Untersuchung von Dansk Byggeri

Nordschleswig: Große Kostenspanne bei der Baugebühr

Nordschleswig: Große Kostenspanne bei der Baugebühr

Nordschleswig: Große Kostenspanne bei der Baugebühr

Apenrade/Aabenraa
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Foto: dpa

Dansk Byggeri hat die Gebühren für Bauanträge in den Kommunen untersucht – und ist erstaunt über Unterschiede.

Wer baut, kann in der Kommune Hadersleben jede Menge Geld beim Bauantrag sparen, während es an der Westküste teuer wird.

Das zeigt eine Untersuchung der Gebührenordnung aller 98 Kommunen, die der Bauwirtschaftsverband Dansk Byggeri für 2018 durchgeführt hat. Die Analyse zeigt: In der Kommune Hadersleben sind die Gebühren abgeschafft, in Sonderburg kostet es pro Stunde Bearbeitung 356 Kronen, in Apenrade 653 Kronen und in Tondern 740 Kronen.

Der Vorsitzende von Dansk Byggeri in Nordschleswig, Michael Mathiesen, kann die große Kostenspanne bei den Gebühren nicht nachvollziehen. „Ich wundere mich darüber, dass diese Gebühr in der einen Kommune Betrag X kostet und in der benachbarten wiederum eine andere Summe X. Es ist ja die gleiche Übereinkunft, die in den Kommunen gilt. Sie haben die gleichen Ausgaben für die Bearbeitung, und es ist nichts, womit sie Geld verdienen dürfen“, so Mathiesen.

Hadersleben geht neue Wege

In der Kommune Hadersleben ist man mit der kompletten Abschaffung der Gebühr zum 1. Januar 2018 neue Wege gegangen. Die Entscheidung war im Stadtrat umstritten, doch für den Vorsitzenden den Planungs- und Umweltausschusses, Benny Bonde (LA), die richtige Wahl. „Wer in unserer Kommune etwas in Gang setzen will, sollte dafür nicht bezahlen müssen. Denn davon haben wir alle was. Wir wollen eine gewerbefreundliche Kommune sein. Daher halte ich die Abschaffung der Bauantragskosten für einen richtigen und wichtigen Schritt.“ Ob sich die Maßnahme bereits in steigenden Ansiedlungen und Bauanträgen niedergeschlagen hat, kann Bonde noch nicht sagen. „Dafür ist es zu früh. Nach einem Jahr können wir mehr dazu sagen.“

In Apenrade keine Abschaffung in Sicht

In Apenrade steht eine Abschaffung der Gebühr nicht zur Debatte. „Die Bürger bezahlen für eine Leistung, die in der technischen Verwaltung erbracht wird“, sagt Kurt Andresen (SP), stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Technik und Umwelt. „Irgendwo muss das Geld dafür herkommen. In Hadersleben bezahlt es ebenfalls der Steuerzahler. Die Zeit der Mitarbeiter muss entlohnt werden, auch wenn die Bauanträge nichts kosten. Sollten einige etwas gratis bekommen, wofür letztendlich alle bezahlen? Wir haben uns dagegen entschieden. Bei uns bleibt die Gebühr“, so der Stadtratspolitiker. „Ich kann die Argumente der Haderslebener verstehen, aber Anträge kosten Geld, und das muss auch reinkommen.“

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