Infrastruktur

Streckenausbau in Nordschleswig: Ministerantwort verärgert Abgeordneten

Streckenausbau in Nordschleswig: Ministerantwort verärgert Abgeordneten

Streckenausbau: Ministerantwort verärgert Abgeordneten

Kopenhagen
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Um einen deutschen Einmarsch zu erschweren, wurde 1938 die zweispurige Eisenbahntrasse zwischen Pattburg und Tingleff eingleisig. Dabei blieb es. Foto: Volker Heesch

Schon 1993 wollte das Folketing den Ausbau zwischen Tingleff und Pattburg auf zwei Gleise. Passiert ist jedoch bisher nichts. Dass das vorerst so bleiben soll, erzürnt Nils Sjøberg von den Radikalen.

Nils Sjøberg, Parlamentsabgeordneter der Partei Radikale Venstre, hat am Mittwoch im Rahmen einer Fragestunde den amtierenden Transportminister Benny Engelbrecht zum Thema zweigleisige Bahnverbindung zwischen Tingleff/Tinglev und Pattburg/Padborg befragt.

Einleitend wies er den Minister darauf hin, dass im Jahr 1938 die dänische Regierung beschloss, ein Gleis der zweispurigen Verbindung zwischen Tingleff und Pattburg zu entfernen, um eine mögliche Besetzung Dänemarks zu erschweren und wollte dann vom Minister wissen, ob er meine, der Verkehr sei heute so gering wie der im Jahr 1938.

Auf rund 14 Kilometer Länge ist seit 1938 die Verbindung eingleisig, 1993 sprach sich das Parlament dafür aus, die Verbindung wieder zweigleisig auszubauen und verabschiedete ein entsprechendes Rahmengesetz, doch kam es seitdem nicht zur Wiedererrichtung des zweiten Gleises.

Engelbrecht: Strecke verkraftet steigenden Verkehr

Benny Engelbrecht führte aus, die Regierung vertrete die Auffassung, dass die jetzige Verbindung auch eine weitere Steigerung des Verkehrs durchaus verkrafte. Ob das Projekt nun angegangen werde, entscheide aber nicht er allein, er benötige die Unterstützung des Parlamentes. Notwendig für die Meinungsbildung sei eine Beschlussvorlage, in dieser müssten Kostenberechnungen und die Auswirkungen auf die Natur berücksichtigt werden. Zudem müsse die Strecke mit neuen Signalen ausgestattet werden, deren Kosten auch berücksichtigt werden müssten.

Sjøberg sprach angesichts des existierenden Flaschenhalses und des jahrelangen Stillstandes von einer „Katastrophe“ und wies den Minister auf Kohlendioxid-Einsparungen durch den Streckenausbau sowie auf eine Steigerung der Wirtschaftskraft Dänemarks hin.

Sjøberg verärgert und enttäuscht

Die Aussagen des Ministers verärgern und enttäuschen Nils Sjøberg. Seiner Ansicht nach ist dessen Antwort zögerlich. „Für mich ist es unbegreiflich, dass nichts passiert. Er habe gehofft, dass der Minister die Parteien im Parlament zu einem Treffen einlädt, um die Sache zu besprechen und in Gang zu bringen. „Das ist nicht geschehen, stattdessen weicht der Minister aus, die Regierung will offenbar keine Verhandlungen“, so Sjøberg, der beklagt, dass in 16 Jahren einer bürgerlichen Regierung auch nichts geschehen sei.

Aufgeben will Sjøberg den Kampf um das zweite Gleis aber nicht. Er hofft, den Ausbau der Strecke durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteure in Nordschleswig zu erreichen und nennt als Beispiele die Bürgermeister Nordschleswigs, den Branchenverband Dansk Industri sowie den Regionsrat.

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