Gesundheitspolitik

Jeder fünfte Krebspatient wartet zu lange

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Symbolbild Foto: DPA

Je nach Krebsart und Region müssen Patienten mit einem verzögerten Behandlungsbeginn rechnen. Im Vergleich schneidet Süddänemark gut ab.

19 Prozent aller Krebspatienten werden nicht in der Standardbehandlungszeit (standardforløbstiden) behandelt. Dies belegen Zahlen der Behörde für Daten in der Gesundheit (Sundhedsdatastyrelsen) aus dem zweiten Quartal dieses Jahres. Mit der Standardbehandlungszeit wird die Zeit beschrieben, in der Fachleuten zufolge nach der Diagnose eine Behandlung beginnen sollte. In den vergangenen Jahren waren zwischen 15 und 20 Prozent der Patienten von einem späten Behandlungsbeginn betroffen.

Die Region Süddänemark schneidet mit 15 Prozent am besten ab, die Region Seeland mit 23 Prozent am schlechtesten.

Vor allem Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Hauptstadtregion warten am längsten. 63 Prozent erhalten keine Behandlung in der erwähnten Zeit.

Bei der dänischen Krebshilfe (Kræftens Bekæmpelse) blickt man mit Sorgen auf die Zahlen. Diese seien in der Vergangenheit nicht besser geworden und lägen noch weit entfernt von denen, die in Aussicht gestellt wurden, so Jesper Fisker, Direktor der Krebshilfe. Auch die Sozialdemokraten ärgern sich über die Zahlen, die dem gesundheitspolitischen Sprecher nach „nicht zufriedenstellend“ seien. Diese Worte nutzt auch Gesundheitsministerin Ellen Tråne Nørby, die schnellere Zeiten anmahnt.

Janet Samuel, Planungschefin der Gesundheitsbehörde, gibt zu bedenken, man werde niemals erleben, dass alle Patienten in der Standardbehandlungszeit behandelt werden. – aufgrund des individuellen Gesundheitszustandes oder auf Wunsch der Patienten. Samuel erklärt den verspäteten Behandlungsbeginn mit fehlenden Kapazitäten in den Krankenhäusern. Die Behörde hat nun die Regionen mit den längsten Wartezeiten aufgefordert, die Gründe für die verspäteten Behandlungen zu nennen.

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