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Kein Europakongress der Minderheitenparteien im Grenzland

Kein Europakongress der Minderheitenparteien im Grenzland

Kein Europakongress der Minderheitenparteien im Grenzland

Flensburg/Apenrade
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Nicola Sturgeon
Schottlands Erste Ministerin, Nicola Sturgeon, ist Vorsitzende der Scottish National Party (SNP), einer der großen Parteien in der Europäischen Freien Allianz. (Archivfoto) Foto: Fraser Bremner/PA Images/Ritzau Scanpix

Aus ganz Europa sollten Politikerinnen und Politiker nach Kupfermühle kommen. Doch die Corona-Restriktionen machen den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Vorerst zumindest.

Der für Anfang Oktober geplante Kongress der Europäischen Freien Allianz (EFA) in Kupfermühle bei Krusau wird aufgrund der coronabedingten Reisebegrenzungen ausfallen. Das hat die ehemalige Europaministerin Schleswig-Holsteins, EFA-Schatzmeisterin Anke Spoordendonk (SSW), am Mittwoch nach einem Vorstandsbeschluss mitgeteilt. Der Kongress soll nun durch Videokonferenzen ersetzt werden.

Die EFA ist ein Zusammenschluss von derzeit 47 Regional- und Minderheitenparteien, darunter auch die Schleswigsche Partei (SP) in Dänemark und der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) in Schleswig-Holstein. Im Europaparlament ist die Partei mit neun Mandaten vertreten und bildet mit den Grünen eine Fraktionsgemeinschaft, die 68 der 705 Mandate im Europaparlament hält.

Teilnehmer hätten in Quarantäne gemusst

Vom 1. bis zum 3. Oktober hätten sich EFA-Mitglieder aus ganz Europa im Hotel des Nordens treffen sollen.

„Es ist sehr bedauerlich, aber verständlich, angesichts der aktuellen Entwicklung bezüglich der Corona-Pandemie“, so Martin Lorenzen, Landesgeschäftsführer des SSW, in einer Pressemitteilung über die Absage.

Besucher aus unter anderem Spanien, der Region Brüssel und Kroatien hätten 14 Tage in Quarantäne gemusst, wären sie nach Deutschland gekommen. Ein Großteil der Parteiführung lebt und arbeitet in Risikogebieten.

Die dänische wie die deutsche Minderheit hatten dem Kongress freudig entgegengesehen, weil er im 100. Jahr nach der demokratischen Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland und somit dem Beginn der Minderheitenpolitik im Grenzland stattgefunden hätte.

Nun soll auf einen EFA-Kongress im Grenzland im Jahr 2022 hingearbeitet werden.

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