Arbeitskräftemangel

Es fehlt an Fahrern für Taxen, Busse und Lastwagen

Es fehlt an Fahrern für Taxen, Busse und Lastwagen

Es fehlt an Fahrern für Taxen, Busse und Lastwagen

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Das rasante Wirtschaftswachstum hat auch in Dänemark zu einem Mangel an Fahrern geführt. Foto: Archiv

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Während sich die Wirtschaft nach der Corona-Pandemie rasant erholt, fehlt es den Transportunternehmen an ausreichend Personal. Venstre hat den Transportminister zu einer Anhörung im Folketing vorgeladen.

Im ganzen Land steht die Transportbranche aufgrund von Personalmangel unter Druck. Es fehlt schlichtweg an ausreichend Fahrern. Derzeit kann es Stunden dauern, um überhaupt ein Taxi zu bekommen, wie „Jyllands-Posten“ berichtet.

Dem Direktor von Danskpersontransport, Michael Nielsen, zufolge fehlen etwa 1.500 Taxifahrer, 1.500 Busfahrer und noch mehr Lastwagenfahrer, wie er „Jyllands-Posten“ gegenüber sagt.

Boomende Wirtschaft

Der Branchendirektor des Interessenverbandes Dansk Industri, Michael Svane, führt diesen Mangel unter anderem auf die boomende dänische Wirtschaft zurück, was zu einem hohen Transportbedarf führe.

Gleichzeitig gibt es einen starken Beschäftigungsrückgang unter Fahrern. Dies sei einerseits der Tatsache geschuldet, dass viele Fahrer derzeit in Rente gingen; außerdem würden viele ihren Job als Fahrer gegen eine Arbeit im Baugewerbe tauschen, wo es regelmäßigere Arbeitszeiten gebe.

Besorgniserregende Entwicklung

Der verkehrspolitische Sprecher der Partei Venstre, Kristian Pihl Lorentzen, nennt die Entwicklung besorgniserregend und verweist vor allem auf die zahlreichen Weihnachtsfeiern, die demnächst wieder anstehen.

„Wenn man kein Taxi bekommen kann, steigt das Risiko, dass die Leute selbst nach Hause fahren, obwohl sie einen zu hohen Promillewert haben“, sagt er gegenüber „Jyllands-Posten“.

Pihl Lorentzen hat deshalb Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Soz.) zu einer Anhörung im Folketing geladen.

Mehrere Lösungsmöglichkeiten

Michael Svane sieht mehrere Möglichkeiten, um die Zahl der Fahrer wieder zu erhöhen.

„Eine Sache, die man machen kann, ist die Attraktivität des Jobs zu erhöhen und für ihn zu werben, gleich ob es sich um Bus-, Taxi- oder Lastwagenfahrer handelt, und zu verdeutlichen, welche Aufgaben mit der Tätigkeit verbunden sind“, sagt er gegenüber „Ritzau“.

Daneben müsse nach Ansicht von Michael Svane insbesondere Arbeitslosen und jungen Menschen, die Sozialhilfe erhalten, ein Angebot für eine Beschäftigung im Transportsektor gemacht werden.

Ausländische Arbeitskräfte unentbehrlich

Trotz derartiger Initiativen sei der Einsatz ausländischer Arbeitskräfte jedoch unentbehrlich, wenn das Problem gelöst werden solle.

„Wir kommen nicht ohne ausländische Arbeitskräfte aus, wenn die Räder am Laufen gehalten werden sollen“, sagt er.

„Jyllands-Posten“ gegenüber schätzt Michael Nielsen, dass unter den landesweit 6.500 Stellen für Taxifahrer mindestens 1.500 unbesetzt sind, und er sieht einen vergleichbaren Mangel an Busfahrern.

Hinzu kommt einer Einschätzung des Branchenverbandes Dansk Industri zufolge ein Mangel an 3.000 bis 4.000 Lastwagenfahrern, schreibt „Jyllands-Posten“.

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