Umwelt und Natur

Waldohreulen: Heimliche Mitbewohner in heimischen Wäldern und Siedlungen

Waldohreulen als heimliche Nachbarn

Waldohreulen als heimliche Nachbarn

Hoyer/Højer
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Die Waldohreulen leben oft unbemerkt von ihren menschlichen Nachbarn in Parks und Gehölzen auch in Städten und Dörfern. Foto: Volker Heesch

Die ganzjährig in heimischen Gefilden vorkommende Eule hat sich auch an Leben in der Nähe der Menschen angepasst. Anwesenheit des nachtaktiven Vogels momentan durch Bettelrufe der Jungen zu erkennen.

Bei abendlichen Touren am Rande von Städten und Dörfern in Nordschleswig können aufmerksame Naturbeobachter Waldohreulen bei ihrer Futtersuche sehen. Die Waldohreule, die ihren Namen zwei Federbüscheln am Kopf verdankt, die gar nichts mit den seitlich am Kopf sitzenden Ohren der Vögel zu tun haben, führen ein heimliches Dasein.

Reviergesang im Frühjahr

Ihre Anwesenheit verraten sie im zeitigen Frühjahr durch den Reviergesang des Männchens, ein monotones, dumpfes „Huh“. Ab Mai sind auch Bettellaute der Jungen zu vernehmen, ein mit Einsetzen der Dämmerung zu hörendes „Fiepen“. Die Weibchen lassen mitunter Fütterungslaute erklingen, ein nasales Stakkato. Bei Störungen am Nest unternehmen die Waldohreulen Imponierflüge und stoßen miauend-jaulende Warnrufe aus. Die Waldohreulen brüten meist in verlassenen Krähen- und Elsternestern.

Tagsüber verborgen in Bäumen

Nach Beuteflügen in der Morgendämmerung sitzen sie verborgen in Baumkronen. Selten werden auch Beuteflüge am Tag unternommen. Die Waldohreulen, die sich überwiegend von Wühlmäusen ernähren, verraten ihre Anwesenheit auch durch Gewölle, walzenförmige Nahrungsmittelreste, die unverdauliches Fell und Knochen der Nahrungstiere enthalten, die von den Eulen herausgewürgt werden und unter Bäumen liegen, auf denen sich die Vögel regelmäßig setzen.

Lautlose Flüge

Die Bestände der Waldohreulen schwanken von Jahr zu Jahr, in Abhängigkeit vom Vorkommen der von ihnen erbeuteten Nager. Laut dänischem Vogelschutzverband Dansk Ornitologisk Forening (DOF) kommen Waldohreulen in ganz Nordschleswig vor. Allerdings herrscht aufgrund des heimlichen Lebens der Eulen mit hellbraunem Gefieder, die lautlos Suchflüge unternehmen und akustisch lokalisierte Beutetiere mit vorgestreckten Fängen ergreift, Unsicherheit über die Bestandsgröße. Aufgrund der Ausräumung und intensiveren Nutzung der Agrarlandschaft haben sich die Waldohreulen vermutlich stärker in der Nähe der Menschen, besonders gern in Parks mit großen Bäumen und auf Friedhöfen angesiedelt.

Im Winter Eulen in Gemeinschaft

Während des Winters kommen auch Waldohreulen aus Schweden und Finnland nach Dänemark. Zeitweise versammeln sich Gruppen von 20 bis 30 Tieren auf Bäumen, wo sie während des Tages ruhen. In den hellen Nächten von Mai bis Juni lohnt sich bei spätabendlichen Spaziergängen die Ausschau nach Waldohreulen, die eine Spannweite von bis zu 95 Zentimetern erreichen.

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