Artothek im Haus Nordschleswig

Spontan-Lieferung nach Berlin

Spontan-Lieferung nach Berlin

Spontan-Lieferung nach Berlin

Apenrade/Berlin
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Aus mehr als 700 Originalgrafiken, Gemälden und Drucken können Kunstliebhaber auswählen. Foto: Karin Riggelsen

Ein Bild aus der Artothek im Haus Nordschleswig schmückt nun das Büro des Minderheitenbeauftragten Bernd Fabritius im Innenministerium in Berlin.

Welcher Nutzer der Bücherei-Artothek kann schon von sich behaupten, dass ihm eines der Werke quasi persönlich angeliefert wurde? Und das über eine Strecke von fast 500 Kilometern hinweg – von der Apenrader Westerstraße bis nach Berlin Tiergarten. Das kann nun Bernd Fabritius.

Er ist nicht nur neuer Entleiher geworden, sondern auch – relativ – neuer Beauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten der Bundesregierung.

Ein solches Amt führt Antrittsbesuche bei Minderheiten mit sich. Ein solcher wiederum führte ihn Anfang November zur deutschen Volksgruppe nach Apenrade – und beim Rundgang durch das Haus Nordschleswig unter anderem in den Keller und in die Artothek der Deutschen Zentralbücherei.

Sofort begeistert

Dort fiel dem 53-Jährigen, der als Siebenbürger Sachse in einer Minderheit aufgewachsen ist, ein Bild ins Auge, das er gleich mit „Wow, das ist so toll!“ kommentierte, wie Büchereidirektorin Claudia Knauer berichtet. Gemalt hat Ina Lüders das Bild mit dem Titel „Meine Schwesterfamilie“ (Ausschnitt rundes Foto). Ina Lüders ist eine Nichte von Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN).
Das Werk – Öl auf Leinwand – hängt jetzt in Fabritius’ Büro im Berliner Innenministerium. Mitnehmen konnte er es allerdings nicht auf seinem Weg zurück nach Berlin – denn dafür war es einfach zu groß.

Beim Rundgang durch das Haus Nordschleswig Anfang November verliebte sich Fabritius in das Bild aus der Artothek. Foto: Sara Wasmund

Aber im Kofferraum des Renault Megane von Claudia Knauer „passte das Bild haargenau auf die Rückbank“, wie sie erzählt. „Ich wollte sowieso mit meiner Tochter nach Berlin fahren, da habe ich angeboten, das Bild mitzunehmen. Und weil Hinrich und Uwe Jessen (BDN-Generalsekretär, d. Red.) auch gerade in der Hauptstadt waren, haben wir abends um 20.30 Uhr in Fabritius’ Büro spontan eine kleine Übergabe arrangiert.“ Dabei waren auch als Vertreter des Deutschen Jugendverbandes Lasse Tästensen, Tobias Klindt und Sofie Knauer.

Sonderkonditionen

Bernd Fabritius wird in der Kartei der Entleiher nicht als Privatmann geführt, sondern als „Institution“. Und Institutionen werden bei der Entleihe schon mal Sonderkonditionen eingeräumt. „Da lassen wir mit uns reden“, versichert Knauer.

In Berlin kann das Bild aus Nordschleswig den Minderheitenbeauftragten nun zwei Jahre lang erfreuen. Ob der CSU-Mann es nach Ablauf der Leihfrist selbst zurückbringt oder es jemand aus der Volksgruppe einfach mitbringt, ist vielleicht eine neue Geschichte.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Wetten dass...“