Corona-Krise

Psychiatrien: Behandlung übers Internet

Psychiatrien: Behandlung übers Internet

Psychiatrien: Behandlung übers Internet

Vejle
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Die Psychiatrie in Vejle Foto: Mogens Juhl/Ritzau Scanpix

Die Psychiatrien in Süddänemark müssen den Spagat wagen. Zum einen die Ansteckunggefahr mit dem Coronavirus minimieren, zum anderen die Kranken behandeln. Ein Ausweg in einigen Fällen scheint die Behandlung übers Internet zu sein.

Die massiven Einschnitte und Beschränkungen im öffentlichen Leben setzen auch Patienten mit psychischen Erkrankungen unter Druck. Die Psychiatrien der Region Süddänemark weisen nun darauf hin, dass sie zum einen die Ansteckungsgefahr selbst minimieren wollen, zum anderen Patienten weiterhin die notwendige Behandlung erhalten sollen.

Um beides in Einklang zu bringen, nutzen die Psychiatrien verstärkt Videokonsultationen. So haben sich die Behandlungen per Video und Telefon innerhalb der vergangenen zwei Wochen verdreifacht. Somit werden zwei Drittel der ambulanten Behandlungen online geführt.

Laut Anders Meinert Pedersen, ärztlicher Direktor der Psychiatrien in Süddänemark, bleiben aber Vereinbarungen über ambulante Behandlungen bestehen. Sollte es Änderungen geben, werde sich die Klinik mit dem Patienten in Verbindung setzen.

Pedersen zufolge zeigt eine landesweite Untersuchung, dass die Patienten zufrieden mit einer Videokonsultation sind. Auch die Forschung zeige, so die Süddänischen Psychiatrien, dass der Nutzen von Videokonsultationen auf dem Niveau von klassischen Behandlungen liege, bei denen Arzt und Patient Auge in Auge miteinander sprechen. Es sei aber weiterhin möglich, die Psychiatrie aufzusuchen.

Sechs Ratschläge

Viele Menschen in Dänemark, in Europa und der Welt fürchten sich vor dem Virus. Damit die Corona-Angst nicht überhandnimmt, hat die dänische Psychiatrische Stiftung (Psykiatrifonden) sechs Ratschläge:

  1. Den Tag planen. Sollte man zu denen zählen, die nach Hause geschickt wurden oder sich in Quarantäne befinden, sollte der Tag eine Struktur haben. Die Unsicherheit, wie lange das Leben in Dänemark nahezu stillsteht, kann an den Nerven zerren. Ein Plan gibt einem das Gefühl, etwas gegen diese Unsicherheit zu tun.
  2. Weniger Nachrichten. Man sollte sich informieren, aber in Maßen. Wen die Nachrichten sehr mitnehmen, der sollte einfach weniger davon konsumieren.
  3. Sage stopp: Wenn die negativen Gedanken sich verselbstständigen, stopp sagen.
  4. Nicht isolieren: Geteiltes Leid ist halbes Leid – mit einem Freund oder einer Freundin spazieren gehen – natürlich mit Abstand – oder sich über die sozialen Medien austauschen.
  5. Genug Schlaf. Schlaf ist wichtig, aus biologischer und psychologischer Sicht.
  6. Darüber sprechen. Wer Sorgen hat, sollte darüber reden, aber auch über etwas anderes, damit der Virus im Leben nicht zu viel Raum einnimmt.
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