Grenzüberschreitendes

Kein Bus mehr aus Flensburg: Transportminister will nicht eingreifen

Kein Bus mehr aus Flensburg: Transportminister will nicht eingreifen

Kein Bus mehr aus Flensburg: Minister will nicht eingreifen

Kopenhagen/Apenrade
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Benny Engelbrecht
Benny Engelbrecht am Donnerstag in Aalborg Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Benny Engelbrecht sieht das Busunternehmen in der Verantwortung. Das beklagt seinerseits unvorhersehbare Wartezeiten wegen der Grenzkontrollen. Flensburgs Oberbürgermeisterin will sich einsetzen.

Dänemarks Transportminister Benny Engelbrecht (Soz.) will sich nicht darum bemühen, dass die Flensburger Stadtbusse der Firma Aktiv Bus weiterhin über die Grenze nach Krusau fahren. In einem schriftlichen Kommentar an den „Nordschleswiger“ lässt der Minister mitteilen, dass er sich „darüber ärgert, wenn es weniger kollektiven Verkehr zwischen Dänemark und Deutschland geben sollte“.

Er weist jedoch darauf hin, dass „die Busunternehmen selbst verantwortlich dafür sind, ihre Busfahrpläne an die Verhältnisse anzupassen“, dazu gehörten auch „Staubildung usw.“.

Simone Lange: Brauchen eigentlich mehr solche Linien

„Den Wegfall der grenzüberschreitenden Busverbindung würden wir sehr bedauern, da es genau solche verbindenden Linien sind, von denen wir eigentlich mehr statt weniger brauchen“, teilt unterdessen Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) mit.

„Allerdings können wir nachvollziehen, dass Aktiv-Bus mit den langen Wartezeiten an der Grenze die Möglichkeit genommen wird, einen pünktlichen Linienverkehr anzubieten. Insbesondere, weil die Linie auch zum Bahnhof führt, wo die Pünktlichkeit von besonderer Bedeutung ist“, so Lange weiter.

„Wenn wir den deutsch-dänischen Grenzverkehr, der durch die Grenzkontrollen ohnehin schon sehr belastet ist, nicht noch weiter behindern wollen, müssen dringend Lösungen geschaffen werden. Eine Busspur von Wassersleben bis nach Krusau, die dem öffentlichen Nahverkehr eine Zuverlässigkeit und Planbarkeit ermöglicht bis die Grenzkontrollen wieder aufgehoben werden, wäre ein wichtiger Schritt, den wir unbedingt anstreben sollten. Dafür werde ich mich in den Deutsch-Dänischen Gremiensitzungen einsetzen“, kündigt die Oberbürgermeisterin an.

Auch andere Politiker wollen Lösung finden

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Flensburger Buslinienbetreiber Aktiv Bus von der Betriebspflicht über die Grenze hinweg befreit werden will, weil ständig Busse den Fahrplan wegen der Grenzkontrollen nicht einhalten können. Preben Jensen (Venstre), Sonderrepräsentant der Region Süddänemark für die dänisch-deutsche Zusammenarbeit, hatte im „Nordschleswiger“ angekündigt, sich im Rahmen der grenzüberschreitenden Region Sønderjylland-Schleswig für eine Lösung einsetzen zu wollen – verwies aber auch darauf, dass das Folketing für die Kontrollen zuständig sei.

Dort kündigte der stellvertretende Vorsitzende des Transportausschusses, Hans Christian Schmidt (Venstre) ein Gespräch mit Engelbrecht an – sagte aber zugleich, dass Verspätungen an der Grenze nun mal einzurechnen seien.

Anmerkung der Redaktion: Die Absätze 3, 4 und 5 sind um 16:51 hinzugefügt worden.

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