Deutsche Minderheit

Minderheitenvertreter im Folketing

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Kopenhagen
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Vertreter der deutschen Minderheit in Nordschleswig besuchten Donnerstag en Sitz des dänischen Folketings, Christiansborg – hier im Sitzungsraum des Finanzausschusses. Foto: Gwyn Nissen

Es gehört zur Tradition, dass das Präsidium des Folketings Vertreter der deutschen Minderheit nach Christiansborg einlädt.

Eine „hyggelige Tradition“ nannten sowohl der erste Vizevorsitzende des Folketingspräsidiums, Henrik Dam Kristensen, als auch der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, die Besuche der deutschen Minderheit im dänischen Folketing.

Diese finden alle zwei Jahre statt, und Donnerstag waren 23 Vertreter der Minderheit auf Christiansborg zu Gast.Die Vorsitzende des Präsidiums, Pia Kjærsgaard (Dänische Volkspartei), musste kurzfristig absagen, doch ihre Rede übernahm der frühere Minister Henrik Dam Kristensen (Soz.).

Es sei wichtig, dass das Folketing ein Gespür für die Minderheit und das Leben im deutsch-dänischen Grenzland habe, so Kristensen. Die Geschichte des Grenzlandes sei vor allem eine der friedlichen Koexistenz: „Wir erkennen gegenseitig unseren Ausgangspunkt und unsere Traditionen an“, sagte Kristensen.

Die deutsche Minderheit besuchte am Nikolaustag das Folketing in Kopenhagen – natürlich gab es für den Gastgeber Henrik Dam Kristensen einen Schoko-Weihnachtsmann vom BDN-Hauptvorsitzenden Hinrich Jürgensen. Foto: Gwyn Nissen

„Ich habe den größten Respekt vor der deutschen Minderheit und davor, wie ihr euer Leben entfaltet. Ihr baut Brücken zwischen Dänemark und Deutschland, und ihr seid ein Mehrwert für die Region und für Dänemark“, las Kristensen aus der Rede von Pia Kjærsgaard vor.

In der Rede wurde auch die Zusammenarbeit zwischen dem BDN und dem Sydslesvigsk Forening gelobt. Diese haben einen gemeinsamen Versuch unternommen, das deutsch-dänische Grenzlandmodell als immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO vorzuschlagen.

Neben den Reden hatten die Nordschleswiger an den Tischen auch die Gelegenheit mit Abgeordneten aus dem Landesteil zu reden, darunter die Minister Ellen Trane Nørby (Venstre), Simon Emil Ammitzbøll-Bille (Liberale Allianz) sowie der frühere Minister Hans Christian Schmidt (V).

Nach dem Frokost im Folketing besuchten die Minderheitenvertreter erstmals den dänischen Grenzverein, Grænseforeningen, und wurden anschließend von Anke Meyer, Gesandte der deutschen Botschaft, in der neuen Botschaft in den Portland Towers im Kopenhagener Nordhavn empfangen.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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