Vize-Vorsitz

Ellen Trane Nørby: „Ich habe meine Familie zurate gezogen“

Ellen Trane Nørby: „Ich habe meine Familie zurate gezogen“

Ellen Trane Nørby: „Ich habe meine Familie zurate gezogen“

dt/gn
Apenrade/Aabenraa
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Ellen Trane Nørby will Vize-Chefin ihrer Partei werden. Foto: Mads Claus Rasmussen / Ritzau Scanpix

Die Venstre-Politikerin aus Sonderburg strebt den Vize-Vorsitz ihrer Partei an. Es sei gute demokratische Tradition, dass es mehrere Kandidaten gebe, sagte sie dem „Nordschleswiger“.

Die mit ihrer Familie in Sonderburg lebende Venstre-Politikerin und ehemalige Ministerin Ellen Trane Nørby hat sich die Entscheidung, sich für den Vize-Vorsitz zu bewerben, nicht leicht gemacht. Am 21. September findet in Herning ein außerortenliches Landestreffen statt, bei dem sowohl der Vorsitzende der Partei als auch der Stellvertreter oder die Stellvertreterin gewählt werden sollen.

Ellen Trane Nørby hat anderen Medien gegenüber klargemacht, dass der stellvertretende Parteivorsitz eine sehr verantwortungsvolle und arbeitsaufwendige Position mit vielen Treffen und Sitzungen ist.

„Aber ich bin vorher Ministerin gewesen, und das war auch möglich. Wir leben ja heute in einer modernen Gesellschaft. Ich habe es auch nicht allein entschieden, sondern mit meiner Familie zusammen. Es wird Stunden und Tage geben, die ich nicht mit meiner Familie verbringen werden kann, falls ich gewählt werde“, sagt die Mutter zweier kleiner Kinder dem „Nordschleswiger“.

„Gute demokratische Tradition“

Sie betont, dass es gute demokratische Tradition sei, dass es mehrere Kandidaten gibt, schließt aber aus, dass sie auch für den Vorsitz ihrer Partei kandidieren könnte.

„Ich kandidiere für den stellvertretenden Vorsitz, nicht für den Vorsitz“, sagt sie.

Während die Gegenkandidatin, Inger Støjberg, sich in der vorherigen Regierung als Integrationsministerin mit einer harten Ausländerpolitik profilierte, setzt Ellen Trane Nørby statt auf Polarisierung auf eine breite Zusammenarbeit.

„Ich möchte eine starke und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Parteien des blauen Bocks (das bürgerliche Lager der Opposition, Red.) herstellen, aber auch mit den übrigen Parteien um die Regierung herum“, sagt sie.

Inger Støjberg freut sich

Inger Støjberg begrüßte laut der Nachrichtenagentur Ritzau in einem Kommentar die Kandidatur von Ellen Trane Nørby. Es sei immer gut, wenn es mehrere Kandidaten gebe. „Aber ich bin der Meinung, dass Jakob Ellemann und ich die ganze Breite der Partei Venstre vertreten." Jakob Ellemann-Jensen selbst wollte sich zu den Chancen der beiden Politikerinnen nicht äußern. Er unterstütze beide Kandidatinnen und würde mit beiden gut zusammenarbeiten können. Ellemann bezeichnet es als ein Luxusproblem, dass seine Partei so viele qualifizierte Kandidaten habe.

Das außerordentliche Landestreffen war notwendig geworden, nachdem sowohl der Parteivorsitzende Lars Løkke Rasmussen als auch sein Stellvertreter, Kristian Jensen, nach innerparteilichen Querelen zurücktraten.

Ellen Trane Nørby war von 2016 bis 2019 Gesundheitsministerin, in der davor liegenden Venstre-Regierung Bildungsministerin (Undervisningsminister).

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Gerechter Ausgleich“