lautet das Motto der fünf Ruderer, ergänzt Kim Fuglsang: „Das ist der Vorteil, wenn man zu fünft im Boot sitzt. Allein würde man bei schlechtem Wetter schneller darauf verzichten, rauszufahren. Aber im Team sagt man nicht einfach ab.“

Lediglich zwei Dinge gibt es, die die fünf Ganzjahresruderer davon abhalten können, ins Ruderboot zu steigen: Sturm und Eis. Letzteres habe ihnen im vergangenen Winter das eine oder andere Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht, wie Dieter Hallmann erzählt: „Vor uns waren gut 100 Meter zugefroren, aber wir sind trotzdem gestartet, weil wir dachten, es sei nur eine sehr dünne Eisschicht. Wie sich herausstellte, als wie steckenblieben, war dem nicht so.“

7.500 Ruderkilometer mit dem Team

Trotz eisiger Temperaturen – insbesondere der Steuermann wird laut Dieter Hallmann regelmäßig zum Eisklumpen – genießen die Ruderkameraden die frühe Trainingseinheit. „Das ist ein guter Start in die Woche“, meint Kim Fuglsang.

Auch wenn das Vereinshaus am Haderslebener Damm coronabedingt noch nicht genutzt werden darf – angerudert wird am kommenden Sonntag trotzdem. Foto: Annika Zepke

Gut 7.500 Kilometer haben die fünf auf ihren montäglichen Touren bereits errudert, wobei die Männer über die Jahre einzeln deutlich mehr Kilometer zurückgelegt haben.

„Allein seit dem offiziellen Abrudern im Herbst bin ich wieder 1.250 Kilometer gerudert“, sagt Dieter Hallmann, der nicht selten vor dem Team-Training im Einer schon eine Runde über den Damm dreht.

Anrudern ist ein Muss – auch für Ganzjahresruderer

Auch wenn sie streng genommen nicht mehr anrudern müssen, freuen sich die fünf Ganzjahresruderer auf das Anrudern am kommenden Sonntag, wie sie verraten: „Das ist der Saisonauftakt, dann geht auch das Vereinsleben endlich wieder los.“

Coronabedingt muss das Anrudern im Deutschen Ruderverein Hadersleben jedoch ausschließlich draußen vonstattengehen. Vereinsvorsitzende Angelika Feigel fordert alle Teilnehmenden daher dazu auf, bereits in Sportkleidung zur ersten offiziellen Ausfahrt zu erscheinen, da das Vereinshaus nicht genutzt werden darf.

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