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Jeppe Kofod: Grüne Ziele in Kiel können Jobs im Grenzland schaffen

Jeppe Kofod: Grüne Ziele in Kiel können Jobs im Grenzland schaffen

Kofod: Grüne Ziele in Kiel können Jobs im Grenzland schaffen

Kopenhagen/Kiel
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Außenminister Jeppe Kofod (Soz.) besuchte am 17. Mai seine deutsche Amtskollegin Annalena Baerbock (Grüne) in Berlin. Kofod will die deutsch-dänische Zusammenarbeit weiter ausbauen. Foto: John Macdougall/DPA/Ritzau Scanpix

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Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister, Claus Ruhe Madsen, sieht ein „Momentum“ für die deutsch-dänische Zusammenarbeit. Auch der dänische Außenminister möchte die Kooperation stärken.

Schleswig-Holstein als „grünes Industrieland“, das sei auch für Nordschleswig eine große Chance, so Außenminister Jeppe Kofod (Soz.).

Der neue schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister, Claus Ruhe Madsen (Parteilos), der bekanntlich Däne ist, sagte in einem Interview mit dem „Nordschleswiger“, er sehe ein Momentum für Deutschland-Dänemark. Er hoffe, die dänische Regierung für mehr Austausch gewinnen zu können.

Kofod will Kooperation stärken

Soll man einer Aussage von Kofod Glauben schenken, rennt Ruhe Madsen mit dem Anliegen offene Türen ein.

„Das Verhältnis zu Deutschland war von Beginn an für die Regierung und mich als Außenminister ein zentrales Anliegen. Daher ist unsere Zusammenarbeit heute auch enger als je zuvor. Aktuell untersuchen wir, wie wir sie weiter ausbauen können: politisch, wirtschaftlich und kulturell“, so der Außenminister in einer schriftlichen Antwort an den „Nordschleswiger“.

Zusammenarbeit bei Sicherheit und Klima

Auch Ruhe Madsen hält die deutsch-dänischen Beziehungen für ausbaufähig. Kofod meint, dass sich in der aktuellen Situation vor allem eine engere Zusammenarbeit bei der Sicherheitspolitik und beim Klima aufdrängt.

Ein grüner Fokus in Schleswig-Holstein kann die Entwicklung mit einem grenzüberschreitenden grünen Energie-Cluster weiter anschieben.

Jeppe Kofod (Soz.), Außenminister

„Russlands brutale Invasion der Ukraine hat die grüne Umstellung nur noch aktueller gemacht. Unser gemeinsames Anliegen ist, uns möglichst schnell vom russischen Gas unabhängig zu machen – sowohl aus sicherheitspolitischen als auch aus klimamäßigen Gründen.“

Grüne Jobs für das Grenzland

Der Offshore-Gipfel in Esbjerg im Mai solle auch in diesem Kontext gesehen werden. Dort haben sich die Regierungschefinnen und -chefs Dänemarks, Deutschlands, Belgiens und der Niederlande darauf geeinigt, in der Nordsee bis 2050 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 150 Gigawatt aufzustellen.

Gerade bei der grünen Umstellung komme dem Grenzland eine besondere Rolle zu, meint Kofod. Die schwarz-grüne Koalition in Kiel, hat sich zum Ziel gemacht, Schleswig-Holstein in ein „grünes Industrieland“ umzuwandeln.

„Ambitionierte grüne Ziele und eine Priorisierung von grünen Lösungen in Schleswig-Holstein werden dazu beitragen, die gesamte Grenzregion zu stärken. Süddänemark erlebt bereits eine rasante Entwicklung bei grünen Lösungen für die Industrie, unter anderem wegen der geografischen Nähe zu dem potenziell großen deutschen Markt“, lautet die Einschätzung des Außenministers.

Er stellt sich vor, dass im Grenzland ein Kraftzentrum für erneuerbare Energie aufgebaut werden kann.

„Ein grüner Fokus in Schleswig-Holstein kann die Entwicklung mit einem grenzüberschreitenden grünen Energie-Cluster weiter anschieben. Dies kann dem Grenzland Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze bringen.“

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