Wäschereiwirtschaft

Region lässt dreckige Wäsche waschen

Paul Sehstedt
Vejle
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Syddanske Vaskerier beschäftigt aktuell 137 Mitarbeiter. Foto: E. Audras / Scanpix Ritzau

Zwei private Großwäschereien werden künftig für die Krankenhäuser dreckige Wäsche waschen. Das bedeutet Veränderungen für die Mitarbeiter der Regionswäscherei, die Ende 2019 geschlossen wird.

„Wir haben die billigsten und besten Angebote für den Waschauftrag gewählt, um zwischen 20 bis 25 Prozent der jetzigen Kosten zu sparen." So erläutert Mogens Sehested Kristensen, Wirtschaftsdirektor der Region Süddänemark, die Entscheidung des Regionsrates, künftig zwei Großwäschereien das Waschen von Uniformen, Patientenbekleidung sowie Bettwäsche und -Decken anzuvertrauen. Die eigene Wäscherei der Region wird von zum Jahreswechsel 2019/20 geschlossen.

Ist der Beschluss ein Schritt in die entgegengesetzte Richtung vor dem Hintergrund, dass die Region in Bezug auf den Krankentransport diese Aufgabe in die eigene Regie gelegt hat? Mogens Sehesteds Antwort lautet: „Im Regionsrat war keine starke ideologische Haltung zu spüren und die Wirtschaftlichkeit war das gewichtigste Argument, um den Gesamtauftrag an private Anbieter zu vergeben. Wir werden natürlich die ganze Zeit beobachten, wie die Lieferanten die Aufgabe lösen.“

Die Einsparung ist sehr markant und am Preis für Waschpulver lässt sich nicht viel feilschen. Wie können De Forenende Dampvaskerier und Berendsen Textil Service ein so günstiges Angebot abgeben, ohne dass die Lohnkosten gedrückt werden?

„Nun waschen beide Betriebe schon für uns und haben genügend Kapazität, um die Aufgaben von Syddansk Vaskerier zu übernehmen“, so der Wirtschaftsdirektor.

Das kommt einer Betriebsübernahme gleich. Werden die Mitarbeiter auch übernommen?

„Die Regeln einer Betriebsübernahme werden eingehalten und die Mitarbeiter behalten ihren jetzigen Kündigungsschutz. Sie werden Teil eines größeren Unternehmens und folgen nach der Übernahme den Bedingungen des Übernehmers genau wie alle anderen Arbeitnehmer“, erklärt Mogens Sehested Kristensen ferner.

Die Region Süddänemark trennt sich Ende 2019 von der eigenen Wäscherei. Foto: Anita Graversen / Scanpix Ritzau

Gegen die Auftragsvergabe stimmten die sechs Ratsmitglieder der Sozialistischen Volkspartei (SF), die zwei Vertreter von Enhedslisten und Andrea Terp von den Sozialdemokraten. In einer Pressemitteilung bezweifelt Vibeke Syppli Enrum (EL), dass die angepeilten Einsparungen wirklich erreicht werden.

137 Mitarbeiter beschäftigt die Region

Syddanske Vaskerier beschäftigt 137 Mitarbeiter und unterhält drei Abteilungen in Vejle, Odense und Svendborg. Über die künftige Verwendung der Gebäude und des Inventars wurde noch nichts entschieden. Bis zur Übernahme wird Syddanske Vaskerier für Odense Universiteshospital OUH und Sygehus Lillebelt waschen.

Das Auftragsvolumen, das sich Berendsen und De Forenede Vaskerier teilen, liegt bei rund 95 Millionen Kronen pro Jahr und soll eine Einsparung von 29 Millionen Kronen jährlich bringen.

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