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Deutsche Schulen widerstehen dänischer „Aula“-Welle

Deutsche Schulen widerstehen dänischer „Aula“-Welle

Deutsche Schulen widerstehen dänischer „Aula“-Welle

Laure Saint-Alme
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
„Aula ist simplifiziert – so werden nur die Kernfunktionen übernommen“, sagt der Lehrer Rasmus Egede Dahl „Danmarks Radio". Foto: Archiv

Die neue Kommunikationsplattform „Aula“ hat kürzlich in den dänischen Volksschulen „Skoleintra“ ersetzt, aber nicht in den deutschen Schulen in Nordschleswig. Kann das ehemalige System überhaupt noch etwas? „Der Nordschleswiger“ hat das untersucht.

„Aula“-Funktionen

  • Nachrichten zwischen Eltern, Schülern, Lehrern austauschen
  • Diskussionsforum
  • Gesundheitsinformation
  • Stundenplan
  • Pinnwand
  • Buchung eines Gespräches
  • Registrierung, Eintritts- und Ausgangszeit der Schüler

Quelle: DR/Aula

Die digitale Revolution in den dänischen Volksschulen läuft schon seit Jahren – jetzt folgt die zweite Welle: Statt „Skoleintra“ haben 98 dänische Kommunen in ihren öffentlichen Schulen die neue Kommunikationsplattform „Aula“ eingeführt.

Die Kommune Hadersleben/Haderslev verspricht auf ihrer Webseite eine bessere, intuitivere und sicherere Interaktion zwischen den Lehrern, Schülern, Eltern und Verwaltungen.

Kann das neue Aula mehr als bisher „Skoleintra“? Der Sender „Danmarks Radio“ berichtet über den Lehrer Rasmus Egede Dahl von der Søndervangskole, Ostjütland, der an seiner Schule für die Einführung der Lehrer in das „Aula“-System zuständig ist.

Egede Dahl sei sich bewusst, dass „Aula“ das ehemalige System nicht ersetzen kann: „Aula ist simplifiziert – so werden nur die Kernfunktionen übernommen.“

Heute verwenden noch sieben deutsche Schulen „Skoleintra". Foto: Christian Lindgren/Ritzau Scanpi

Man könne die Abwesenheit von Lehrern, Studenplanveränderungen und die Lehrervertretung nicht prüfen, wenn man am Morgen in die Schule kommt, bedauert Anne Katrine Kusk, Pädagogikleiterin derselben Schule.

„Skoleintra“ behalten

Vor 2,5 Jahren wurde „Skoleintra“ im Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) eingeführt. Heute verwenden es 7 der 13 deutschen Schulen.

Aber was kann es genau? „Der Nordschleswiger“ hat die pädagogisch-administrative Konsulentin Käthe Freiberg Nissen vom DSSV gefragt.

„Das Computersystem besteht aus drei Teilen: Forældreintra für die Kommunikation zwichen Schule und Elternhaus, Elevintra für die Kommunikation zwischen Schule und Schüler sowie Personalintra für die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern", erklärt sie.

„Skoleintra" hat mehrere Funktionen:

  • Nachrichten zwischen Eltern, Schülern, Lehrern austauschen
  • Material hoch- oder herunterladen: Aufgaben, Bilder
  • Kalender, Stundenplan
  • Hausaufgaben-Übersicht (lektiebog): Den Schülern Hausaufgaben geben
  • Kontaktbuch (kontaktbog) für vertrauliche Informationen

Susanne Lucas, Schulsekretärin an der Deutschen Schulen Hadersleben, habe zwar am Anfang einige Schwierigkeiten mit den Einstellungen gehabt, aber sei jetzt im Allgemeinen mit „Skoleintra“ zufrieden:

„Alle haben sich daran gewöhnt“, sagt sie dem „Nordschleswiger“.

Darüber hinaus sind beide Systeme mittlerweile durch Apps auf dem Smartphone zugänglich – aber nicht für alle: Alle Informationen sowohl in „Aula“ als auch in „Skoleintra“ sind mit Log-ins und Passwörtern gesichert.

In der Ludwig-Andresen-Schule, wo die Plattform seit dem vergangenen Schuljahr verwendet wird, ermögliche „Skoleintra” noch einen besseren Kontakt zu den Eltern, sagt die Schulleiterin Bonni Rathje-Ottenberg dem „Nordschleswiger”. Neben offiziellen Bescheiden könne die Schule unter anderem auch Bilder aus dem Schultag für die Eltern veröffentlichen.

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