Umwelt und Natur

Wieder Sauerstoffschwund

Wieder Sauerstoffschwund

Wieder Sauerstoffschwund

Kopenhagen/Apenrade
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Foto: Ernst Van Norde/Ritzau Scanpix

Nordschleswigs Förden sind vom Sauerstoffschwund stark betroffen. Laut Umweltbehörde war der Sauerstoffgehalt im Küstenwasser schon seit Jahresbeginn relativ niedrig.

Auch im warmen Jahr 2019 sind viele dänische Küstengewässer von Sauerstoffschwund betroffen. Der neueste Bericht der dänischen Umweltbehörde weist darauf hin, dass in den vergangenen Wochen die Haderslebener, Apenrader und Flensburger Förde sowie der Kleine Belt besonders stark betroffen waren.

In der Apenrader Förde ist es sogar zu Fischsterben gekommen, nachdem bei starkem Wind für die Tierwelt giftiges Tiefenwasser an die Oberfläche gedrückt wurde. Es war mit Schwefelwasserstoff durchsetzt, der sich in Bodennähe durch Fäulnisprozesse gebildet hat – wegen Aufzehrung des im Wasser gelösten Sauerstoffs.

Laut Umweltbehörde war der Sauerstoffgehalt im Küstenwasser schon seit Jahresbeginn relativ niedrig, weil es deutlich wärmer als in Normaljahren war. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen als kühleres. Am Meeresgrund entsteht Sauerstoffschwund durch Zersetzung von Algen, wobei Sauerstoff verbraucht wird.

Die Karte zeigt in Rot Bereiche mit Sauerstoffschwund. Foto: DCE

Die Algen werden aufgrund zu großer Zufuhr von Nährstoffen aus der Luft und durch Einschwemmung vom Land bei sonnigem Wetter zur Massenvermehrung angeregt. In den sauerstofffreien Tiefenzonen der Förden sterben festsitzende Muscheln und Würmer ab; Fische können entkommen. Allerdings nicht, wenn sie mit Schwefelwasserstoff in Berührung kommen, der entsteht, wenn es im Bodenschlamm bei fehlendem von Sauerstoff zu Fäulnisprozessen kommt.

Die Daten für den neuen Sauerstoffbericht der Umweltbehörde, die das Institut DCE der Uni Aarhus eingesammelt hat, berücksichtigen den Zeitraum 24. August bis 18. September. Sauerstoffschwund gab es auf einer Meeresfläche von 1.700 Quadratkilometern. Ein schwacher Trost ist, dass im vergangenen Jahr 2018 der Sauerstoffmangel eine 20 Prozent größere Fläche betraf. Das stürmische Wetter der vergangenen Tage könnte die Sauerstoffsituation etwas verbessert haben.

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