Zusammenarbeit

Grenzüberschreitender Protektionismus ade

Grenzüberschreitender Protektionismus ade

Grenzüberschreitender Protektionismus ade

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Vejle/Apenrade
Zuletzt aktualisiert um:
Gösta Toft Foto: Cornelius von Tiedemann

Nach dem Nein aus Vejle zur Strahlentherapie für dänische Patienten in Flensburg will die Schleswigsche Partei verstärkt gegen Protektionismus beiderseits der Grenze kämpfen.

Die Schleswigsche Partei will nun verstärkt gegen grenzüberschreitenden Protektinismus kämpfen. Das erklärte der Spitzenkandidat der SP bei der Regionswahl im letzten Herbst, Gösta Toft, nachdem der Regionsrat in Vejle sein Nein zu einer Wiederaufnahme der Strahlenbehandlung in Flensburg u. a. damit begründet hat, dass man eigene Kapazitäten nutzen muss, um Qualität zu sichern – und dass es an Gegenseitigkeit fehlt. Falls man also mal wieder nordschleswigsche Patienten nach Flensburg schicken sollte, will man im Gegenzug, dass deutsche Patienten in den Krankenhäusern der Region Süddänemark behandelt werden und dafür sorgen, dass die Lösungen relativ kostenneutral sind.

Dabei stellte Regionschefin Stephanie Lose (V) noch einmal ausdrücklich fest, dass es beim Nein nicht um Geld gehe. Und der sozialdemokratische Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Poul-Erik Svendsen, zog die Kapazitätskarte und meinte, wenn man Top-Qualität wolle in der Region, dürfe man nicht zu viele Nebenschauplätze haben.
Dabei dreht es sich bei der Flensburger Strahlenbehandlung nach Angaben des Sonderbeauftragten der Region für deutsch-dänische Zusammenarbeit, Preben Jensen von Venstre, nur um rund 150 Patienten pro Jahr, die diese in Anspruch nehmen könnten.

Gösta Toft: „Diese Kapazitätskarte zieht man immer wieder auf beiden Seiten der Grenze. So kommen wir nicht weiter, und daher wollen wir auch dafür arbeiten, dass mehr Gegenseitigkeit in die Zusammenarbeit kommt. Das ist der richtige Weg, denn sowohl Lose als auch DF-Mann Thies Mathiasen wiesen ja aktuell auf diese Möglichkeiten hin“, so Gösta Toft. Die Stimmung im Regionsrat sei diesbezüglich generell positiv.

„Es ist ja vernünftig, dass man starke Behandlungszentren haben will in der Region Süddänemark, aber rund 150 Patienten mehr oder weniger pro Jahr werden kaum die Qualität der Behandlung in Vejle beeinträchtigen. Ich habe mir auch sagen lassen, dass die Zahl der Strahlenbehandlungen generell steigen wird. Das alles wollen wir untersuchen.
Denn dieser grenzüberschreitende Protektionismus geht auf Kosten der nordschleswigschen Patienten“, so Toft mit dem Hinweis: „Wir wollen dafür arbeiten, dass sich beide Seiten öffnen.“

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