Kunstprojekt

Kostenlose Drahtesel für die Domstadt

Kostenlose Drahtesel für die Domstadt

Kostenlose Drahtesel für die Domstadt

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Mit ihrem „Jernheste“-Projekt wollen die Haderslebener Kunsthalle und das Mittwochskollektiv der Domstadt ein Geschenk machen. Foto: Annika Zepke

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„Jernheste“ heißt das jüngste Projekt des Mittwochskollektivs in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle 6100. Es soll ein Geschenk an alle sein und den Haderslebenerinnen und Haderslebenern kostenlosen Zugang zu Fahrrädern verschaffen.

Jede Menge Fahrräder zierten am Donnerstag den Graben in Hadersleben. Dort war Oliver Maarup Jørgensen, Initiator des jungen Künstlerkollektivs „Onsdagskollektivet“ der Kunsthalle 6100, damit beschäftigt, die alten Drahtesel auf Vordermann zu bringen.

Sie sind Teil eines neuen Kunstprojekts des Mittwochkollektivs und der Kunsthalle 6100, das im Rahmen der diesjährigen Festwoche von „Trekantområde“ eingeweiht werden soll. Die Idee für das Projekt mit dem passenden Namen „Jernheste“ (Stahlross) ist Oliver Maarup Jørgensen und Kunsthallen-Leiterin Marie Dufresne bereits vor über einem Jahr gekommen.

„Die Leute waren ganz verrückt danach, ihre Räder bei uns abzugeben“, sagt Oliver Maarup Jørgensen, Initiator von „Onsdagskollektivet“. Foto: Annika Zepke

Sammelstelle für alte Fahrräder

„Die Idee, Fahrräder aufzupeppen, stammt eigentlich von Morten (Nørby Poulsen vom Talentcenter Haderslev; Anmerkung der Redaktion)“, erklärt Oliver Maarup Jørgensen. Doch die Idee eines Fahrrad-Projekts habe bei ihm und Marie Dufresne sofort Anklang gefunden, so der 21-Jährige weiter: „Marie wollte schon lange etwas mit Gratis-Transport machen, und ich habe schon als kleines Kind zusammen mit meinem Opa alte Fahrräder repariert. Daher passte das perfekt.“

„Wir wollen sehen, wie die Leute mit dieser Art von Geschenk an die Stadt umgehen.“

Oliver Maarup Jørgensen

Gemeinsam haben sie in der Kommune Hadersleben einen Aufruf nach alten Fahrrädern gestartet, die ihre Besitzerinnen und Besitzern nicht länger brauchen. 14 Fahrräder sind auf diese Weise bislang zusammengekommen, berichtet Oliver Maarup Jørgensen stolz: „Die Leute waren ganz verrückt danach, ihre Räder bei uns abzugeben.“

Ein kreatives Wiedererkennungsmerkmal muss her

Während der Projektleiter derzeit damit beschäftigt ist, Reifen zu flicken und Ketten auszuwechseln, sind am 28., 29. und 30. Juli alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich an der Gestaltung der Fahrräder zu beteiligen. „Wir wollen die Fahrräder aufpeppen und sie auf kreative Weise kenntlich machen, damit sie in der Stadt einen hohen Wiedererkennungswert haben“, so Maarup Jørgensen. Zur Unterstützung haben sie für den Workshop in der kommenden Woche den dänischen Künstler Christian Finne engagiert.

Noch müssen die Räder auf Vordermann gebracht werden, doch schon bald sollen sie den Haderslebenerinnen und Haderslebenern kostenlos zur freien Verfügung stehen. Foto: Annika Zepke

Am 27. August, dem ersten Tag der Festwoche von „Trekantområde“, soll das fertige Endprodukt der Öffentlichkeit präsentiert und vor allem zugänglich gemacht werden, erklärt Oliver Maarup Jørgensen. „Die Fahrräder sollen den Leuten frei und kostenlos zur Verfügung stehen“, betont der Haderslebener. Einen offiziellen Verleih der Räder werde es daher nicht geben. „Wir überlegen gerade noch, wie und wo wir eine Art ‚Stall‘ für die Fahrräder bauen können, damit es einen festen Ausgangspunkt gibt, wo sie abgestellt werden können“, verrät Maarup Jørgensen.

Eine Frage der Verantwortung

Bei der Initiative gehe es um gemeinsame Verantwortung, erläutert der engagierte Projektleiter: „Wir wollen sehen, wie die Leute mit dieser Art von Geschenk an die Stadt umgehen. Unsere Hoffnung ist, dass mit den Rädern anständig umgegangen wird, weil man Geschenke im Allgemeinen ja auch ordentlich behandelt.“

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