Street-Art

Claudia und Dato versprühen Kunst aus der Dose am ZOB

Claudia und Dato versprühen Kunst aus der Dose am ZOB

Claudia und Dato versprühen Kunst aus der Dose am ZOB

Hadersleben/Haderslev
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Claudia Facondini und Dato bei der Arbeit Foto: Ute Levisen

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Der sogenannte Superradweg, der am Haderslebener Busbahnhof ZOB vorbeiführt, ist auf diesem Streckenabschnitt kaum wiederzuerkennen. Auf Hunderten Metern können Passantinnen und Passanten seit Kurzem farbenprächtige Kunst aus der Spraydose bewundern. Hinter dieser Street-Art verbirgt sich ein besonderes Duo.

Dato ist der Name – Don Dato eigentlich, aber nur auf Facebook, weil er dort einen Vornamen angeben musste. Auch „Wiederholungstäter“ – im positiven Sinne – könnte Dato auf seine Visitenkarten schreiben. Immer wieder kehrt er nach Hadersleben zurück. Der Grund?

Adieu Tristesse

Dort, genauer gesagt, an der einstmals grauen Mauer am Busbahnhof von Hadersleben, kann sich der 50-Jährige austoben. Die Mauer-Tristesse haben er und andere Street-Art-Künstler verbannt. Und wie.

Über 6.000 Werke hat Dato bislang gestaltet. Auf Instagram findet man ihn als Dato1. Foto: Ute Levisen

Dieser Tage legt Dato, mit bürgerlichem Namen Brian Hasager, Hand an sein neuestes Werk. Gemeinsam mit Claudia Facondini verwandelt der Graffiti-Künstler die Mauer am Busbahnhof in ein farbenprächtig schillerndes Kunstwerk.

Win-win-Situation

„Die Kommune hat uns die Mauer für unsere Arbeiten zu Verfügung gestellt“, erzählen Dato und Claudia. Die passionierten Graffiti-Künstler arbeiten zwar kostenlos – umsonst sind ihre Dienste nicht. Dort, wo bis vor gar nicht allzu langer Zeit Schmierfinken ihre Spuren hinterlassen haben, reiht sich nun Kunstwerk an Kunstwerk.

Auch Claudia Facondini sprüht aus Leidenschaft. Foto: Ute Levisen

Für das Künstler-Duo und die Kommune ist das Projekt eine Win-win-Situation, denn Flächen, auf denen sie nach Herzenslust drauflossprühen können, sind rar. Umso erfreuter sind die beiden, dass ihnen in Hadersleben genau diese Möglichkeit geboten wird: Kunst gegen Fläche.

„Wir kommen regelmäßig wieder hierher und gestalten neue Graffiti-Werke“, sagt Dato. Und die Mauer bleibt sauber.

Seine Werke schließt Dato mit seiner Signatur ab. Foto: Ute Levisen

Ein Œuvre aus 6.000 Werken

Beide sind in der Domstadtkommune und in Dänemark keine Unbekannten: Claudia Facondini ist die Leiterin des Woyenser Jugendclubs am Tingvejen in Regie der Jugendschule von Hadersleben, und Dato ist in der Szene nachgerade berühmt: Über 6.000 Werke hat der Graffiti-Künstler aus Aarhus hierzulande, aber auch im Ausland gestaltet.

Vom Mauerblümchen zur Augenweide: Die Trennwand am ZOB zum Radweg präsentiert sich in neuem Look. Foto: Ute Levisen

Seit den 80er Jahren mit der Dose auf Achse

Seit Mitte der 80er Jahre hat sich Brian Hasager dieser Form der Straßenkunst verschrieben – mit Leib und Seele. Man sieht es den Werken an, dass sie mit Liebe gesprüht worden sind.

Datos Hoffnung ist nun, dass Schmierfinken künftig einen großen Bogen um die farbenfrohen Mauermalereien machen – und damit ist er nicht allein.

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