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Waldbrandgefahr: Bereitschaft sieht sich gewappnet

Waldbrandgefahr: Bereitschaft sieht sich gewappnet

Waldbrandgefahr: Bereitschaft sieht sich gewappnet

Nordschleswig
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Drei Hubschrauber bekämpfen in Hästveda/Schweden am Mittwoch, 24. April, einen Waldbrand. Foto: Johan Nilsson/TT/Ritzau Scanpix

In Norwegen brennt der Wald, in Deutschland warnen die Behörden vor Bränden, und auch in Dänemark steigt die Waldbrandgefahr, denn das Land klettert nach einigen Wochen fast ohne Regen die Trockenheitsskala nach oben.

Dänemark braucht Regen, dem Dänischen Meteorologischen Institut (DMI) zufolge befindet sich das Königreich auf einem Index für Trockenheit knapp auf Stufe 9 von 10. Nach Zahlen von DMI fielen in den Kommunen Nordschleswigs zusammengerechnet im April bis jetzt 4,2 mm Niederschlag; der Durchschnitt liegt bei 29,9 mm. Mikael Scharling, Meteorologe beim DMI, hat errechnet, dass Dänemark 60 mm Niederschlag im Durchschnitt fehlen – ein massiver Unterschuss, der das Land auch bei kleineren Regengüssen schnell wieder trocken werden lässt. Das hat Folgen für die Pflanzen, die auf den Feldern der Landwirte wachsen und für die Wälder, in denen die Waldbrandgefahr höher und höher steigt.

Lars Møldrup, Chef der Beredskab Sønderjylland – dem Zusammenschluss der Feuerwehren der Kommunen Apenrade, Hadersleben und Tondern – denkt, dass Brände anders als in Norwegen und Schweden in Nordschleswig einfacher in den Griff zu kriegen wären. Die Bereitschaft in Dänemark ist ihm zufolge gut vorbereitet, und die Wälder Dänemarks seien nicht so unzugänglich und überwiegend mit Zufahrten und Löschwegen aufgebaut. Dezidierte Löschflugzeuge oder -hubschrauber gebe es zwar nicht, so Møldrup, aber: „Wir haben ja viele Hubschrauber. Was man dann macht, ist, eine Wasseraufnahme anzuhängen. Die Bekämpfung eines größeren Waldbrandes wird in Dänemark Møldrup zufolge von der Bereitschaftsbehörde koordiniert.

Wichtig ist für Chef der Bereitschaft die vorbeugende Arbeit. Er sagt: „Ich glaube, der vergangene Sommer hat den Menschen das Gefühl vermittelt, dass es Dinge gibt, die Naturbrände verursachen können, an die sie bisher gar nicht gedacht haben. Zum Beispiel sind mehrere Feuer entstanden, weil Autos mit Katalysatoren in hohem Gras gestanden haben. Møldrup rät den Nordschleswigern, achtsam zu sein. „Zigarettenstummel sollte man nicht wegwerfen, kein offenes Feuer machen, nicht in der Natur grillen, sondern sich an der Natur erfreuen, wie sie ist. Und übrigens dürfen alle gerne Glasscherben und dergleichen einsammeln, denn vergangenes Jahr haben wir es sehr häufig erlebt, dass Glasscherben in der Natur wie Brenngläser funktionieren und Brände verursachen.“

Eine Niederschlagshöhe von 1 mm entspricht der Niederschlagsmenge von einem Liter pro Quadratmeter.

Was Lars Møldrup vermutlich freuen wird: Regen ist in Sicht, in den kommenden Tagen wird das Wetter wechselhafter. DMI-Meteorologe Mikael Scharling rechnet bis einschließlich Sonntag mit insgesamt bis zu 20 mm Niederschlag in Nordschleswig und Süddänemark. Eine Verbindung zu der langen Trockenphase im vergangenen Jahr sieht er nicht. DMI schaut, was das Wetter angeht, auch weiter in die Zukunft und gibt eine Saisonprognose heraus. Anfang Mai erwarten die dänischen Meteorologen sonniges Wetter; ab und an können Regenfronten von West und Südwest für Schauer sorgen. Im Laufe des Monats wird das Wetter unbeständiger. Der Juni und der Juli sollen warm und sonnig werden, mit Schlechtwetterfronten, die nur ab und an Regen bringen.

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